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Oberhavel Auf der Wache zählt das Wir-Gefühl
Lokales Oberhavel Auf der Wache zählt das Wir-Gefühl
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02:16 02.03.2018
Stadtbrandmeister Frank „Charly“ Dobratz mit Florian Lederer von der Jugendwehr.
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Hennigsdorf

Und dann überreichte Mark Schüler, Chef des Fördervereins, seiner Wehr einen Plasmafernseher. Ganze 65 Zoll misst das gute Stück, dazu gab es noch eine neue Spielkonsole. Dafür hatte der Feuerwehrförderverein zusammengelegt, die Kameraden bei der Jahreshauptversammlung am vergangenen Donnerstag freuten sich. Allen voran Stadtbrandmeister Frank Dobratz. „Wir wollen die Gemeinschaft pflegen, und das trägt doch dazu bei“, sagt der 56-Jährige. Der Teamgeist steht bei der Hennigsdorfer Wehr über allem. Es gibt in der Wache eine Lounge mit Bar im ersten Stock, einen Fitnessraum, Tischtennis, Darts oder Kickertisch. Zudem wird auch mal eine gepflegte Runde Skat gekloppt. „Wenn wir in der Freizeit ein gutes Team sind, dann wirkt sich das auch bei den Einsätzen aus“, sagt Dobratz.

Und das ist bitter nötig. Im vergangenen Jahr musste die Wehr ganze 386-mal ausrücken – das waren 6550 Stunden im Einsatz. Etwa ein Drittel mehr als noch 2016. Wie alle Wehren im Kreis hatten auch die Hennigsdorfer mit den Stürmen und Starkregenfällen zu kämpfen. Keller waren vollgelaufen, Bäume umgestürzt, Straßen überflutet. Für Frank Dobratz, seit 1996 bei der Wehr dabei, ist das aber nichts großartig Neues. Es sei eben ein nasser Sommer gewesen, das Wasser konnte kaum abfließen. „Sowas hatten wir über die Jahre immer mal wieder, das nimmt nicht zu“, sagt der Stadtbrandmeister.

Gaffer gibt es auch in Hennigsdorf

Besorgniserregender findet er, dass die Wehr immer öfter zu Türnotöffnungen ausrücken muss. Das liege vor allem am demografischen Wandel, der zunehmenden Überalterung der Bevölkerung. Plätze in Pflegeheimen seien rar, und die Leute wollten so lange wie möglich in der eigenen Wohnung bleiben. Wenn dann jemand in seinen vier Wänden dringend medizinische Hilfe braucht, muss die Wehr die Tür öffnen. „Wir sind dabei möglichst vorsichtig und wollen so wenig Schaden wie möglich anrichten“, erklärt Frank Dobratz. Was zu enge Rettungsgassen angeht, so hat auch die Hennigsdorfer Wehr schon negative Erfahrungen gemacht. Im Stadtgebiet sei es für die Einsatzkräfte nicht immer leicht, mit den Fahrzeugen durch enge Straßen zu kommen. „Die Leute wissen dann oft nicht, wohin sie mit ihren Autos sollen, um Platz zu machen“, so Dobratz. Pöbeleien oder gar Angriffe auf Kameraden habe es in Hennigsdorf aber noch nicht gegeben. Gaffer, die mit dem Handy filmen, aber schon. „Wenn man aber vernünftig mit denen redet, lässt sich auch das Problem lösen“, sagt Dobratz.

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Hennigsdorf (Oberhavel) Feuerwehr

Ein weiteres Problem für die Wehr sei, dass rund drei Viertel aller Einsätze in der Zeit zwischen 6 und 18 Uhr gefahren werden, wo viele Kameraden auf Arbeit sind. „Zum Glück haben wir hier sechs hauptamtliche Mitarbeiter. Mittelfristig bräuchten wir aber noch mehr davon.“ Geholfen hat in den vergangenen Jahren auch eine Imagekampagne „112 Prozent Feuerwehr Hennigsdorf“, die Wehr wirbt auf Plakaten an Bushaltestellen, mit einer aufwendigen Homepage, auf den eigenen Fahrzeugen oder gar mit Feuerwehrtassen bei hiesigen Bäckern für sich. Mit Erfolg: Rund 20 Feuerwehrleute hat die Wehr seit Juni 2015 für sich gewonnen. Aktuell gibt es 70 Aktive – im Schnitt sind sie 33 Jahre alt. „Es war gut, dass die Stadt für die Kampagne viel Geld in die Hand genommen hat.“

Nachwuchs für die Jugendwehr wird gesucht

Andere Wehren im Kreis wollen es den Hennigsdorfern nachtun. Doch auch in der Stahlstadt geht die Kampagne weiter, demnächst wird Frank Dobratz mit Christoph Schneider vom Stadtmarketing den nächsten Teil der Werbemaßnahme besprechen. „Dieses Mal wollen wir uns verstärkt der Jugendfeuerwehr widmen“, sagt Dobratz. 20 Mädchen und Jungen umfasst die Jugendabteilung aktuell. Fünf davon sollen dieses Jahr zu den Aktiven aufrücken. Verstärkung, sagt Frank Dobratz, ist also immer erwünscht.

Von Marco Paetzel

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