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Auf der Jagd nach Rasern

Oberhavel Auf der Jagd nach Rasern

Auch in Oberhavel fuhren einige Autofahrer gestern in Radarkontrollen der Polizei, es war der 5. Blitzmarathon im Land Brandenburg. Allerdings hielt sich die Zahl der Verkehrssünder arg in Grenzen, immerhin wurde in den vergangenen Tagen viel über den Aktionstag informiert. Da nahmen viele Fahrer extra den Fuß vom Pedal.

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Der Vehlefanzer Revierpolizist Ralf Neumann (l.) war gestern morgen mit zwei Kollegen in Vehlefanz, in Oranienburg wurden Radler kontrolliert (kleines Foto).

Quelle: Fotos: Enrico Kugler

Vehlefanz/Oranienburg. Und dann blitzt es wieder. Revierpolizist Ralf Neumann hebt die rot-weiße Kelle und winkt einen Transporter in eine Nebenstraße. 44 Stundenkilometer ist das Auto in der 30er-Zone am Vehlefanzer Ortseingang gefahren. Fahrer Andreas Haupt wirkt überrumpelt, kann aber noch lachen. „Die 25 Euro zahle ich doch gerne, immerhin hat ja unser Finanzminister Herr Schäuble eine Menge zu bezahlen“, so der Eichstädter.

Dass gestern 5. Blitzermarathon im ganzen Land Brandenburg war, das hatte er – als einer von wenigen – nicht mitbekommen. In Oberhavel blitzte es unter anderem auch in Schönermark vor der Kita, Menz auf der L15 oder Krewelin auf der L21. Fahrer Andreas Haupt war beruflich unterwegs und habe es zwischen all den Terminen einfach eilig gehabt. „Dass ich geblitzt werde, passiert mir schon so 6- bis 8-Mal im Jahr“, so Haupt. Er war einer von insgesamt 20 Fahrern, die gestern am Vehlefanzer Ortseingang angehalten wurden. Fünf Fahrer waren nicht angeschnallt, einer hatte eine zugefrorene Scheibe, ein anderer seine beiden Hunde in der Fahrerkabine nicht vorschriftsgemäß gesichert.

Der größte Teil der Erwischten war aber zu schnell, bis zu 49 Stundenkilometer fuhren die Sünder auf der 30er-Strecke. Für Revierpolizist Ralf Neumann war es dennoch eine mehr als unterdurchschnittliche Bilanz. An normalen Tagen winke er etwa das Zehnfache an Fahrzeugen aus dem Verkehr, sagt er Revierpolizist für Oberkrämer. Es sei ja über den Blitzer-Marathon in den Medien auf und ab berichtet worden. „Wichtig ist mir, dass die Zahlen von heute nicht in irgendeiner Statistik verwendet werden, weil sie überhaupt nicht repräsentativ sind“, so Neumann. Normalerweise steht er einmal in der Woche mit seiner Laserpistole in der Region, vor allem an acht Unfallschwerpunkten, acht Stunden kann das Geblitze dann schonmal dauern. „Die meisten Bürger sind uns auch dankbar dafür“, sagt Neumann.

Auch in der Oranienburger Innenstadt standen gestern morgen sechs Beamte, sie konzentrierten sich allerdings auf Fahrradfahrer. Eine der ersten Erwischten war Manja Heinze. Sie kam von der Schlossbrücke Richtung Innenstadt, fuhr aber auf der falschen Seite. Jeannette Schultze, Revierkoordinatorin in Oranienburg, nahm der jungen Frau dafür 20 Euro ab. Sie zeigte sich einsichtig. „Ich fahre normalerweise Auto, aber das musste ich heute morgen in die Werkstatt bringen.“ Sie habe auch nicht gewusst, dass man als Radfahrer immer auf der Seite fahren müsse, in die der Verkehr auch fließe. Diesen Fehler werde aber sie sicher nicht nochmal machen, so die junge Frau. Dann fuhr sie auf der anderen Straßenseite weiter. Insgesamt sieben Radler erwischten Polizistin Jeannette Schultze und ihre Kolleginnen gestern morgen, die meisten von ihnen fuhren auf der falschen Straßenseite. Das sei unter anderem gefährlich, weil Radler so zusammenstoßen und sich Kopfverletzungen zuziehen könnten.

Wenig war gestern auch auf der B 109 zwischen Falkenthal und Zehdenick los. Die Sensibilisierung vor der Aktion hatte offenbar gefruchtet, nur vier Geschwindigkeitsüberschreitungen mussten die Beamten in gut anderthalb Stunden ahnden.

Von Marco Paetzel

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