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Oberhavel Aus Janischs Werken spricht das Herz
Lokales Oberhavel Aus Janischs Werken spricht das Herz
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17:40 29.04.2016
Wolfgang Janisch lebt jetzt in Liebenwalde und beschäftigt sich nur noch mit Holzschnitten. Quelle: Robert Roeske
Liebenwalde

„Nichts ist wertlos“, sagt Wolfgang Janisch. Dieser Spruch scheint eine Art Lebensmotto von ihm zu sein. Man müsse nichts wegwerfen, ist der 76-Jährige fest überzeugt. „In allen Dingen steckt ein Lied, man muss es nur entdecken.“ Eine Vielzahl dieser Dinge, die Wolfgang Janisch im Laufe seines künstlerischen Schaffens entdeckt hat, sind im 25 Quadratmeter großen Arbeitszimmer seiner Wohnung in der Zehdenicker Chaussee 5a fein säuberlich sortiert, aufgereiht oder in den Schränken verstaut. Sein Arbeitsplatz zwischen Schränken und Regalen ist winzig. „Raum ist in der kleinsten Hütte“, lacht Janisch.

Diese Stifte hat er als Gebrauchsgrafiker alle selbst heruntergeschrieben. Wegwerfen konnte er sie nicht. Jetzt sind sie ein eigenes Kunstwerk. Quelle: Roeske

An den Wänden hängen seine Ölbilder, das Regal ist voller tönerner Figuren, auf der Anrichte stehen futuristisch anmutende Skulpturen aus hunderten von Teilen. Doch seine liebsten Werke sind wohl die Holzschnitte. „Holz ist mein Lieblingswerkstoff.“ Das lebendige Holz mit dem Hohleisen und der Stiche bearbeiten, sich nur auf zwei Farben beschränken, alles ist Handarbeit, keine große Auflagen – das ist es, was ihm so gefällt, dieses Schlichte und Einfache, das so ausdrucksstark sein kann. Mit Holz gehe er immer sehr sparsam um. „Das beste Holz sind alle Hölzer“, sagt er. „Der Holzschnitt ist eine der ältesten Techniken“, erzählt der 76-Jährige. Handarbeit habe immer mit dem Herzen zu tun. Nur mit dem Herzen könne man gut sehen. Die Verbindung von Herz, Kopf, Hand – das mache das Handwerk aus.

Mit Holz geht Wolfgang Janisch ganz sparsam um. Auf dieses Brett passten vier Schnitte. Quelle: Roeske

Aufgewachsen ist Wolfgang Janisch in Fredersdorf am Stadtrand von Berlin. Mit 19 begann er seine Lehre als Schriftsetzer in Straußberg. Seine Arbeit im Verlagswesen, unter anderem im Dietz-Verlag in Berlin, hat er immer geliebt. „Wir haben hervorragende Bücher gestaltet.“ Und nebenbei brachte er sich autodidaktisch immer mehr künstlerische Fähigkeiten bei. Seine Arbeit als Gebrauchsgrafiker und Buchgestalter war vielleicht die Inspiration dafür.

In der DDR wurden seine Arbeiten nicht publik gemacht. „Denen habe ich nicht in den Kram gepasst“, sagt Janisch. Studieren durfte er auch nicht, er hatte sich groß in der Friedensbewegung engagiert. Auch in den Künstlerverband wollte man ihn nicht aufnehmen. „Das ist erst 1979 passiert. Aber gern gesehen war ich dort trotzdem nicht.“

Nach der Wende stand Wolfgang Janisch auf der Straße, war arbeitslos und fand erst später wieder eine Beschäftigung im Stadtmuseum in Berlin. Was aber immer eine feste Größe in seinem Leben blieb, war die Kunst. Wo sich die Gelegenheit ergab, stellte er seine Werke aus. Seine Fotomontagen, Poster und Holzschnitte haben Menschen in Dänemark, Österreich, Kanada, der Schweiz und in den USA gesehen. Die Ausstellung 2005 in Stanford war für ihn der Höhepunkt seiner Arbeit. Und auch jetzt als Rentner lassen ihn die Kunst und vor allem die Holzschnitte nicht los. Vor sechs Jahre zog er mit seiner Frau nach Liebenwalde. „Das ist mir sehr schwer gefallen.“ Denn verwurzelt ist er nun mal in Fredersdorf, Vogelsdorf, Straußberg. Doch die Tochter lebt in Liebenwalde. So ist die Familie näher zusammen.

Die Schlichtheit der Schnitte haben es ihm angetan. Holzschnitt ist eine der ältesten Techniken. Quelle: Roeske

Nun sucht er wieder neue Kontakte. „Man lebt doch noch und hat doch noch was zu sagen.“ Und vor allem etwas zu zeigen. Vielleicht klappt es noch in diesem Jahr mit einer Ausstellung seiner Druckgrafiken in der Liebenwalder Bibliothek.

Ein Künstler bis ins hohe Alter

Wolfgang Janisch wurde 1940 in Berlin geboren. 1959 bis 1961 machte er in Straußberg eine Lehre zum Schriftsetzer und arbeitete als Gebrauchsgrafiker im Berliner Verlag Volk und Welt.

In der Zeit 1989 bis 1996 galt er als Mitbegründer der freien Künstlervereinigung Leipziger Blauer Reiter. Seit 1991 arbeitete er im Stadtmuseum in Berlin.

Seit 2005 ist Wolfgang Janisch Rentner und weiterhin freischaffend tätig. Nach der Wende gestaltete er etwa 70 Ausstellungen im In- und Ausland.

Von Andrea Kathert

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