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Oberhavel Apelt bilanziert seine ersten 100 Tage
Lokales Oberhavel Apelt bilanziert seine ersten 100 Tage
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18:23 30.05.2016
Steffen Apelt zieht seine 100-Tage-Bilanz. Quelle: Robert Roeske
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Hohen Neuendorf

Wo nach der gewonnenen Stichwahl am 29. November 2015 eine rauschende Wahlparty gefeiert wurde, im Geschäft „Bleu Blanc Rouge“, zog Hohen Neuendorfs neuer CDU-Bürgermeister Steffen Apelt nach knapp 100 Tagen im Amt Bilanz. Stadtverbandsvorsitzender Matthias Rink, der rund 50 Gäste begrüßte, schilderte zunächst einen eigenen Eindruck, der sich nicht zuletzt aus seiner Position als Dezernent für Soziales und Verkehr speist: „Die Stadt ist wieder angekommen im Landkreis“, sagte er. Apelt wolle Hohen Neuendorf auf Kreisebene etablieren und wieder mitmischen. Einen ähnlichen Stimmungswandel habe er auch in Birkenwerder beobachtet.

Rat der Sekretärin: „ruhiger werden!“

„Ich hatte nicht einen Tag Schonfrist“, blickte Steffen Apelt selbst zurück. Und eine „ordentliche Übergabe“ habe es auch nicht gegeben. Als ehemaliger Geschäftsführer lasse er sich den unternehmerischen Dienstleistungsgedanken nicht nehmen. Tatsächlich habe er im Rathaus „stellenweise eine gewisse Lethargie festgestellt“. Eine Sekretärin habe auf tatkräftige Ungeduld indes mit einem wohlmeinenden Ratschlag reagiert: „Sie müssen unbedingt ruhiger werden, Herr Apelt!“

Ansonsten sei ihm von den Mitarbeitern im Rathaus sehr viel Freundlichkeit und Offenheit begegnet, aber auch ein hoher Erwartungsdruck, sagte Steffen Apelt. In drei Punkten fasst er seine Arbeitsbilanz zusammen: „Es ist sehr spannend, sehr aufregend und sehr fordernd.“ Überrascht habe ihn die Komplexität der Themen und deren Bandbreite von Baufragen bis zum Brandschutz. Immer werde er „als letzter Entscheider gefragt“. Seine Reaktion: „Ich muss sehr viel lesen und Gespräche führen.“ Um dem enormen Erwartungsdruck standhalten zu können, habe er sich als fachliche Ergänzung einen Beigeordneten an die Seite geholt – Alexander Tönnies. Als Duo sehe er gute Möglichkeiten, die Stadt neu aufzustellen, mit flachen Hierarchien. Die Strukturen würden in den nächsten Wochen angepasst. Allerdings ändere sich mitunter auch die Per­spektive, wenn man auf einmal auf der anderen Seite des Tisches sitzt, gab Apelt zu.

Bahnbrücke in Bergfelde soll verbreitert werden

Angesichts der anstehenden Millioneninvestitionen für Rathausanbau und -sanierung, Sportplatzbau Bergfelde und Hortgebäude sei über eine erstmalige Kreditaufnahme nachzudenken, verkündete der 53-Jährige. Sein Wahlprogramm, das im Kern aus einem 11-Punkte-Plan besteht, ist an vielen Stellen bereits angearbeitet. Für die kostenlose Laubentsorgung könnte ein Kehrfahrzeug angeschafft werden, die modernen Ausstattung der Feuerwehr mit einem Drehleiterfahrzeug ist auf den Weg gebracht. Bezahlbarer Wohnraum für Jung und Alt wird vom Landkreis im Zuge seines Unterbringungskonzeptes für Flüchtlinge geschaffen und für bürgerfreundlichere Öffnungszeiten müsse er zunächst mit dem Personalrat reden, sagte Apelt. Aber er werde eine Fünf-Tage-Rückrufgarantie einführen. Schwierig seien die Eigentumsverhältnisse in Stolpe für ein neues Gewerbegebiet. Die Bahnbrücke der B 96a in Bergfelde werde aber sicher verbreitert. Er hoffe, dass dies bereits im nächsten Jahr geschieht. Im Fokus seien auch saubere, altersgerechte Spielplätze sowie Fahrradstellplätze und ein Wochenmarkt. Planungen dazu liefen bereits. Apelt: „Wir brauchen Punkte, wo Aha-Effekte entstehen.“

Kaufland-Pläne für Bergfelde

Die Bergfelde Spatzen pfeifen es längst von den Dächern: Kaufland möchte gegenüber von Norma bauen. In der Fragerunde schilderte Apelt seine Reaktion gegenüber den Managern: „Bevor ihr den neuen Markt bekommt, müsst ihr die Fassade des bestehenden erst einmal neu gestalten.“ Mit diesem Ansinnen sei er auf Entgegenkommen gestoßen.

Auch Möglichkeiten einer Zusammenarbeit mit Birkenwerder wurden hinterfragt. Der Bürgermeister nannte einen gemeinsamen Schulbezirk und verwies zusätzlich auf die geplante Verwaltungsstrukturreform und den perspektivisch möglichen Zusammenschluss. „Aber bitte auf Augenhöhe“, mahnte Katrin Gehring, CDU-Gemeindevertreterin aus Birkenwerder.

Von Helge Treichel

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