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Oberhavel Aufatmen nach dramatischer Bomben-Nacht
Lokales Oberhavel Aufatmen nach dramatischer Bomben-Nacht
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18:57 29.11.2015
Warten am Sperrzaun. Die Einwohner konnten nach der Entwarnung wieder lachen. Quelle: Robert Roeske
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Lehnitz

„Wir sind alle unglaublich erleichtert“, sagte Oranienburgs Stadtsprecherin Susanne Zamecki am Wochenende. „Das war wirklich ein sehr riskantes Unternehmen.“ Rund 13 Stunden hatte im Ortsteil Lehnitz die Entschärfung von vier Weltkriegsbomben durch den Kampfmittelräumdienst bis zum Sonnabendmorgen gedauert. Vier Blindgänger auf einmal und alle mit chemischem Langzeitzünder, „das dürfte einmalig sein in Deutschland“, so Einsatzleiter André Müller. Auf dem Grundstück wurden am Wochenende die Pumpen langsam runtergefahren, bevor die Munitionsbergungsfirma die Spundwände ziehen und die Bohrlöcher wieder verfüllen wird.

So lief der „bombige“ Freitag in Oranienburg >

Und so erlebten Betroffene das Geschehen: „Wir gehörten zu den Lehnitzern, die ihr Haus verlassen mussten. Wir hatten aber die Möglichkeit, bei Freunden im Ort bleiben zu können. Es hätte ein wunderschöner Tag sein können, wäre da nicht die unterschwellige Angst gewesen, dass die Entschärfung nicht gelingen könnte. So waren wir froh, als wir in der Nacht schließlich die erlösende Sirene hörten. Dank und Hochachtung allen, die dieses Werk vollbracht haben“, so Karin Dölle (75) aus dem Havelkorso.

Angela Heise, ist Lehrerin in Lehnitz und wohnt im Birken­werderweg. Sie fasst ihre Gefühle am Tag danach so zusammen: „Ich war nach dem Unterricht bis 18 Uhr in der Schule, bin dann zu meiner Tochter nach Oranienburg gefahren – ich war hundemüde.“

„Wir waren diesmal selber ­Flüchtlinge“, sagt Arne Probandt, Lehnitzer und von der Willkommensinitiative für Flüchtlinge in der Stadt. Ich habe uns mit Rücksicht auf meinen 90-jährigen Opa noch rechtzeitig ein Zimmer im Hotel an der Havel gemietet. Dort waren im Nu alle 35 Zimmer vergeben.“

Elke Hamilton aus dem Havelkorso erinnert sich an den Freitag so: „Ich fuhr um 6.30 Uhr zur S-Bahn, um nach Berlin zur Arbeit zu kommen. Im morgendlichen Nebel überholte ich Menschen mit Reisetaschen und Rucksäcken. Der sonst übervolle Parkplatz war fast leer – genau so der Bahnsteig. Es war gespenstisch wie im Krieg. Gott sei Dank war der Alptraum um Mitternacht vorbei“.

Bis 23.35 Uhr hatten die Sprengmeister Freitagnacht zu tun, bis auch die letzte der vier Bomben entschärft war. Heino Borchert, André Vogel, André Müller und vier weitere Kollegen des KMBD waren seit dem Morgen um 4.30 Uhr auf den Beinen. „Vier Bomben auf einmal, das hat ganz schön Nerven gekostet“, sagte Einsatzleiter André Müller. Gefroren hätten sie bei Temperaturen um drei Grad aber nicht. Beim Arbeiten sei ihnen einfach warm geworden.

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Von MAZonline

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