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Asylheim in Zehdenick fast ausgelastet

Kurzfristige Zuweisung Asylheim in Zehdenick fast ausgelastet

Die Zahl der Asylbewerber in Zehdenick hat sich innerhalb weniger Tage mehr als verdoppelt. 60 Flüchtlinge wurden in der Gemeinschaftsunterkunft am OSZ untergebracht. Damit ist die Kapazitätsgrenze der Einrichtung fast erreicht. Weitere Flüchtlinge müssen untergebracht werden.

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Innerhalb weniger Tage sind im Wohnheim am Oberstufenzentrum weitere 60 Asylbewerber untergebracht worden. Die Gewo stellt weitere fünf Wohnungen für die dezentrale Unterbringung zur Verfügung.
 

Quelle: Cindy Lüderitz

Zehdenick.  Die Stadt Zehdenick steht vor der nächsten großen Herausforderung: innerhalb weniger Tage hat sich die Zahl der Asylbewerber in der Havelstadt von 46 auf 106 mehr als verdoppelt. 60 Flüchtlinge wurden kurzfristig zum Monatsende im Wohnheim am Wesendorfer Weg untergebracht. Dort leben aktuell 84 Menschen. 103 Plätze bietet das Objekt. Wann die Unterkunft voll ausgelastet wird, steht noch nicht fest, sagte Kreissprecher Ronny Wappler am Mittwoch. Die kurzfristige Zuweisung an die Stadt Zehdenick sei dem immensen Zustrom von Asylbewerbern geschuldet. Wie berichtet, muss der Landkreis in diesem Jahr deutlich mehr Flüchtlinge aufnehmen als geplant. Ob das OSZ angesichts der weiter steigenden Zahlen die ursprünglich geplante „Notlösung“ bleiben wird, ist unklar.

 Die Formalien sind inzwischen erledigt: die neuen Flüchtlinge haben sich geschlossen im Einwohnermeldeamt der Stadt angemeldet. „Das war ein ziemlicher Ansturm“, sagte Bürgermeister Arno Dahlenburg am Mittwoch. „Die letzte Zuweisung war leider sehr kurzfristig, aber angesichts der Gesamtkapazitäten wissen wir auch, dass es nicht anders geht.“ Gemeinsam mit Partnern will die Stadt am Donnerstag einen Termin für den nächsten runden Tisch abstimmen und über weitere Angebote für die Flüchtlinge beraten. „Die Situation im Haus ist jetzt eine andere. Wir müssen schnell handeln“, sagte Pfarrer Andreas Domke. Die bislang kleine Gruppe von 25 Menschen zu erreichen, sei deutlich einfacher gewesen. Mit mehr als 80 Menschen verschiedener Nationalitäten unter einem Dach bedürfe es jetzt neuer Ideen. Gemeinsam mit der Gewo sei nach Gesprächen mit dem Landkreis der Bezug weiterer fünf Wohnungen in der Havelstadt vereinbart worden. 22 Asylbewerber sind bislang dezentral untergebracht. „Diesen Grundsatz wollen wir nicht aus den Augen verlieren“, so Dahlenburg. In den städtischen Kitas und Schulen sind bislang noch keine Kinder von Flüchtlingsfamilien angemeldet, wohl aber in den Einrichtungen der Lebenshilfe. Sieben Kinder werden dort betreut. Unter den Neuankömmlingen seien zudem zwei schulpflichtige Kinder, die aber erst nach den Sommerferien in die Schule müssen.

Lieber dezentral

Seit März dieses Jahres wird das Wohnheim I am Oberstufenzentrum in Zehdenick als Gemeinschaftsunterkunft genutzt. 25 Asylbewerber wurden dort im Frühjahr aufgenommen.

Die übrigen der insgesamt 103 Plätze sollten nach Angaben des Landkreises bis Ende Juni belegt werden. Aktuell leben 84 Menschen unterschiedlichster Nationen in dem Heim. Wann die nächste Zuweisung erfolgt sei laut Kreissprecher noch unklar.

Die Stadt Zehdenick favorisiert nach wie vor die dezentrale Unterbringung, betonte Bürgermeister Arno Dahlenburg. Die Wohnungsbaugesellschaft Gewo werde deshalb fünf weitere Wohnungen zur Verfügung stellen.

Anders als in Gransee, wo sich die Willkommens-Initiative um die Integration der Flüchtlinge bemüht, koordiniert in Zehdenick bislang die Stadt die Aktivitäten. Kirche, Sportvereine, Mehrgenerationenhaus sowie die Schulen unterstützen die Kommune dabei. „Die Integration ist Aufgabe aller“, betonte der Bürgermeister.

Am OSZ funktioniert die multikulturelle Nachbarschaft bislang gut, von einem übereilten Heiratsantrag abgesehen. „Wir bekommen wenig mit“, sagte eine Pädagogin am Mittwoch. Heiko, Zwölftklässler und Anwohner des Wesendorfer Weges sieht das Miteinander unproblematisch. „Wenn sie abends Fußball spielen oder draußen telefonieren, wird es mal etwas lauter“, sagt er. „Auf der Straße grüßen sie freundlich“, erzählt Lucas. Auch er wohnt in der Straße. Der eine oder andere Anwohner habe wohl Vorbehalte, und mancher wolle sein Hoftor jetzt abschließen, aber insgesamt funktioniere das Nebeneinander. Auch wenn hin und wieder mal was schiefgeht: wie der Antrag, den ein Asylbewerber einer Nachbarin schon nach fünf Tagen machte.

Von Cindy Lüderitz

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