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Architekten bringen Farbe ins Spiel

Ausbau der Flächen um HWB-Hochhäuser in Hennigsdorf Architekten bringen Farbe ins Spiel

Wenn es nach der Vorstellung von Architekten geht, könnten die HWB-Hochhäuser in knalligen Gelb-, Blau- und Rottönen leuchten. Die Farben des Hennigsdorfer Stadtlogos sollen an den Wänden wieder aufgenommen werden. Doch für immer muss der Anstrich nicht sein. Es könnte auch sein, dass sich ein gelbes Haus zu Weihnachten rot färbt.

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Quelle: Vorentwurf ST-raum-a

Hennigsdorf. Meistens sind sie leer, die Bänke an den HWB-Hochhäusern. Kein Wunder. Denn bisher ist die rund 2,1 Hektar große Grünfläche um die Elfgeschösser im Hennigsdorfer Zentrum alles andere als ein Magnet. Durch die Wiese ziehen sich ausgelatschte Trampelpfade, die Trafohäuschen sind mit Graffities beschmiert. Und mittendrin ragen die mausgrauen Türme in den Hennigsdorfer Himmel.

Doch grau war gestern. Wenn es nach dem Vorentwurf der Berliner Landschaftsarchitekten von „ST-raum-a“ geht, sollen bald riesige LED-Scheinwerfer die Hochhäuser in Blau, Gelb und Rot tauchen. Es sind die Farben des Hennigsdorfer Stadtlogos. „Man könnte die Häuser per Fernbedienung zu Weihnachten auch komplett rot färben“, sagt Olaf Glowatzki, Prokurist der Hennigsdorfer Wohnungsbaugesellschaft (HWB). Vor ihm liegt der Vorentwurf, das Areal soll passenderweise „Farbquartier“ heißen. Wichtigster Punkt: Die beiden Hochhäuser, in denen viele Senioren leben, sollen endlich einen barrierefreien Zugang bekommen. An der Rückseite der Häuser werden dafür jeweils Lifte installiert, Abstellmöglichkeiten für Rollatoren inklusive.

Auch ziehen sich bald Asphaltwege durch das Areal, die Richtungen der Trampelpfade werden dabei teilweise beibehalten, sagt Glowatzki. Die alten Garagen sollen abgerissen werden, hier entstehen Unterstellmöglichkeiten, etwa für Fahrräder oder E-Scooter. Ziel der Planer ist es, die Autos aus der Freifläche herauszubekommen, sagt Olaf Glowatzki. „Für Autos wird es hier auch keine Zufahrten mehr geben.“ Stattdessen setzen die Planer auf viel Natur und Freizeitmöglichkeiten. Im Entwurf finden sich zwischen Blutbuchen, Zedern und Flieder etwa Plätze für Basketball, Volleyball und Fußball auf dem grünen Gürtel entlang der Fontanestraße. Mitarbeiter der HWB wollen in den kommenden Monaten die Bewohner der Häuser fragen, was sie sich dort an Freizeitmöglichkeiten wünschen. Egal ob Duftgarten, Bewegungsparcours oder Kräuterbeet, genug Fläche für Ideen wäre vorhanden. Neues lässt sich bei Bedarf auch nach Ende der Arbeiten noch verwirklichen, sagt Olaf Glowatzki. „Es kann ja auch sein, dass irgendwann eine Million Schachspieler auftauchen, dann können wir reagieren.“

Die Kosten hat die HWB dabei immer im Auge, betont der Prokurist. Rund 1,85 Millionen Euro sind für die Arbeiten kalkuliert. 350 000 Euro davon kommen von der HWB, den Rest übernimmt die Stadt. Das hatten die Stadtverordneten im März abgesegnet (MAZ berichtete). Allerdings war die Entscheidung damals umstritten: Im Haushalt war ursprünglich nur eine Million Euro für die Gestaltung der Flächen vorgesehen, die Verwaltung stockte die Summe per Antrag im April um 500 000 Euro auf. Grüne und Linke kritisierten das Projekt damals als zu teuer – angesichts der Haushaltslage. 2012 waren die Einnahmen aus der Gewerbesteuer gegenüber dem Vorjahr um sieben Millionen Euro eingebrochen.

Olaf Glowatzki weiß um diese Diskussion. Die HWB wolle sich mit dem Projekt nicht selbst verwirklichen. „Wir werden Kosten einsparen, wo wir können.“ Wenn alles klappt, könnten die Arbeiten an der Freifläche im kommenden Jahr beginnen.
Die Mieten für die rund 300 Bewohner der Hochhäuser sollen indes nicht steigen. Nur neue Mieter müssen tiefer in die Tasche greifen. Zwischen 50 und 80 Euro mehr Miete werden für die Appartements fällig. Eine Einraumwohnung kostet dann 290 Euro, für zwei Zimmer bezahlt man 540 Euro. Dafür bekommen die neuen Mieter aber frisch sanierte Wohnungen, sagt Olaf Glowatzki. Seit etwa einem Jahr erneuert die HWB leerstehende Räume, rund 20 Wohnungen sind schon fertig. Die Sanierungen sollen nach und nach weitergehen, wenn Leute ausziehen.

Von Marco Paetzel

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