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Oberhavel Auf den Brettern, die die Welt bedeuten
Lokales Oberhavel Auf den Brettern, die die Welt bedeuten
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10:30 22.02.2018
2017 sang die Mezzosopranistin in der Operette „Die lustige Witwe“ in der Opera Bastille in Paris. Quelle: privat
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Summt

Egal ob Deutsche Oper Berlin, Salzburger Festspiele, Bayrische Staatsoper in München, Bolschoitheater in Moskau, Nationaltheater in Prag oder das Royal Opera House Covent Garden in London, auf all diesen Brettern, die die Welt bedeuten, hat die Mezzosopranistin Yvonne Wiedstruck aus Summt bereits gestanden. Sie ist wohl die berühmteste Opernsängerin mit Brandenburger Wurzeln, auch wenn sie in Oberhavel unter dem Namen Yvonne Weidenstrauch in Summt lebt und als Chorleiterin des Kammerchores „Lindenbaum“ und als Gründerin des Deutschen Lied-Theaters Lindenbaum bekannt ist.

Im Mühlenbecker Land leitet Wiedstruck den Kammerchor „Lindenbaum“. Quelle: Reinhard Musold

Geboren wurde Wiedstruck in Potsdam. Wann, das ist ihr Geheimnis. Ihr Großvater war Solohornist im Rundfunk Sinfonieorchester in Berlin und mit ihrer Mutter sang sie schon als Kind zweistimmig. In der Musikschule lernte sie Querflöte. „Ein schönes Instrument, aber man kann dazu nicht singen“, verrät Wiedstruck mit dem für sie typischen mitreißenden Lachen. Und da die Leidenschaft fürs Singen größer war, begann sie Gitarre und auch Klavier zu lernen. Bevor sie jedoch ihre Sängerinnenkarriere begann, legte sie ihr Abitur parallel mit einer Ausbildung zur Zootechnikerin ab.

Opernsängerin Yvonne Wiedstruck als Octavian im „Rosenkavalier“ im Royal Opera House Covent Garden in London. Quelle: privat

„Aber macht mich das wirklich glücklich“, fragte sich die Vollblutmusikerin und nutzte die Chance, nach der Schule für den Chor des Stadttheaters Brandenburg vorzusingen. Der Chordirektor erkannte ihr Talent und engagierte sie. „Das war es, ich fühlte mich pudelwohl, als Chorelevin direkt auf der Bühne zustehen“, erinnert sich die Sängerin. Parallel absolvierte sie im Fernstudium an der Hanns-Eisler-Musikhochschule in Berlin eine Ausbildung zur Chorsängerin. Aber nach einem Jahr war klar, dass sie eine Solistenkarriere einschlagen sollte. Sie wechselte zum Vollzeitstudium. „Ich ging mit einem weinenden Auge, denn ich habe immer gern mit anderen zusammen musiziert.“

Mit Kammersänger Gunther Emmerlich drehte Yvonne Wiedstruck mehrere Fernsehsendungen. Quelle: privat

Doch schon während ihrer Studienzeit bekam sie als Brautjunge im Freischütz und als Edelknabe im Lohengrin erste Engagements an der Berliner Staatsoper. Bis jetzt gerät sie ins Schwärmen, wenn sie an die Zusammenarbeit mit Orchestern, an die Kostüme und an die Atmosphäre auf den Opernbühnen denkt. Heute aber bringt sie ihren Schülern das bei, was sie selbst auf den Bühnen erlebt und gelernt hat. Und wählt ihre eigenen Rollen so aus, dass sie nicht mit ihrer Lehrtätigkeit kollidieren.

Bei Kammersängerin Christa Ludwig (l.) belegte Wiedstruck Gesangskurse. Quelle: privat

Nach dem Studium aber ging Wiedstruck 1988 ans Landestheater Altenburg. Bekam dort die Möglichkeit viele Titelpartien zu singen wie Rusalka von Dvorak, den Hänsel in „Hänsel und Gretel“ oder die Sylva in der „Maske in Blau“. Mit Gunther Emmerlich drehte sie die Sendung „Schowkolade“, bevor sie unter dem Motto „die brauchen wir“ von Harry Kupfer an die Komische Oper Berlin geholt wurde, wo sie sechs Jahre zum Ensemble gehörte. „Ich habe nur tolle Erinnerungen. Es waren großartige Inszenierungen.“

Wiedstruck als Donna Elvira in Mozarts „Don Giovanni“ an der Deutschen Oper Berlin. Quelle: privat

Auf Gastspielreisen ging es in die ganze Welt, bis sie vom großen Götz Friedrich an die Deutsche Oper Berlin abgeworben wurde, wo sie bis 2005 fest engagiert war. Die Rolle des Octavian in Richard Strauss „Rosenkavalier“ öffnete ihr dabei die Türen, war ihr Schlüssel zum Erfolg. In verschiedensten Inszenierungen tourte sie mit dem Stück um die Welt. Wurde für ihre Interpretationen gefeiert. „Ich habe die Rolle sehr geliebt. Es ist großartige Musik.“ Yvonne Wiedstruck machte sich weltweit einen Namen, wenn es galt, Partien von Mozart, Wagner oder Strauss in Originalsprache zu singen. Aber auch Liederabende standen stets auf ihrem Kalender.

Den Dirigenten Ricardo Muti traf die Mezzosopranistin an der mailänder Scala. Quelle: privat

2002 klingelte das Telefon, und man bat die Summterin zum Vorsingen nach Bayreuth. Sie habe großes Herzklopfen gehabt, erinnert sich die Sängerin. Aber die Bühne im Festspielhaus sei traumhaft, weil sie die Sänger verstärke. „Bayreuth ist das Mekka jedes deutschen Sängers. Das Geld gibt es woanders, hier singt man für die Ehre.“ Sie stand in Wagners Rheingold ebenso auf der Bühne, wie in der Götterdämmerung. „In der Oper bleibt der Alltag draußen, es ist wie ein anderes Leben, eine eigene Welt.“ Der Auftritt in der Mailänder Scala, wo sie unter Ricardo Muti im Rheingold sang, hat aber einen besonderen Platz in ihrem Herzen. „Es war ein Meilenstein. Man spürte dort noch den Atem von Maria Callas.“ Sie habe viel vom Leben bekommen, mehr als am Anfang gedacht. „Ich wollte vor allem Musik machen, aber dann kam der Ehrgeiz.“ Mit Erfolg.

Von Ulrike Gawande

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