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Oberhavel Arne Jansen – Musik von zart bis hart
Lokales Oberhavel Arne Jansen – Musik von zart bis hart
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13:58 22.02.2018
Arne Jansen Trio live im "Weissen Hirsch" in Borgsdorf. Quelle: Helge Treichel
Borgsdorf

Jazz-Gitarrist Arne Jansen hat internationale Bühnenerfahrung, aber in seinem neuen „Zuhause“ hatte er noch nie gespielt – bis Sonnabend. An diesem Abend stand der gebürtige Kieler im „Weissen Hirsch“ in Borgsdorf auf der Bühne – natürlich zusammen mit seinen Musikerkollegen Robert Lucaciu am Bass und Eric Schaefer am Schlagzeug. Zusammen bilden sie das Arne Jansen Trio. Und alle drei sind ECHO-Preisträger, wie ein sympathisch moderierender Oliver Jirka berichtete. Der Hohen Neuendorfer engagiert sich seit einigen Monaten für den Kulturkreis Hohen Neuendorf, in dem sich eine Jazz-Arbeitsgruppe gebildet hat. Und das Borgsdorfer Konzert gehört zu den ersten Arbeitsergebnissen dieser AG.

Rund 200 Gäste füllten den mit einer sehr guten Akustik ausgestatteten Saal, als das Trio zur Tagesschauzeit loslegte. Und das Feuerwerk, das sie auf der Bühne abbrannten, war atemberaubend dynamisch und zugleich unglaublich gefühlvoll: Die ganz leisen Melodien beherrschen die drei Musiker ebenso wie brachiale, ungehemmte, mitreißende, zum Teil rockige Ausbrüche. Ob zart oder hart, immer gab es Zwischenapplaus für die Soloeinlagen – ob von Gitarre, Bass oder Schlagzeug. Ein Wechselspiel der Emotionen.

Robert Lucaciu in Aktion. Quelle: Helge Treichel

Umso interessanter die Geschichten hinter den von Jansen komponierten Stücken, die der 42-Jährige bereitwillig mitlieferte und deren Nachhall der Zuhörer unwillkürlich in der Musik aufzuspüren suchte. Häufig ist die Musik von Künstlern oder Denkern inspiriert, oft ausgelöst durch Begegnungen oder Zufälle während der Konzertreisen. In „Last Summer“, dem zweiten Titel des Abends, spielte zum Beispiel der Autor Hermann Hesse und der schweizerische Kanton Tessin eine zentrale Rolle. Die usbekische Stadt Samarkand und ihr Astronom Ulug Beg, der dort eines der ältesten Himmelsobservatorien aufbaute, bildet den emotionalen Rohstoff für die Stücke „It’s Always Night“ und „He Who Counts the Stars“. Da findet der Zuhörer nicht nur arabische und klassische Anklänge, sondern auch exotische Klangeffekte: Der gestrichene Bass wird zur Klarinette oder Oboe, die Gitarre tarnt sich als – Xylophon?! Und akustischer Jazz erhält eine Anmutung von elektronischer Ambient-Musik. Atmosphärisch ist das sehr beeindruckend. Das gilt auch für „On The Shore“, einem Sehnsuchtsstück über Strandspaziergänge an der Kieler Förde.

Die Wandelbarkeit der Gitarre wird ebenso deutlich beim Titel „Setting Forth“. Hier scheint der Zuhörer zeitweise ein 12-saitiges Akustik-Instrument zu vernehmen.

Eine weitere musikalisch prägende Persönlichkeit: der spanische Hofmaler Francisco de Goya. Ein Museumsbesuch in Madrid gab die Initialzündung, sich mit seinem Leben und Werk zu befassen. Der Titel „Still Learning“ ist ihm ebenso gewidmet wie das Doppelstück „The Great He-Goat & Pilgrimage“, das sich auf zwei Bildern in den Privaträumen von Goya bezieht – die Teufelsanbetung und die Pilgerreise. Hier wird irrationaler Fanatismus thematisiert und Jazz zu elektrischem Rock.

Auch er mal hart, mal zart: Eric Schaefer. Quelle: Helge Treichel

Und auch dem eigenen Großvater und seinem speziellen Humor setzte Arne Jansen ein musikalisches Denkmal: „Neither Powder nor Plaster“.

Arne Jansen , der mit seiner Familie in Hohen Neuendorf wohnt, ist nun auch musikalisch in der Stadt angekommen. Als nächsten Höhepunkt plant der Kulturkreis ein Konzert mit Haymo Doerk & Friends im Landgasthaus Weisser Hirsch, am 9. Juni. Vorgeschaltet ist eine CD- und Plattentauschbörse. Bereits am 3. März spielt die Seses Creole Opera Jazzband im Hotel Am Lunik Park.

Arne Jansen in Borgsdorf. Quelle: Helge Treichel

Von Helge Treichel

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