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Ausstellung: Zusammenspiel von Lehm und Farbe

Hohen Neuendorf Ausstellung: Zusammenspiel von Lehm und Farbe

Bei einem Mohnblumenfeld schmelze ich dahin. Mohn ist Feuer, eine der ersten Blumen im Jahr und doch so vergänglich.“ Birgit Dietrich aus Velten gerät ins Schwärmen So befindet sich bei Ausstellungen immer ein Bild des leuchtenden Mohns. So auch bei ihrer neuesten Ausstellung in Hohen Neuendorf. Die Mohnblume als Markenzeichen.

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Mohnblumen sind das Markenzeichen von Birgit Dietrich.

Quelle: Foto: UG

Hohen Neuendorf. „Bei einem Mohnblumenfeld schmelze ich dahin. Mohn ist Feuer, eine der ersten Blumen im Jahr und doch so vergänglich.“ Birgit Dietrich aus Velten gerät ins Schwärmen, wenn sie von Mohn beginnt zu erzählen. So verwundert es nicht, dass auf den Ausstellungen der Künstlerin zwar immer neue Bilder hängen, sich darunter aber ein Bild des leuchtenden Mohns befindet. Mohn ist zu ihrem Markenzeichen geworden.

So auch in Hohen Neuendorf, wo die gebürtige Neubrandenburgerin am Freitag zur Vernissage ins Rathaus geladen hatte. 32 Werke schmücken dort noch bis zum 21. September die Flure. Verkürzen die behördliche Wartezeit der Besucher. Denn Birgit Dietrich hat sich einer ganz besonderen Kunst verschrieben: den Lehmbildern. Nach einem Kurs 2004 beim Veltener Lehmbildkünstler Bodo Langner hatte Dietrich Feuer gefangen. Heute gestaltet sie nicht nur selber, sondern gibt Kurse und hat ein eigenes Atelier am Ofenmuseum. „Lehmbilder brauchen Platz.“

So wird bei Lehmbildern eine Spanplatte mit einer Schicht Jute bezogen, Lehm - als Ofenstädterin benutzt Dietrich nur Ofensetzerlehm – aufgetragen und geformt. Mal als Schnecke, Blume, Landschaft oder als abstrakter Strudel. Dann trocknet das Kunstwerk. Bilden sich die dekorativ markanten Risse, deren Tiefe, Verlauf und Aussehen der Künstler nicht beeinflussen kann. Je dicker der Lehm aufgebracht werde, desto weniger, aber dafür tiefere Risse bekomme das Bild, erklärt die lebendige 60-jährige Dietrich. Die Risse entstünden durch die Spannungen des Materials. Die zweifache Mutter und Großmutter verrät: „Es ist spannend zu gucken, wie der Lehm reißt, wie das Geflecht aufgeht. Pure Malerei wäre mir zu langweilig. Ich liebe das Zusammenspiel von Lehm und Farbe.“ Denn abschließend wird das entstandene Kunstwerk mit Acryl- oder Aquarellfarben bemalt und damit quasi versiegelt. „Purer Lehm würde bröseln.“ Bis zu acht Kilogramm, davon sind fünf Kilogramm Lehm, bringt ein fertiges Bild, wie das Bild „Afrika“, das direkt für die Ausstellung in Hohen Neuendorf entstanden ist, auf die Waage.

„Wenn ich ein Bild beginne, habe ich eigentlich immer im Kopf, was es werden soll“, verrät die ehemalige Floristin, die aus Gesundheitsgründen ihren Blumenladen „Zaubernuss“ in Velten aufgeben musste. „Ich müsste mal mit verbundenen Augen arbeiten, um freier zu werden.“ Doch die Vielfalt der in Hohen Neuendorf ausgestellten 32 Werke in allen Größen ist beachtlich: Sie reicht von liebevoll gestalteten Menschen, über die Fauna bis zu Floralem, in das auch einmal echte Gräser, Bambus oder Samenkapseln eingearbeitet werden.

Und doch ist Dietrichs Kunst bezahlbar, für gerade einmal 290 Euro verkauft sie ihr teuerstes Bild.

Von Ulrike Gawande

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