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Aus Verzweiflung Haus angesteckt – nun in Haft

Fürstenberger verurteilt Aus Verzweiflung Haus angesteckt – nun in Haft

Am Mittwoch ist ein Mann aus Fürstenberg (Oberhavel) vom Landgericht Neuruppin zu einer langjährigen Freiheitsstrafe verurteilt worden. Er hatte in der Nacht zum 25. Oktober 2015 zunächst seine Wohnung in Brand gesetzt und anschließend versucht, einen Frontalzusammenstoß mit der Polizei herbei zu führen. Doch die Umstände sind alles andere als einfach.

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Am Mittwoch fiel im Landgericht Neuruppin das Urteil gegen einen 47-jährigen Mann aus Fürstenberg.

Quelle: dpa

Fürstenberg. Er bereue sehr, was er getan habe und sei froh, dass niemand zu Schaden gekommen ist, sagte Marko K. Dass weder bei dem Brand noch bei der anschließenden Autofahrt in selbstmörderischer Absicht in der Nacht zum 25. Oktober 2015 niemand verletzt wurde,war großes Glück. „Auch für den Angeklagten“, meinte Richter Udo Lechtermann.

Zu fünf Jahren Haft verurteilt

Das Landgericht Neuruppin verurteilte am Mittwoch Marko K. wegen schwerer Brandstiftung und versuchten Totschlags zu einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren. Die Staatsanwältin sah in der Brandstiftung einen versuchten Mord verwirklicht und hatte eine Strafe von acht Jahren gefordert. Für die Verteidigung lag nur eine schwere Brandstiftung vor. Sie hielt eine Bewährungsstrafe für ausreichend.

Das Gericht ging davon aus, dass der 47-jährige Fürstenberger zur Tatzeit an einem Tiefpunkt seines Lebens angekommen war. Er bewältigte sein Leben, so lange alles in geordneten Bahnen verlief, so Richter Lechtermann. „Verliert Marko K. den äußeren Halt, setzt eine Abwärtsspirale ein.“

Diese begann mit dem Verlust der Arbeitsstelle im Juli 2015. Marko K. verkroch sich in seinem Garten, zog sich auch von seiner langjährigen Partnerin zurück und suchte zunehmend Zuflucht im Alkohol.

Angeklagter war depressiv

„Seine Grundstimmung war, es hat alles keinen Zweck“, so Lechtermann. So reifte in dem Angeklagten der Gedanke daran, sich umzubringen. Am Tattag besorgte er sich an der Tankstelle einen Kanister Benzin, wartete nachts, bis er nichts mehr vom Nachbarn hörte und steckte die mit Benzin getränkte Couch an. „Er wollte Spuren von sich beseitigen, sozusagen ein Fanal setzen“, sagte Richter Lechtermann. Der Nachbar bemerkte rechtzeitig das Feuer und konnte sich und andere retten. Aufgrund seiner damaligen psychischen Verfassung könne das Gericht nicht von einem versuchten Mord ausgehen. Der Angeklagte hatte damals eine eingeschränkte Wahrnehmung. „Es kann sein, dass er das Schicksal seiner Nachbarn gar nicht auf dem Schirm hatte“, so Lechtermann.“Direkt nach seiner Verhaftung hatte Marko K. sich alles von der Seele geredet. Er sei nicht davon ausgegangen, dass das Haus abbrennt und schon gar nicht, dass die Bewohner nicht mehr rauskommen könnten. „Dass nicht mehr passiert ist, lag nicht in seiner Macht, sondern ist glücklichen Umständen geschuldet“, sagte die Staatsanwältin.

Den Tod der Polizeibeamten billigend in Kauf genommen

Von einem bedingten Tötungsvorsatz gingen die Richter allerdings bei der anschließenden Fahrt aus, bei der Marko K. durch einen Frontalzusammenstoß seinem Leben ein Ende setzen wollte. Er war unterwegs nach Gransee, als ihm ein Streifenwagen entgegenkam. Da der Angeklagte die Geschwindigkeit des Polizeiautos unterschätzte und der Beamte geistesgegenwärtig auswich, berührten sich nur die Außenspiegel. Marko K. müsse bewusst gewesen sein, dass, wenn er wie vorgesehen dabei umgekommen wäre, auch die Beamten hätten ums Leben kommen können, so Richter Lechtermann.

Das Gericht hielt dem Angeklagten sein Geständnis bei der Polizei zugute. Vor Gericht hatte er geschwiegen. Gegen ihn sprachen seine Vorstrafen und der immense Schaden, den er angerichtet hat. Die Staatsanwältin ging von etwa 200 000 Euro aus.

Von Dagmar Simons

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