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Oberhavel Auf die Plätze, fertig, los!
Lokales Oberhavel Auf die Plätze, fertig, los!
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00:36 05.07.2015
Fechten ist auch bei Kindern beliebt. In der Stadt fehlen aber Sporthallen, um allen Anforderungen an den Schul- und Vereinssport gerecht werden zu können Quelle: Archiv
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Oranienburg

Stretchen, hüpfen, lockern _ dem Körper etwas Gutes tun. Bis zu 40 Frauen, Männer und Kinder nehmen das Oranienburger Sonntagsangebot „Fit vorm Schloss“ ab 10.30 Uhr an. Es ist kostenlos, ermöglicht Bewegung unter fachlicher Anleitung und es macht in der Gemeinschaft einfach mehr Spaß. „Solche Angebote liegen im Trend. Der geht eher weg von den Vereinen mit festen Terminen, hin zum selbst organisierten Fitnessprogramm. Das man dann absolviert, wenn eben Zeit ist“, so Pierre Schwering. Ein Ergebnis des Sportentwicklungsplanes, der den Stadtverordneten jetzt zur Beschlussfassung vorliegt.

Zwei Jahre hatten Wissenschaftler um Jürgen Rohde von der Uni Potsdam daran gearbeitet. Und dabei unter anderem erfasst, welche Sportstätten es gibt, wie viele Vereine, welche Sportarten die Oranienburger bevorzugen, wie oft sie sich sportlich betätigen und wo nach ihrer Meinung die Säge klemmt bei Angeboten in der Stadt. „Damit haben wir erstmalig ein wissenschaftlich fundiertes Konzept“, so der Sachgebietsleiter Gemeinwesen, Jugend und Sport.

Heraus kam unter anderem, dass 89 Prozent der Oranienburger in irgendeiner Form sportlich aktiv sind. Ganz oben auf der Beliebtheitsskala stehen dabei Radfahren, Laufen oder Joggen, Fußball, Schwimmen oder Fitnessport insgesamt.

Ein deutliches Defizit stellte sich bei den Turnhallen heraus: Es fehlt an acht Sportfeldern, geht man davon aus, dass Sporthallen ein bis drei davon von je 400 Quadratmetern Größe haben. „Wir haben 22 Sporthallen mit 11 800 Quadratmetern sportlicher Nutzfläche, aber der Bedarf liegt bei 13 200“, so Schwering. Vor allem gebe es eine Unterversorgung an den Schulen: „Der Bau einer Sporthalle drängt aber am meisten an der Havelgrundschule.“ Nachholebedarf gibt es zudem an der Comeniusschule, der jedoch mit dem Neubau ausgeglichen werden kann, ebenso an der Clermontschule fehlt ein Feld, an der Förderschule Johannesberg, an den Mosaikschulen und an der Adventschule.

Als Oranienburger Besonderheit habe sich herausgestellt, „dass sich sehr viel kleine und Kleinstverein gründen“ _ von den Snookerspielern bis zu den Bogenschützen. Hier will die Stadt vermitteln, Fusionen anstoßen: „Der Verwaltungskram bindet so viel Zeit, die sollten die Ehrenamtlichen doch besser in den Sport investieren können“, so Schwering.

„Wir brauchen zusätzliche Angebote für Frauen, Kinder und Senioren“, so ein weiteres Fazit der Studie. Warum sollen nicht Frauen abends den Sportplatz hinter Schloss zum Laufen nutzen, wenn der leer steht, beschreibt Schwering ein Beispiel. Allerdings müsse dann eben über mehr Beleuchtung zur Sicherheit nachgedacht werden, ebenso sind Versicherungsfragen zu klären, beschreibt er damit verbundene Probleme.

Eine neue Idee für mehr sportliche Angebote sind so genannte „Aktivparks“, wie er zum Beispiel an der Zühlsdorfer Straße in Wensickendorf entstehen könnte. Im Ortsteil geben es absolut keine Sportmöglichkeiten „dafür um so mehr Leute, die sie aktiv mitgestalten möchten“. Hier sieht Schwering den nächsten Schritt 2016 darin, zusammen mit den Wensickendorfern, Zehlendorfern und Schmachtenhagenern solch ein Projekt mit Fußball- und Volleyballfeld anzustoßen. „Die Macher, sollen aber die Bürger selbst sein.“

Gibt es grünes Licht der Stadtverordneten am 13. Juli möchte Schwering im Spätsommer einen nächsten Treff mit den Wissenschaftlern angehen: Gemeinsam planen, was Priorität hat, was welche Idee kostet. „Wir wollen keinen Schnellschuss, sondern ein Konzept, das mindestens zehn Jahre trägt und die Wünsche der Bürger umsetzt.“ Damit man die elf Prozent, die zugaben, keinerlei Sport zu betreiben, irgendwie auch noch vom Sofa bekommt.

Von Heike Bergt

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