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Daumen raus und los!

Auf ein Wort von Stefan Blumberg Daumen raus und los!

Auf ein Wort, das ist die MAZ-Kolumne über Interessantes, Kurioses, Witziges aus dem Alltag. Heute: Stefan Blumberg über einen bärtigen Mann am Straßenrand, eine gebrochene Regel und die Erinnerung an eine Zeit ohne vermeidlich "böse Buben".

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Quelle: Benjamin Sternkopf

Ich kann mich gut erinnern, als damals öfter mal eine Unterrichtsstunde ausfiel. Einerseits schön. Andererseits: Zwei Stunden auf den Bus warten, um die fünf Kilometer nach Hause zu kommen? Nö! Dann standen wir zu zweit, zu dritt, in kurzer Lederhose, Mappe auf dem Rücken, Turnbeutel in der Hand an der „Fernverkehrsstraße 273“. Daumen raus. Ein Auto hielt immer an und brachte uns nach Hause.

Als Autofahrer rauschte ich später an Trampern vorbei. Es war nach der Wende, man hörte von den bösen Buben und ihren ebensolchen Taten. Gestern brach ich meine Regel nach Jahrzehnten. In Linde hielt ein bärtiger Mann den Daumen in die Höhe, ein kleines Rucksäckchen in der Hand. Da hätte alles drin sein können, was die Gruselgeschichten übers Trampen hergaben: Elektroschocker, Messer, Hammer. Aber der Rucksack war leer, wohlbedacht mitgenommen für den Rückweg nach Linde. Mein Mitfahrer wollte nach Altlüdersdorf. „Da gibt es leckeres Brot. Davon hole ich mir eins“, sagte er mit einer Unbekümmertheit, mit der wir früher in fremde Autos stiegen.

Von Stefan Blumberg

Stefan.Blumberg@MAZ-online.de

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