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Auf Werbetour über die Havel

Oranienburg Auf Werbetour über die Havel

Im Wassertourismuskonzept des Bundes ist das Land Brandenburg als eines der bedeutendsten Wasserreviere Deutschlands ausgewiesen. Damit steigen die Chancen für den Neubau der Friedenthaler Schleuse. Nach einer Bootstour mit Björn Lüttmann (MdL) weiß nun auch Staatssekretär Thomas Kralinski ganz genau, wofür er sich beim Bund stark machen soll.

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Björn Lüttmann (l.) und Eckard Nuß (r.) erklären Thomas Kralinski, welche touritischen Effekte der Schleusenneubau hätte.

Quelle: Fotos: Andrea Kathert

Oranienburg. Seit 2008 begleitet Björn Lüttmann schon das Pilotprojekt „Wassertourismus Initiative Nordbrandenburg“, kurz WIN genannt. Damals war noch nicht daran zu denken, dass er sich selbst einmal im Landtag von Brandenburg für diese Projekte stark machen würde. Um so mehr freut es ihn, dass nun auch der Bund in seinem neu vorgelegten Wassertourismuskonzept das Land Brandenburg vorrangig bedacht hat. Damit sehen die Chancen für den Neubau der Schleuse in Friedenthal gut aus. „Jetzt haben wir eine Grundlage, um den Bund in die Pflicht zu nehmen“, sagt Lüttmann. „Das werden wir auch mit Nachdruck tun. So nah waren wir noch nie dran.“

Und damit das, was bisher nur auf dem Papier steht, auch ein Gesicht bekommt, hat der SPD-Landtagsabgeordnete zu seiner Sommertour den Staatssekretär Thomas Kralinski eingeladen. Der ist Bevollmächtigter des Landes Brandenburg beim Bund und sollte wissen, wovon er bei diesem Thema redet. Am Mittwoch zeigte ihm Lüttmann hautnah vor Ort, was diese neue Schleuse für den Wassertourismus bedeuten kann.

Vom Wassersportclub „Möwe“ aus stechen die beiden Politiker in See, oder besser auf die Havel. Der Vereinsvorsitzende von „Möwe“, Eckard Nuß, begleitet sie und hat sich bestens vorbereitet.

Die Friedenthaler Schleuse könnte das Sackgassen-Dasein der Oranienburger Havel beenden. Denn vor dem Zweiten Weltkrieg bildete die Schleuse die Verbindung der Havel zum Ruppiner Kanal und damit direkt in eines der schönsten Wassersportgebiete nördlich von Berlin. Da diese Verbindung aber gekappt ist, müssen die Wassersportler auf ihrem Weg in den Norden entweder die Pinnower Schleuse benutzen, wobei ihnen auf dieser Strecke eine Stippvisite im Oranienburger Schlosshafen entgeht. Oder sie wählen den Weg über die Oder-Havel-Wasserstraße. Dann müssen sie sich allerdings an der Lehnitzschleuse auf lange Wartezeiten einstellen. „Zwei bis drei Stunden sind dort ganz normal“, sagt Eckard Nuß. Er hat aber auch schon von Wassersportlern gehört, die fünf, sechs Stunden vor der Schleuse lagen.

Sehr idyllisch zeigt sich die Havel in Richtung Norden

Sehr idyllisch zeigt sich die Havel in Richtung Norden.

Quelle: Kathert

Wie es schöner und relaxter laufen kann, erfährt Thomas Kralinski bei der Tour. Es geht vorbei am Schloss Oranienburg und dem gut belegten Schlosshafen. Die Havel ist breit und an dieser Stelle 1,70 Meter tief, die Uferbereiche sind gut gepflegt. Ab und an liegen kleinere Boote an den Stegen. Eine idyllische Fahrt. Und dank Käpt’n Max, der sein schwedisches Tuckerboot mit Benzinmotor zur Verfügung gestellt hat, kann man sich gut auf dem Wasser unterhalten.

Nach kurzer Zeit kommt der alte Kaiserhafen in Sicht, wo früher eine Alubaufabrik angesiedelt war. Inzwischen haben die Seerosen das Hafenbecken erobert. Doch die alte Kaimauer ist noch gut zu erkennen. Björn Lüttmann sieht sofort touristisches Entwicklungspotenzial in dem alten Hafen. Aber erst mal geht’s weiter.

Der Gittersteg gehört zur alten Bootsschleppe, die Kanuten und Ruderer benutzten

Der Gittersteg gehört zur alten Bootsschleppe, die Kanuten und Ruderer benutzten.

Quelle: Kathert

„Hier wird es sehr flach“, zeigt Eckard Nuß auf eine Stelle im Wasser, wo eine Bank steht. Man kann die Sandbank wenige Zentimeter unter der Wasseroberfläche deutlich erkennen. „Diese Stelle müsste man natürlich ausbaggern“, meint Nuß. Und dann ist die Fahrt auch schon vorbei. Nach etwa zwei Kilometern. Das Boot legt an einem langgezogen Gittersteg an, der zu einer Bootsschleppe gehörte. Die Gleise, auf der eine Lore rollte, sind vom Unkraut zugewachsen. Wenige Meter durchs Gestrüpp und schon stehen die drei Männer an der ehemaligen Friedenthaler Schleuse, von deren Toren nur noch Fundamentreste zu sehen sind. Wäre die zugeschüttete Schleusenkammer nicht so zugewuchert, könnte man den Ruppiner Kanal schon sehen.

Das sind die Fundamentreste der alten Friedenthaler Schleuse

Das sind die Fundamentreste der alten Friedenthaler Schleuse.

Quelle: Kathert

„Das ist wirklich mit Händen zu greifen, dass hier eine Lücke ist“, sagt Kralinski. Jetzt hat er einen Eindruck, wie es an diesem Wasserkreuz einmal aussehen könnte. Und Brandenburg mache sich als Wassersportland langsam einen Namen. „Wir reden hier über etwas, was mehrere Generationen nutzen sollen“, meint der Staatssekretär. „Das wäre schon gut angelegtes Geld“, ist er nach diesem Ausflug überzeugt.

Die Weichen sind gestellt

Das Wassertourismuskonzept des Bundes (Stand: Mai 2016) weist Brandenburg als eines der bedeutendsten Wasserreviere Deutschlands aus.

Für den Neubau der Schleuse Frieden­thal gibt es seit Oktober 2015 einen Haushaltsvermerk des Bundes.

Die Finanzierung des Projektes könnten übernehmen: 50 Prozent der Bund, 40 Prozent das Land und zehn Prozent die Stadt Oranienburg.

Die Stadt Oranienburg hat das Gelände um die ehemalige Schleuse Friedenthal bereits käuflich erworben für einen symbolischen Preis.

Im Haushalt der Stadt sind für 2018/19 Mittel für den Schleusenneubau eingestellt.

Von Andrea Kathert

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