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Krach um den Lärmschutz

Anwohner fordern Runden Tisch für Kompromisslösung Krach um den Lärmschutz

Wie sieht der künftige Schallschutz am Sportplatz Niederheide aus? Welche Möglichkeiten für einen Kompromiss zwischen Befürwortern und Gegnern einer Schallschutzwand gibt es überhaupt noch? Diese Fragen beschäftigen derzeit die Anwohner der Sportanlage vom SV Blau-Weiß Hohen Neuendorf in der Niederheide nach der jüngsten Stadtverordnetenversammlung.

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Sport ist manchmal zum Schreien, weiß nicht nur Blau-Weiß-Spielerin Liza Grimske (l.). Die Debatte um die Schallschutzwand in der Niederheide dauert unterdessen an.

Quelle: Robert Roeske

Hohen Neuendorf. „Wir haben leider den Eindruck, dass man sich des unangenehmen Themas möglichst schnell entledigen möchte, anstatt wie beschlossen eine gemeinschaftliche Lösung zu finden“, drücken die Anwohner Michael Lameli und Andreas Vogel in einem Brief an die MAZ-Redaktion ihre Befürchtung aus.

Der angekündigte Runde Tisch mit allen Beteiligten werde auf jeden Fall stattfinden, sagte gestern Roland Luchterhand, Fachdienstleiter im Bauverwaltungs- und Planungsamt der Stadt. Das Gespräch mache jedoch erst Sinn, wenn das in Arbeit befindliche Schallschutzgutachten vorliegt. Und das sei nicht vor Mitte dieses Monats zu erwarten, so Luchterhand. Das Gutachten enthalte unter anderem Lösungsvorschläge für den Schallschutz, also konkrete Angaben über den Standort einer Schallschutzwand sowie über deren Aussehen und Höhe. Lediglich eines sei bereits sicher: „Ganz ohne Schallschutz wird es nicht gehen.“ Das allerdings sei keine willkürliche Entscheidung, sondern ergebe sich zwingend aus dem nachträglichen Genehmigungsverfahren für den Kunstrasenplatz sowie aus dem Bundesimmissionsschutzgesetz. Wenn das Bauordnungsamt des Landkreises nun Schallschutz fordere, dann könne darüber nicht mehr diskutiert werden. „Wenn die Aufforderung kommt, muss die Stadt diese erfüllen“, betonte Luchterhand. 300000 Euro seien dafür im Haushalt 2014 eingestellt.

Als „Missverständnis“ bezeichnete es der Fachdienstleiter, wenn jetzt eine graue, durchgehend sechs Meter hohe Mauer erwartet wird. Die Bauverwaltung des Rathauses bevorzuge vielmehr eine beidseitig begrünte Wand – sowohl aus optischen als auch aus akustischen Beweggründen. Schall könne so aus beiden Richtungen absorbiert und unschädlich gemacht werden. Über Standort und Aussehen einer Schallschutzwand könne allerdings am Runden Tisch noch diskutiert werden.

„Der Bau einer Mauer in drei Metern Entfernung zur Grundstücksgrenze stellt eine völlig unverhältnismäßige Lösung dar“, schreibt Andreas Vogel an den Bürgermeister. Einige Anwohner würden zwar bei gelegentlichem Lärm „etwas entlastet, aber mindestens genauso viele Bürger definitiv und dauerhaft unglaublich stark belastet, ob gesundheitlich, wirtschaftlich oder in der Lebensqualität.“ Mögliche Alternativen würden zu schnell als „zu langwierig“ oder „zu kostenintensiv“ abgetan. Gemeinsam mit den Befürwortern der Wand solle nun ein Lösungsvorschlag erarbeitet werden, der von allen Beteiligten akzeptiert wird. Dazu sei bereits der Dialog mit Martin Korth, der schon seit mehr als zehn Jahren um mehr Lärmschutz kämpft, aufgenommen worden. Andreas Vogel: „Denn sicher ist, und darüber sollte sich auch die Stadt Hohen Neuendorf im Klaren sein: Nur eine gemeinsame Lösung kann eine gute und nachhaltige Lösung sein.“

Von Helge Treichel

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