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Oberhavel Artroom mit vielen Metamorphosen
Lokales Oberhavel Artroom mit vielen Metamorphosen
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00:28 28.03.2018
Die Künstlerin Nicole Henze aus Oranienburg mit einer Mutterzelle – da, wo das Leben entspringt. Quelle: Robert Roeske
Oranienburg

Ein Ei, oben kaputt. Irgendwas passiert da. Aber was – das weiß noch keiner. Das kann sich jeder selbst überlegen, wenn er das Bild anschaut, auf dem das Ei zu sehen ist. Es handelt sich um eine Metamorhose mit ungewissem Ausgang.

Andrang bei der Vernissage. Quelle: Robert Roeske

Mit einer Vernissage ist am Sonnabendvormittag im Oranienburger Oranienwerk die fünfte Artroom-Ausstellung eröffnet worden. Thema ist eben jene Metamorhose. 38 Künstler aus Oberhavel, Nord-Berlin und Neuruppin sind daran beteiligt. „Eine gewisse Vielfalt wollen wir abbilden“, sagte Christiane Grintzewitsch, die Vorsitzende des Vereins Kunstraum Oranienwerk. Der Titel für die Schau sei schon im vergangenen Jahr abgesprochen worden. „Etliche von unseren Mitgliedern malen ja auch themenbezogen.“ So sei dann viel Zeit zum Nachdenken und Arbeiten, wenn der Titel früh feststehe. Bis zu drei Bilder könne jeder Künstler einreichen, ein Galerieteam entscheidet über die Zulassung – wobei es fast nie vorkomme, dass etwas abgelehnt werde, so die Vereinschefin.

Vernissage zur Eröffnung. Rechts ein Werk von Reinhard Fialski. Quelle: Robert Roeske

„Die Ausstellung bereichert die Stadt“, sagte Oranienburgs Bürgermeister Alexander Laesicke (parteilos) zu Beginn. „Sie sind eine Tradition geworden.“ Die Metamorhose sei ein zentraler Anspruch der Kunst, sagte er hinsichtlich des Ausstellungsthemas. Die Landtagsabgeordnete Gerrit Große (Linke) bemerkte: „Hier hat Kunst Raum gefunden.“

Viktoria Beck-Staege. Quelle: Robert Roeske

Das Ei kurz vor der Metamorphose stammt übrigens von Viktoria Beck-Staege. Die gebürtige Grazerin lebt seit sechs Jahren in Oranienburg. „Man sieht ein Ei, bei dem etwas passiert“, sagte sie. „Was dann kommt, weiß man nicht.“ Vier Wochen hat sie dafür gebraucht – auch weil die verwendete Spachtelmasse immer wieder trocknen musste. Schon mit sechs Jahren drückte ihr einst die Oma den Pinsel in die Hand, später wurde sie Kunstlehrerin. „Ich mag es, etwas herstellen zu können, was anderen gefällt.“

Nicole Henke lebt seit zwölf Jahren in Oranienburg. Ihr Werk zeigt eine Mutterzelle, wie sie es ausdrückte. „Das ist eine Mischung aus Fotorealismus und abstrakt“, erzählte sie. Sie arbeitet im Bereich der Frauenheilkunde, und ihr Bild zeigt „wo das Leben entspringt, der Inbegriff des Lebens.“ Auch sie malt seit frühester Kindheit. „Das ist meine Leidenschaft, mit der ich aber nicht genug Geld verdiene.“

Kerstin Wüstenhöfer. Quelle: Robert Roeske

Kerstin Wüstenhöfer hat ihr Atelier in Oranienburg, lebt aber südlich von Berlin. Ihr Werk hat zwei Gesichter. Links ein menschliches, rechts das eines Adlers. „Ein Mischwesen“, sagte die Künstlerin. „Das ist die Ambivalenz von jemandem, der in sich ruht und sehr geduldig ist.“ Wenn er aber sehr gereizt werde, könne er oder sie den harten Schnabel ausfahren. „Gerechtigkeit ist ein großes Thema für mich“, erzählte Kerstin Wüstenhöfer. „Ich denke, dass Künstlern meistens irgendeine Form der Verletzung zugrunde liegt. Dass viele, die Kunst machen aus ihren biografischen Erfahrungen schöpfen.“ Es gebe natürlich auch die, denen es nur um die reine Schönheit gehe.

Marian Zaic stammt aus Kattowitz und lebt seit 1981 in Hohen Neuendorf. Sein Thema sind die Menschen. Er beschäftigt sich mit Computergrafiken. „Mitte der 90er war das alles noch sehr teuer, da habe ich es liegen gelassen“, erzählte er am Sonnabendvormittag. „Jetzt gibt es ja viele Möglichkeiten.“ Sein Bild zeigt einen nackten Frauenkörper mit einem katzenähnlichen Kopf. „Das sind Grafiken“, sagte der Künstler. „Der Kopf ist total neu entwickelt, aus verschiedenen Teilen.“ Er arbeitet viel mit Photoshop. Die Ausstellung mag er sehr: „Hier sieht man: Hier entsteht etwas.“

Marian Zaic. Quelle: Robert Roeske

Noch bis zum 15. April sind die Werke im Oranienwerk in der Kremmener Straße 43 in Oranienburg zu sehen: immer dienstags, donnerstags und am Wochenende von 14 bis 18 Uhr.

Von Robert Tiesler

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