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Auf der Ortsdurchfahrt ist es gefährlich

Die Landesatraße 213 in Freienhagen Auf der Ortsdurchfahrt ist es gefährlich

Die Landesstraße L 213, die in diesem Sommer für 1,2 Millionen Euro saniert wird, führt genau durch Freienhagen. Nur die Ortsdurchfahrt ist bisher ausgebaut. Und deshalb besonders gefährlich für die Kinder, die morgens am Bus stehen oder die Straße überqueren. Tempo 30 ist nur eine Forderung, die die Freienhagener schon seit Jahren erheben.

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Bernd Keichel-Enders zeigt, wie wenig Autofahrer wegen der großen Bäume sehen können, wenn sie aus dem Thälmannweg auf die L 213 fahren wollen. Ein Spiegel gegenüber würde helfen.

Quelle: Robert Roeske

Freienhagen. Was die Freienhagener wohl sagen, dass in den Sommerferien die L 213 von Nassenheide bis Neuholland endlich ausgebaut wird? Der Zustand der Strecke ist wirklich miserabel. Ortsvorsteher Roland Simon glaubt: „Die meisten Bürger von Freienhagen werden den Ausbau begrüßen.“ Aber Simon ist nicht ganz euphorisch. Übrig bliebe nämlich der lange Wunsch, dass „wir endlich eine Art Verkehrsberuhigung im Ort bekommen.“ Was den Ortsvorsteher wirklich beunruhigt, sind die Szenen, die sich jeden Morgen an der Bushaltestelle abspielen, wenn die Kinder zur Schule fahren.

Die neu angelegten Bushaltestellen haben ein Hochbord, das bis zur Straße reicht. Und genau dort postieren sich natürlich die Kinder, wenn sie auf den Bus warten. „Wenigstens im Haltstellenbereich sollte 30 km/h gelten“, findet der Ortsvorsteher. Denn gerade große Lkw nutzen die L 213 als Mautausweichstrecke. Selbst wenn sich die Laster an die Geschwindigkeit von 50 km/h in der Ortslage halten, entwickeln sie beim Vorbeifahren einen mächtigen Luftzug. Dass davon ein Kind mitgerissen werden kann, ist nicht ganz abwegig.

Ein an der Bushaltestelle  vorbeifahrender Lkw entwickelt schon eine große Zugluft

Ein an der Bushaltestelle vorbeifahrender Lkw entwickelt schon eine große Zugluft. Die Schulkinder stehen oft genau an der Fahrbahnkante.

Quelle: Robert Roeske

Ortsvorsteher Roland Simon hat noch einen Tipp. Einer, der sich dieser Problematik in Freienhagen besonders angenommen hat, ist Bernd Keichel-Enders.

„Ich bin hier der Dorfstänkerer“, sagt Keichel-Enders von sich selbst. Er befasst sich schon seit langer Zeit mit Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung in Freienhagen. Eine Geschwindigkeitsreduzierung in der Dorfstraße auf 30 km/h, eine Querungshilfe oder ein Zebrastreifen sind aus seiner Sicht längst überfällig. Der Freienhagener beklagt, dass sich die verschiedenen Behörden die Zuständigkeiten immer gegenseitig zuschieben, weil es sich um eine Landestraße handelt. Deshalb hat der Freienhagener sogar schon den Klageweg beschritten.

Mit der Bitte um Unterstützung hat sich Keichel-Enders auch mehrfach an den Petitionsausschuss des Brandenburger Landtages gewendet. Vom Verkehrsministerium hat er die Antwort bekommen, es gäbe keine Möglichkeit der Verkehrsberuhigung. Ein Zebrastreifen sei immer abgelehnt worden wegen zu geringem Verkehrsaufkommen, schildert Keichel-Enders. Wenn die Kraftfahrer lange am Bahnübergang in Nassenheide warten müssten, würde sich anschließend niemand an die 70 km/h bis Freienhagen halten.

Dass nun die L 213 ausgebaut wird, kann er nur begrüßen. Schließlich mussten die Freienhagener wegen der Schlaglöcher jedes Jahr viel Geld investieren, um die Fahrwerke ihrer Autos instandzusetzen. „Für Ihren diesbezüglichen Einsatz ein deutliches Danke von uns Freienhagenern“, schrieb Keichel-Enders deshalb vor kurzem an den Petitionsausschuss. Und er formuliert gleich weiter: „Wenn allerdings nun für den Ausbau der L 213 schon so viel Steuergeld in die Hand genommen werden muss, bitten wir deshalb, die bekannten ’niedrigschwelligeren’ Forderungen der Freienhagener zu unterstützen.“ Die da wären: ein Überholverbot auf der Dorfstraße, ein Fußgängerüberweg an der Bushaltestelle und Tempo 30 km/h zumindest in den Nachtstunden. Und noch etwas: An der Ausfahrt Ernst-Thälmann-Weg auf die L 213 müsste ein Spiegel angebracht werden. „Man kann an dieser Stelle die Landesstraße überhaupt nicht einsehen“, sagt der Freienhagener. An den Petitionsausschuss appelliert er: „Es geht hier maximal um ein Dutzend Verkehrszeichen und ein paar Eimer Farbe.“

Die L 213 wird im Sommer ausgebaut

Die Fahrbahn der Landesstraße L 213 wird in diesem Sommer zwischen Nassenheide und dem ehemaligen Wasserwerk in Neuholland in drei Bauabschnitten saniert. Die Ortsdurchfahrt Freienhagen ist bereits ausgebaut.

Der erste Bauabschnitt zwischen Wasserwerk Neuholland und Ortseingang Freienhagen soll am 21. Juli starten und nach drei Wochen fertig sein.

Der zweite Bauabschnitt erstreckt sich vom Ortsausgang Freienhagen bis zum Bahnübergang in Nassenheide und soll voraussichtlich Ende August fertig gestellt sein.

Der dritte Bauabschnitt umfasst nur noch 300 Meter nach dem Bahnübergang in Richtung Ortsmitte von Nass­enheide. Dafür ist lediglich ein Wochenende an Bauzeit vorgesehen.

Die Kosten für den Ausbau der 7,5 Kilometer langen Strecke sind mit 1,2 Millionen Euro veranschlagt.

Von Andrea Kathert

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