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Apfelbauern mit mickriger Ernte

Saisonabschluss auf dem Apfelhof Wähnert Apfelbauern mit mickriger Ernte

Mit deutlich weniger Ertrag mussten sich in diesem Jahr die Apfelbauern Susann und Stefan Wähnert in Hoppenrade zufriedengeben. Rund zwölf Tonnen holten sie von den Bäumen. Am Sonnabend wurde die Ernte verkostet. 

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Apfelernte mit Abstrichen: Trotz magerer Ernte wurde bei der Verkostung am Sonnabend für jeden die passende Frucht gefunden.

Quelle: Cindy Lüderitz

Hoppenrade. Noch im September waren Susann und Stefan Wähnert ziemlich ernüchtert, was ihre diesjährige Apfelernte anbelangt. Wetterkapriolen im Frühjahr und Trockenheit im Sommer hatten auf den Plantagen der Obstbauern deutlich weniger Ertrag heranreifen lassen als noch im Vorjahr. An manchen Bäumen hingen so gut wie keine Äpfel. Umso versöhnlicher fiel jetzt das Saisonfinale aus. "Unsere Lager sind doch noch voll geworden", sagte Susann Wähnert am Sonnabend. Zum Ausklang des Erntejahres hatten die Hoppenrader am Wochenende zur Apfelverkostung eingeladen, dargereicht in fester und flüssiger Form. Der zweiprozentige Cidre, den Stefan Wähnert angesetzt hatte, fand schnell ein Publikum. Letztmals in diesem Jahr bot auch Apfelmann Jürgen Sinnecker seine Beratung an.

Rund zwölf Tonnen holten die Apfelbauern in diesem Jahr von den Bäumen, 2012 war es dreimal so viel. Die Chefin schätzt, dass die eingelagerten Vorräte bis zum Februar reichen werden. Allein sechs Tonnen Äpfel landeten bereits in der Saftpresse, was der zum Teil minderen Qualität der Ernte geschuldet sei, erklärte Susann Wähnert. Auffällig seien die Hagelschäden beispielsweise bei "Kaiser Wilhelm". Die Fruchthaut ist stellenweise leicht eingedellt und verkorkt. "Deshalb ist der Apfel nicht schlecht, aber optisch eben nicht einwandfrei", erklärte Jürgen Sinnecker. Auch die Verluste bei beliebten Sorten wie Ontario und Schweizer Orangenapfel schmerzen die Obstbauern. Einer, der dagegen ziemlich gut durch das Jahr kam, ist der Boskoop. "Da haben wir gute Erträge", so Susann Wähnert. Allerdings sei der Apfel mehr was für die Küche. "Damit füllen die Leute ihre Weihnachtsgans, pur gegessen wird der Boskoop nicht so gerne." Auch Christiane Naujoks und ihre Familie präferieren eine andere Sorte: die Cox-Orangenrenette. Ein kleiner Apfel mit Charakter, süß-säuerlich im Geschmack und knackig im Biss. "Mehlige Äpfel mögen wir nicht", betonte Naujoks. Die Renetten-Sorte weckt Kindheitserinnerungen bei der Grünebergerin. "Meine Oma hatte diesen Apfelbaum vor dem Fenster stehen. Wir möchten jetzt genau denselben." Allerdings müsse dafür noch ein passendes Pendant gefunden werden ‒ ein Befruchter. "Ein Apfelbaum allein macht noch keine Früchte", sagte Fachmann Sinnecker. Familie Naujoks müsse der Orangenrenette einen zweiten Apfelbaum zur Seite stellen einen, der in derselben Zeit blüht wie die Wunschsorte. "Dann kommen die Bienen ins Spiel und sorgen für die Bestäubung", so Sinnecker. Den Grünebergern empfahl er als Befruchter einen Klarapfel.

Auf dem Hoppenrader Apfelhof wird das Spektrum ebenfalls erweitert. Zu den acht Hektar Land, die Wähnerts bewirtschaften, gehört seit 2012 auch die Apfelallee. Noch hat die nichts abgeworfen. "Die müssen wir erst mal in Ordnung bringen, dann haben wir vielleicht in zwei, drei Jahren Ertrag", so Susann Wähnert. 30neue Bäume wurden angepflanzt. Im Februar geht’s mit dem Baumschnitt in die neue Saison ‒ Wähnerts hoffen, dass die etwas weniger turbulent, dafür aber "apfelfreundlicher" wird.

Von Cindy Lüderitz

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