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Ausgezeichnete Seniorenarbeit, aber

Hohen Neuendorf Ausgezeichnete Seniorenarbeit, aber

In der Stadt Hohen Neuendorf soll ein politisch legitimierter Seniorenbeirat gegründet werden. Die Vorsitzende des Seniorenbeirates in Hohen Neuendorf, Gertraud Mohr, war allerdings während des kürzlichen Stadtempfangs mit dem Ehrenamtspreis der Stadt für 2016 ausgezeichnet worden. Stellt sich die Frage: Wie passt das zusammen?

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Stadtverordnetenvorsteher Raimund Weiland (l.) und Bürgermeister Steffen Apelt zeichneten Gertraud Mohr aus.

Quelle: Stadtverwaltung

Hohen Neuendorf. In der Stadt soll ein politisch legitimierter Seniorenbeirat gegründet werden. Die Stadtverordneten beauftragten die Verwaltung in jüngster Sitzung einstimmig damit, vorbereitende Schritte einzuleiten. Das betrifft zum Beispiel das Überarbeiten von Regelungen der Hauptsatzung, den Entwurf einer Geschäftsordnung sowie Regelungen zum Neuwahlverfahren für Mitglieder.

Moment mal! War da nicht was? Genau! Die Vorsitzende des Seniorenbeirates in Hohen Neuendorf, Gertraud Mohr, war während des kürzlichen Stadtempfangs mit dem Ehrenamtspreis der Stadt für 2016 ausgezeichnet worden. Bereits seit seiner Gründung 1999 führt sie den Vorsitz. Der Beirat habe sich auf die Fahne geschrieben, „die Interessen der mehr als 7500 Seniorinnen und Senioren der Stadt ab 60 Jahren zu vertreten“, heißt es in der Laudatio. Zudem bringe sich das Gremium in die politischen Entscheidungsprozesse ein, vernetze die Hohen Neuendorfer Senioren in die kreis- und landesweiten Gremien, beteilige sich an der jährlichen Brandenburgischen Seniorenwoche, organisiere eigene Veranstaltungen, beantworte und vermittle Anfragen zu allen Belangen und steht in engem Kontakt mit den örtlichen Pflegeeinrichtungen. In der Stadtverordnetenversammlung am vergangenen Donnerstag wurde die Auszeichnung nachgereicht, weil die Geehrte beim Stadtempfang nicht anwesend sein konnte. Kurz darauf wurde der Tagesordnungspunkt Neugründung des Beirates aufgerufen.

2009 und 2011 scheiterte der Versuch

Kommunalverfassung und städtische Hauptsatzung sehen die rechtlichen Möglichkeiten zum Bilden von Beiräten bereits vor. Es kam bislang nicht zu einem von den Politikern legitimierten Seniorenbeirat, weil bei den Anläufen 2009 und 2011 kein Konsens erzielt werden konnte. Jetzt soll der sachliche Prozess wieder aufgenommen werden. „Ziel ist es, 2017 einen Seniorenbeirat zu gründen“, sagte Bürgermeister Steffen Apelt (CDU).

Dass die demokratischen Spielregeln zum Gründen eines Seniorenbeirates bislang nicht eingehalten wurden, könne man den Beiratsmitgliedern nicht zum Vorwurf machen, sagte der fraktionslose Stadtverordnete Norbert Matthes. Auf Grund von Versäumnissen bei der Verwaltung hätten die Mitglieder quasi „in Notwehr gehandelt“.

Arbeit wird zwar auch so erledigt, aber...

„Wir machen unsere Arbeit – mit oder ohne den Segen der Stadtverordneten“, sagt Gertraud Mohr. Mit seinen aktuell elf Mitgliedern aus Seniorengruppen und Betreuungseinrichtungen habe der Beirat derzeit die „ideale Zusammensetzung“, weil aktive und nicht aktive Senioren gleichermaßen vertreten seien. Die jetzt angestrebte Legitimation sei allerdings ein „Erfordernis“, so die 78-jährige promovierte Sprachwissenschaftlerin, „da brauchen wir nicht ’rumzueiern.“

Von Helge Treichel

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