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Oberhavel Attentat, Lokale und Modellbahnbau
Lokales Oberhavel Attentat, Lokale und Modellbahnbau
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21:41 09.08.2016
Volker Döring und Elke Ahrens (Redaktion) und Autor Matthias Salchow mit dem Kalender (v l.) Quelle: Helge Treichel
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Hohen Neuendorf

Die Geschichte der Stadt ist eine reiche Quelle an Geschichten. Das beweist einmal mehr der neue Stadtkalender für das Jahr 2017, der in Zusammenarbeit von Mitgliedern des Vereins Heimatfreunde und der Hohen Neuendorfer Firma Bildart entstand. Es handelt sich um die mittlerweile 13. Ausgabe unter dem Titel „Geschichte & Geschichten“. Neben den Stadtteilen Bergfelde, Borgsdorf, Hohen Neuendorf und Stolpe ist zum zweiten Mal aus Birkenwerder vertreten. Im Beitrag aus dem Machbarort erzählt Matthias Salchow übrigens die Geschichte des Clara-Zetkin-Hauses – und lässt auch einen beißwütigen Hund nicht unerwähnt.

Weitere sehr interessant bebilderte Themen sind ein Attentat auf Adolf Herrmann in Stolpe, Hohen Neuendorfer Bahntrassen, die den Dorfkern teilen, die Borgsdorfer Lichtspiele („Boli“), und eine Modelleisenbahnproduktion in Bergfelde. „Wir versuchen, die richtige Mischung hinzubekommen“, sagt Nora Döring von Bildart. Es solle nicht zu politisch sein, müsse Fotos geben und dürfe nicht nur um Lokale gehen. „Wir könnten einen Kalender nur über Kneipen machen“, sagt sie mit Blick auf das reichhaltige Materialangebot. In sofern handle es sich um ein Sammelsurium , das alle Stadtteile entsprechend ihrer Größe berücksichtigt, und für das jeder Ideen und Material beisteuern kann, ergänzt Volker Döring.

„Mal etwas ganz Anderes“ sei mit dem Dezemberblatt unter dem Titel „Zeitzeugnisse“ gemacht worden. Es zeigt Abbildungen von Zeichnungen und handschriftlichen Aufsätzen, die Klaus Meschkat in der sechsten bis achten Klassenstufe – also zwischen 1946 und 1948 – angefertigt beziehungsweise geschrieben hat. Die alten Schulhefte hatte der spätere Professor der Heimatfreundin und ehemaligen Lehrerin Ruth Kühn zur Verfügung gestellt. Die nachgedruckten Texte bestechen in ihrer Ausdrucksweise und sind ein Zeugnis der Geschichte, zum Beispiel um Freundschaft und den Winter geht. Der junge Autor schreibt über die schönen Seiten, aber auch über Brennstoff- und Bekleidungsknappheit sowie Stromsperren.

So sah die heutige Karl-Marx-Straße aus, bevor die Bahnstrecke und Bahnunterführung gebaut wurden. Quelle: Bildart

Selbst für Alteingesessene dürfte die Juli-Geschichte komplett neu sein: die über den VEB (K) Modelleisenbahn Bergfelde (MEB) in der Schillerstraße 47. Zugegebenermaßen währte dieses Kapitel nur von 1950 bis 1955. Es begann 1945 mit der kleinen Firma von Walter Gartenmeister, in der Geräte und Maschinen repariert wurden. Der Gerätebau fertigte 1947 hauptsächlich Drehkondensatoren und Druckschalter. Die Modelleisenbahnherstellung hatte 1953 etwa 25 Arbeitskräfte. Es war auch das Jahr, in dem der Werkleiter „wegen Unfähigkeit“ abgelöst wurde. Der Plan konnte im Folgejahr nur zu 21 Prozent erfüllt werden. Zeitweise war sogar die Produktion unterbrochen. Da diese als „volkswirtschaftlich unbedeutend“ angesehen wurde, kam es am 30. April 1955 zur Stilllegung.

Ein sehr gelungenes Foto des Kalenders zeigt Otto Scharfschwerdt mit seinen Brüdern beim Kartenspielen. Quasi als Bonus wird als 13. Geschichte über die Grenzübergangsstelle Stolpe berichtet. Die an sich sehenswerten Fotos wollten die Kalendermacher niemanden einen Monat lang zumuten.

Otto Scharfschwerdt, rechts als Matrose. Quelle: Privat/Bildart

Der Startschuss für den Verkauf wird beim Herbstfest gegeben, kündigte Vereinssprecher Matthias Salchow an. Am 10. und 11. September werde der Kalender, der in einer Auflage von 800 Stück gedruckt wurde, für zehn Euro am Stand der Heimatfreunde zu erwerben sein. Die ersten 60 sind allerdings bereits verkauft – an die Stadtverwaltung.

Von Helge Treichel

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