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Aus dem Stolperweg wurde eine echte Straße

Privat organisierter Straßenausbau Aus dem Stolperweg wurde eine echte Straße

Pfützen, Winterglätte, Schlaglöcher – der Stolper Weg war für alle Anlieger seit Jahren ein Ärgernis. Die Grundstückseigentümer haben daraufhin das Heft des Handelns selbst in die Hand genommen und den Straßenausbau selbst organisiert. Am Freitag wurde die offizielle Freigabe gemeinsam mit einem Fest begangen.

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Stolz präsentiert Reinhard Landgraf das durchgeschnittene Band der Straßeneröffnung.

Quelle: Robert Roeske

Birkenwerder. Pfützen, Winterglätte, Schlaglöcher – der Stolper Weg war für alle Anlieger ein Ärgernis. Die 42 Grundstückseigentümer haben daraufhin das Heft des Handelns selbst in die Hand genommen und den Straßenausbau privat organisiert. Am Freitag wurde die offizielle Freigabe gemeinsam mit einem Fest begangen. Laut Prioritätenliste der Gemeinde wäre die Straße frühestens 2017 an der Reihe gewesen, sagt Bau-Fachbereichsleiter Jens Kruse. Es hätte aber gut auch 2018 oder 2019 werden können.

Die Rede zum „freudigen Ereignis“ hielt Reinhard Landgraf. Der Anwohner und Ruheständler ist Geschäftsführer der Interessengemeinschaft „Stolper Weg“. Noch bis Dezember 2014 hatte der Maschinenbauingenieur eine Firma geleitet. Neben ihm als Leitfigur, der nicht zuletzt auch die Leute bei Laune hält, gab es noch einen technischen und einen kaufmännischen Verantwortlichen in der eigens gegründeten GbR.

Anfangs sei der Weg „nicht glatt“ gewesen, erinnert sich Landgraf. Die erste Zusammenkunft der Anwohner habe im Mai 2014 stattgefunden. Vier Tage später wurde der Planungsauftrag an die Mühlenbecker H&W Ingenieurgesellschaft erteilt. Von der Planung bis zur Ausschreibung habe es ein Jahr gedauert. Aber immerhin fast 90 Prozent der Anlieger hätten das Projekt befürwortet. Genau vor drei Monaten sei Baustart gewesen. Sein großer Dank gelte allen beteiligten Firmen, sagte Landgraf. Wie sehr die Anwohner hinter dem Ausbauprojekt stehen, das habe man zum Beispiel an heißen Tagen sehen können, berichtet Michael Zander, Geschäftsführer der PST Baugesellschaft mbH aus Kyritz: „Vor jedem zweiten Grundstück standen Wasser, Kaffee oder Kuchen.“ Selten hätten seine Leute so großen Zuspruch erlebt.

Großer Tag für die Anlieger vom Stolper Weg

Großer Tag für die Anlieger vom Stolper Weg: Die Straße wurde am Freitag offiziell freigegeben.

Quelle: Robert Roeske

Auch aus Sicht der Gemeinde handele es sich bei der Straßenfreigabe um ein freudiges Ereignis, sagte Bau-Fachbereichsleiter Jens Kruse. Eine Sandstraße, die immer mal wieder Sorgen bereitet und im Unterhalt auch Geld gekostet hat, gehöre der Vergangenheit an. Dies sei der Anliegerschaft zu verdanken. Weitere Initiativen seien willkommen. Dabei sage die Gemeinde eine Stundungsoption zu. Die Prämisse der Gemeinde lautet: „Straßenbau soll keinen Eigentümer in den Ruin treiben“, sagte Jens Kruse.

Derzeit werde ein zweites privat organisiertes Straßenausbauprojekt realisiert – Im Vogelsang. Er erwarte, dass dieses Vorhaben innerhalb der nächsten drei Wochen realisiert ist, so Jens Kruse. Darüber hinaus wolle die Gemeinde ihrerseits den Stich von der Brieseallee zum Boddensee ausbauen. Detailfragen befänden sich derzeit in der rechtlichen Klärung. Ebenfalls stehe der Ausbau der Florastraße zwischen Sacco-Vanzetti-Straße und Boddensee an. Der Investitionsschwerpunkt in der nächsten Zeit liege ansonsten auf der Schlwegsicherung. Dabei gehe es um Gehwege sowie die Straßenbeleuchtung.

Das Projekt

Der Straßenausbau erfolgte in zwei Abschnitten (Saumweg/ Niederheide und Kreuzung – Niederheide) auf einer Gesamtlänge von 344 Metern, zuzüglich des Kreuzungsausbaus mit weiten 17 Metern Fahrbahn. Die Straßenbreite: 5,05 Meter.

Einen Gehweg gibt es nicht, dafür wurden Grünanlagen und die Straßenbeleuchtung realisiert. Die Fahrbahndekce ist asphaltiert, die Straße wird über Mulden entwässert.

Kosten von rund 251 000 Euro sind für das Projekt veranschlagt, die Gemeinde hatte ihrerseits 440 000 Euro eingeplant (inklusive Saumweg bis zum Wald). Der dritte Bauabschnitt, die Sackgasse hinter der Kreuzung In der Niederheide war im Bürgerprojekt auf Wunsch der Anlieger zurückgestellt worden.

Von Helge Treichel

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