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Aus dem Vollen schöpfen

Borgsdorf Aus dem Vollen schöpfen

Drei Bücher hat die Buchautorin und promovierte Kunstwissenschaftlerin Roswitha Schieb aus Borgsdorf im vergangenen Jahr veröffentlicht. In diesem Jahr werde es definitiv ruhiger werden, verrät die 54-Jährige, deren Mann die Apotheke in Borgsdorf führt. Doch sie hat schon neue Buchprojekte in Arbeit und würde gern einmal auch in Oberhavel lesen.

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Roswitha Schieb mit den literarischen Werken, die sie in den letzten Jahren veröffentlicht hat.

Quelle: Foto: Ulrike Gawande

Borgsdorf. Gleich drei Bücher veröffentlichte die Borgsdorfer Autorin Roswitha Schieb im vergangenen Jahr. „In diesem Jahr wird es definitiv ruhiger werden“, verrät die 54-jährige promovierte Literatur- und Kunstwissenschaftlerin, die sich vor allem mit literarischen Reiseführern einen Namen gemacht hat.

Doch so vielfältig ihre Veröffentlichungen des letzten Jahres auch sind, eines haben die Werke gemeinsam: Das Reisen. So erschien neben einem literarischen Reiseführer über das böhmische Bäderdreieck Marienbad, Karlsbad und Franzensbad, eine Essaysammlung mit dem Titel „Reisefreiheit“ und eine Anthologie zum Thema Vertreibung, das sie gemeinsam mit Rosemarie Zens über die zweite Generation der Flüchtlinge des Zweiten Weltkriegs herausgegeben hat.

„Schon vor der Wende übte der Osten einen unterschwelligen Reiz auf mich aus“, beginnt die gebürtige Recklinghausenerin, deren Eltern aus Breslau stammen, ihre Reisegeschichtensammlung. „Aber diese Faszination blieb irreal, unerfüllt. Länder wie Polen und Russland schienen unerreichbar, der eiserne Vorhang von Westdeutschland aus zu stark und undurchlässig.“ Stundenlang habe sie sich in Kursbücher vertiefen können, um sich an Zugverbindungen nach Stettin oder Klaipeda zu ergötzen.

Als die Mauer fiel, ergriff sie die Chance und reiste gen Osten. Immer und immer wieder. „Ich finde Osteuropa sehr interessant, mein Herz hängt daran.“ Im vergangenen Jahr war sie zu diversen Lesungen und Veranstaltungen in Breslau. Besonders der Kulturzug, der anlässlich der Kulturhauptstadt zwischen Berlin und Breslau verkehrte, hat mit seinem Angebot an Lesungen, Tanz und Musik bei Schieb Eindruck hinterlassen. Mittlerweile lernt die Borgsdorferin polnisch. „Eine schwere Sprache.“

Für ihren neusten literarischen Reiseführer hat sie sich mit den drei großen Bädern in Böhmen beschäftigt. „Da konnte ich aus dem Vollen schöpfen.“ Alle seien dort gewesen, erzählt die Mutter einer Tochter im Teenageralter: Goethe, Zar Peter der Große, Schumann, Brahms, aber auch Kafka und Chopin. „Das war ein tolles Literaturthema.“

Doch nun sei es an der Zeit, das eigene literarische Schreiben wieder in den Fokus zu rücken, wünscht sich Schieb, deren Ehemann die Borgsdorfer Apotheke führt. Das Schreiben von Reiseführern bedeute viel Recherchearbeit, und somit immer ein Schreiben mit Quellen und Anmerkungen. „Ich würde gerne einmal wieder Atmosphäre und Stimmungen beschreiben, am liebsten in Verbindung mit Landschaft“, verrät die Autorin, der jedoch die fast detektivische Arbeit für ihre Reiseführer, für die sie thematische Stadtspaziergänge zusammengestellt hat, immer Spaß gemacht hat.

Ein neues Projekt hat die passionierte Klavierspielerin, die bei Gottesdiensten in Birkenwerder auch mal an der Orgel sitzt, schon im Kopf: Eine Sammlung von Persönlichkeiten, die sie selbst und das 20. Jahrhundert geprägt haben, und doch immer zwischen den Stühlen saßen. Und Schieb würde 2017 gern auch einmal in Oberhavel lesen.

Von Ulrike Gawande

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