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Oberhavel Auf dem Weg zu den Sternen
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00:45 12.03.2018
Seit 2012 organisiert Vincent Krawczyk auch in der Jean-Clermont-Schule in Sachsenhausen den Kochwettbewerb „Faircooking“. Quelle: Enrico Kugler
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Sachsenhausen

Sein erstes selbst gekochtes Gericht war Nudeln mit Tomatensoße. „So richtig mit Tomaten und Mehlschwitze“. Das isst Vincent Krawczyk bis heute am allerliebsten und findet: „Die einfachen Sachen sind doch die Besten“. Obwohl er längst weiß und gelernt hat, wie man den Gaumen so richtig verwöhnt.

Der 26-Jährige hat sich auf den Weg gemacht, ein Sternekoch zu werden. Sein Traumjob seit dem achten Lebensjahr, „als mich viele belächelt haben“. Und Vincent Krawczyk ist einer, der sich durchbeißt.

 Geboren in Spandau, lebte er mit der Mutter ab dem 3. Lebensjahr in Velten. Als die Leegebrucher Schule geschlossen wurde, wechselte er an die Albert-Schweitzer-Schule in Hennigsdorf. Dort habe er sich aber nicht wohlgefühlt. Er entschied sich für die Jean-Clermont-Oberschule in Sachsenhausen. Nur für ein Jahr, aber dort platzte der Knoten.

„Ich war wohl früher nicht der beste Schüler“, räumt er ein. Lernen fand er nicht spannend. Eine Lehrerin in Leegebruch habe ihm sogar prophezeit, er „tauge nur als Straßenkehrer“. Das wurmt ihn bis heute. Nach dem Abschluss an der Clermontschule wechselte Vincent Krawczyk an die Berufsschule. Mit einem Durchschnitt von 1,8 war er Zweitbester nach dreijähriger Ausbildung am OSZ in Zehdenick. Da war er 19, inzwischen ist er schon sieben Jahre im Beruf als Koch.

 Seine Ausbildung absolvierte er auf Schloss und Gut Liebenberg, erste Station im Job: das „Juliette“ in Potsdam. Bei Carsten Rettschlag musste viel mit der Hand und wenig Küchentechnik gearbeitet werden. Eine harte, aber gute Schule, findet er heute, „es ist gut, zu wissen, wie es geht.“ Jeden Morgen um 8 Uhr los, von Hellersdorf nach Potsdam –  um 1 Uhr morgens heim. Das war ihm auf Dauer zu weit. Und ans Geld ging es auch.

Er arbeitete im „Volt“ in Berlin, im „Der Butt“ in Warnemünde, „Frühsammers“ in Berlin, und seit zwei Jahren im „Intercontinental“ am Kurfürstendamm. Inzwischen hat er mit seiner Freundin, die gerade ihren Master in Business und Organisation absolviert, ein vier Monate altes Söhnchen.

Bei vielen Sterneköchen hat er mitgearbeitet, „habe gelernt, mich aufs Hauptprodukt zu fokussieren“, so Krawczyk. Die Optik sei wichtig, der Geschmack aber noch viel mehr. Inzwischen hat er auch das Kreieren von Pralinen für sich entdeckt.

 Der 26-Jährige ist bis heute seiner Jean-Clermont-Schule verbunden. Dort, wo er im Hauswirtschaftsunterricht wohl das kleine Einmaleins der Küche erfahren hat. Dort organisiert er seit 2012 den Kochwettbewerb „Faircooking“, der interessierte Schüler und Gastronomen zusammenbringt. Und an dem nehmen inzwischen acht Schulen in ganz Oberhavel  teil. Der Erfolg gibt Vincent Krawczyk recht, der die Kochwettbewerbe ehrenamtlich, an seinem freien Montag organisiert: 25 Prozent der Schüler, die dabei waren, beginnen mit einer Kochausbildung. Und bleiben dabei. Sie wissen, was sie erwartet. Inzwischen darf er auch selbst ausbilden. Vermutlich ist er ein strenger Chef: „Für eine schmuddelige Küche habe ich absolut kein Verständnis, da kann ich richtig grantig werden“, sagt er und räumt in der Schulküche gleich mal einiges beiseite. 

 Sein großes Ziel: „Erster Sternekoch in Oberhavel“. Das schaffe man allerdings nur mit Sponsoren, um ein Maß an finanzieller Freiheit zu bekommen. „Ich lebe für meinen Beruf, gebe immer 100 Prozent.“ Sein Vorbild ist Peter Maria Schnurr, der im „Falco“ über den Dächern von Leipzig Gaumengenüsse kreiert, „da möchte ich hin. Auch ein eigenes Restaurant wäre schön.“ Das steht alles noch in den Sternen. Aber man wird ja träumen dürfen.

Am letzten Sonntag gab es bei ihm zu Hause Kabeljau mit Speck, Gemüseragout und Reis. Manchmal hat auch ein Koch keine Lust, in der Küche zu stehen, „dann bestellen wir Chinesisch“.

Von Heike Bergt

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