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Oberhavel Backen, essen, Stufen steigen – alles für den Kirchturm
Lokales Oberhavel Backen, essen, Stufen steigen – alles für den Kirchturm
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00:19 15.08.2018
Die Sanierung des Kirchturms in Falkenthal wird teuer. Der Förderverein sammelt Geld für den Eigenanteil und veranstaltet deshalb jährlich ein Turmfest. Quelle: Bert Wittke
Falkenthal

Peter Hanschmann dürfte am Sonntag mit einem gehörigen Muskelkater in den Beinen wach geworden sein. Der 69-jährige Falkenthaler hatte beim Turmfest am Vortag die Aufgabe übernommen, interessierte Besucher in die Kirchturmspitze hinaufzuführen.

Martina Eckert und Peter Hanschmann ganz oben in der Kirchturmspitze. Quelle: Bert Wittke

84 steile Stufen beziehungsweise Leitersprossen galt es dabei zu überwinden. 35 Meter hinauf. Immer und immer wieder. Reife Leistung. Belohnt wurde er von den begeisterten Gesichtern seiner Mitkletterer. Darunter auch Martina Eckert. Sie wohnt seit 2003 in Falkenthal und hatte ihren Ort zuvor noch nie aus einer solchen Perspektive gesehn. „Es hat sich gelohnt, hier rauf zu kraxeln“, sagte sie hinterher. Zumal sie in dieser Kirche geheiratet hat.

Wer den Weg in die Spitze des Gotteshauses nicht scheute, dem wurde schnell klar, warum der Turm dringend saniert werden muss. Das Fachwerk bröckelt an allen Ecken und Enden. Manchmal so sehr, dass Löcher entstanden sind, durch die der Wind pfeift. Und das Holz hat auch arg gelitten. Wen wundert’s. Schon 1703, als das Gotteshaus seinen Turmaufsatz erhielt, beherrschten Kiefernwälder die Umgebung. Folglich wurde auch mit diesem Holz, das nicht zu den widerstandsfähigsten zählt, gebaut.

Der Förderverein sammelt Geld, um gemeinsam mit der Kirchengemeinde den Eigenanteil für die Sanierung des Kirchturms aufbringen zu können. Quelle: Bert Wittke

Für einen neuen Kirchturm wird inzwischen mit Kosten in Höhe von einer halben Millionen Euro gerechnet. Der Eigenanteil, den die Kommune und die Kirchengemeinde aufbringen müssen, dürfte bei etwa zehn Prozent liegen. Aus diesem Grund hat der Förderverein Dorfkirche Falkenthal ein Turmfest ins Leben gerufen, das am Sonnabend seine sechste Auflage erlebte. Gelder, die bei diesen Festen eingenommen werden, dieses Mal waren es genau 1982,25 Euro, wandern in ein großes Sparschwein. So auch die Einnahmen des großen Kuchenwettbewerbs beim 6. Turmfest. 35 Kuchen und Torten waren dieses Mal für den guten Zweck gebacken worden. Die fünf besten wurden von einer Jury prämiert. Zur Gewinnerin wurde die Birnen-Schmand-Torte von Iris Grützmacher gekürt.

Der Vorsitzende des Fördervereins Wolfgang Reimann (hinten links) und Ortsvorsteher Karsten Kiesewetter (rechts daneben) zeichneten die Gewinnerinnen des Kuchenwettbewerbs aus. Quelle: Bert Wittke

Gewonnen haben am Ende alle: Vor allem jedoch der Kirchturm, den die Gäste spendeten für all die angebotenen Leckerbissen reichlich. Darüber freute sich denn auch Peter Hanschmann, der sich nicht nur für den Kirchturm engagiert. „Die Kirche hatte mal vier Bronzeglocken“, sagt er. Zwei, so meint er, könnten erhalten gebleiben sein. Die Spur führe in die Eifel. Mal sehen, vielleicht gibt es beim 7. Turmfest diesbezüglich Neuigkeiten zu berichten

Von Bert Wittke

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