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Oberhavel Anwohner kritisieren Standort des Asylbewerberheims
Lokales Oberhavel Anwohner kritisieren Standort des Asylbewerberheims
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00:17 31.10.2013
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Gransee

Die Bewohner der Waldsiedlung favorisieren generell eine Unterbringung von Flüchtlingen in Wohnungen, was eine Integration viel eher ermögliche, als ein "Zusammenpferchen" von Menschen unterschiedlicher Herkunft in einem Haus. Von der Entscheidung, das Heim am Karl-Marx-Platz zu errichten, fühlen sich die Anwohner überrumpelt. Die Planungen, die in der vergangenen Woche in Gransee vorgestellt wurden, wirkten bereits zu weit fortgeschritten, als dass die Meinung der Bürger noch eine Rolle spielen würde. Das vom Kreis favorisierte Objekt halten die Anwohner für ungeeignet. "Die Standortwahl ist weder im Interesse der An- und Einwohner der Stadt noch der Asylanten, die von einer Gemeinschaftsunterkunft in die nächste gebracht werden", so die Unterzeichner. Der Kreis habe hier offenbar die "schnellste und kostengünstigste Variante" gewählt.

Diese Art der Zusammenführung bringe ein erhöhtes Gewaltpotenzial innerhalb und im Umfeld solcher Heime mit sich. Die Angst vor Aufmärschen rechtsradikaler Gruppierungen habe Landrat Karl-Heinz Schröter ihnen bei der Informationsveranstaltung ebenso wenig nehmen können, wie die Bedenken bezüglich des Werteverlustes ihrer Grundstücke, so die Bewohner weiter.

Sollte der Landkreis an der Gemeinschaftsunterkunft in Gransee festhalten, bitten die Anwohner um die erneute Prüfung andere Möglichkeiten der Einrichtung eines Asylantenheimes "mit einer für Gransee zumutbaren Anzahl". Als Alternative wird die alte Förderschule am Kraatzer Weg empfohlen. Dort wären wesentlich weniger Anwohner direkt betroffen. Zudem plane der jetzige Nutzer des Gebäudekomplexes schon seit längerem, den Standort aufzugeben, so die Granseer Bürger. Nach Angaben des Kreises verhinderten planungsrechtliche Beschränkungen die Nutzung dieses Standortes.

"Der Bereich ist im Flächennutzungsplan als Gewerbegebiet ausgewiesen und eine Wohnraumnutzung daher nicht möglich", begründete der Sozialdezernent des Kreises, Michael Garske, am vergangenen Mittwoch. Für die Bürger stellt diese Tatsache kein Dogma dar - "wo ein Wille ist, ist auch ein Weg", schreiben sie ihn ihrem Brief. Die Anwohner wollten ihre Bedenken ursprünglich im persönlichen Gespräch mit dem Landrat diskutieren. Dessen Sekretärin habe jedoch ausrichten lassen, das vor Dezember kein Termin frei sei.

cl

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