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Oberhavel Aufmarsch der Besorgten in Oranienburg
Lokales Oberhavel Aufmarsch der Besorgten in Oranienburg
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00:31 07.11.2015
Rund 370 Abendspaziergänger zogen am Mittwochabend mit Deutschland-, Brandenburg- und Stadt-Flaggen sowie Transparenten durch Oranienburg.
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Oranienburg

Der Pakistani, der an einer Bushaltestelle an der Bernauer Straße auf seinen Bus zu seiner Flüchtlingsunterkunft in Kremmen wartet, schaut etwas verunsichert auf die vorbeiziehende Menschenmenge. Er hat keine Ahnung, was die laut MAZ-Zählung rund 370 Demonstranten am Mittwoch zu ihrem gemeinsamen Abendspaziergang bewogen hat. „Ihnen sind Flüchtlinge nicht willkommen“, erklärt ihm deshalb ein Reporter auf Englisch. Der Veltener NPD-Stadtverordnete Robert Wolinski nennt dem Pressemann später die Zahl von 420 Teilnehmern am Abendspaziergang.

Politiker sollen „Asylflut“ bekämpfen

„Uns geht es um eine angemessene Asylpolitik. Angemessen sowohl für die Flüchtlinge als auch für das Volk“, hatte dem Reporter zuvor jener junge Oranienburger gesagt, der die Demonstration angemeldet hatte. Das öffentliche Reden indes überlässt der Versammlungsleiter einem, der bereits während vorangegangener Abendspaziergänge – der letzte war vor sieben

Vor Post und Bahnhof begann der Oranienburger Abendspaziergang am Mittwochabend. Rund 100 Polizeibeamte verhinderten, dass sich Gegendemonstranten und Spaziergänger direkt begegneten. Quelle: Helge Treichel

Monaten – das Wort ergriffen hatte. Und der wird deutlicher: Er fordert die Politiker unter Beifall auf „endlich die Ursachen der Asylflut“ zu bekämpfen: „Ändert die Wirtschafts- und Asylpolitik zum Wohle eures Volkes!“ Der Redner berichtet von geflüchteten Ärzten, die in Afrika fehlen und nun von europäischen Medizinern ersetzt werden müssten. Und von einem Vorfall, bei dem Asylbewerberkinder in etwa gleichaltrige deutsche Fußballfans mit einem Messer bedroht hätten. Er wolle Mut machen, sagt der Redner: „Sprechen Sie laut aus, was Sie denken – trotz der ketzerischen Haltung der Gutmenschen und Meinungsmacher!“

Zwischenruf: „Merkel muss weg!“

Ein zweiter Redner lobt die Anwesenden ob ihres „wachen, kritischen Verstandes“ und ihrer „Sorge um die Heimat“. Es sei die Angst um das Schicksal der Kinder und Enkelkinder, welche die Menschen an diesem Abend herführe. Was tun?, so die rhetorische Frage. „Merkel muss weg“, antwortet ein Zwischenrufer. „Wir fordern bundesweite Volksentscheide“, lautet die Antwort des Redners.

Auch sie sei eine „besorgte Bürgerin“, sagte die linke Landtagsabgeordnete

Mit einem symbolischen Kehraus folgten die Gegendemonstranten den Abendspaziergängern auf der Bernauer Straße in Oranienburg. Quelle: Helge Treichel

Gerrit Große während einer Gegendemonstration mit insgesamt rund 140 Teilnehmern. Sie sorge sich darüber, dass in Deutschland neue Grenzen aufgebaut würden. Und darüber, dass diese Maßnahmen „nicht helfen werden“. Sie mache sich Sorgen um ihre Kinder und Enkel – dass die in Deutschland mit Mauern leben müssten, „die überwunden schienen“. Darüber, dass über die Flüchtlingsfrage Familienbande zerreißen und Risse durch Freundeskreise gehen.

Er habe viele Widersprüche in den Reden der Abendspaziergänger wahrgenommen, sagte SPD-Landtagsmitglied Björn Lüttmann. Sein Rat: Bevor sie Angst schürten, sollten diese „besorgten Bürger“ erst einmal Flüchtlinge kennenlernen.

Er solle sich keine Sorgen über die Demonstranten machen, ruft ein jugendlicher Passant dem Pakistani an der Bushaltestelle zu. Der Asylbewerber lacht daraufhin. Aber es wirkt ein wenig gequält.

Von Helge Treichel

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