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Autodiebe verurteilt

Liebenwalde Autodiebe verurteilt

Am Mittwoch verurteilte das Landgericht Neuruppin eine fünfköpfige Diebesbande zu Haft- beziehungsweise Bewährungsstrafen. Die Angeklagten hatten gestanden, von September 2012 bis Januar 2015 hochwertige Fahrzeuge unter anderem in Brandenburg gestohlen, sie nach Polen verbracht und dort zerlegt zu haben.

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Im Landgericht Neuruppin fiel das Urteil gegen eine polnische Diebesbande.

Quelle: dpa

Liebenwalde. Am 13. Januar 2015  schnappte die Falle zu. Nachdem die Polizei eine polnische Diebesbande observiert hatte, konnte sie in jener Nacht fünf Männer im Alter zwischen 23 und 33 Jahren in Lieberose (Landkreis Dahme-Spreewald) festnehmen.

Bande stahl hochwertige Fahrzeuge in Deutschland

Die Bande war in unterschiedlicher Besetzung seit September 2012 nach Deutschland eingereist, um hochwertige Fahrzeuge zu stehlen und nach Polen zu verbringen. Dort wurden die Fahrzeuge zerlegt und verkauft.

Wegen schweren Bandendiebstahl in neun Fällen verurteilte die erste große Strafkammer des Landgerichts Neuruppin den 29-jährigen Haupttäter Krzysztof M. zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und zehn Monaten. Seine vier Mittäter, die teilweise bei einem oder zwei Diebstählen , kamen mit Bewährungsstrafen davon.

Die Angeklagten hatten zuvor glaubhafte Geständnisse abgelegt. Das war die Voraussetzung für eine zuvor vereinbarte Verständigung über die zu erwartende Strafe. Ursprünglich war die Verhandlung auf fünf Tage angesetzt worden. So konnte das Verfahren bereits nach einem Tag erledigt werden. Die fünf Männer gaben zu, sich arbeitsteilig zu den Diebstahlstouren verabredet zu haben.

Gesamtschaden betrug rund 350 000 Euro

Im September 2012 fuhr M. mit anderen nach Zernitz (Landkreis Ostprignitz-Ruppin), um dort einen Seat Alhambra im Wert von 15 000 Euro aufzubrechen. M. sollte die gestohlenen Fahrzeuge pilotieren und sicher stellen, dass sie in keine Kontrolle gerieten.

Die Bande schlug unter anderem zu in Großräschen, Teupitz, Templin und Liebenwalde zu. Dort stahlen sie von einem Firmengelände gleich drei Mercedes Sprinter im Gesamtwert von 110 000 Euro.

Der Gesamtschaden, den die Bande angerichtet hat, belief sich auf rund 350 000 Euro. Bevorzugte Objekte waren hochwertige Fahrtzeuge wie Mercedes Sprinter und VW Crafter. Die Steuerteile, die notwendig waren, um die gestohlenen Wagen fahrbereit zu machen, hatten sie dabei, ließen diese anschließend für den Fall einer Polizeikontrolle in Erdverstecken in Deutschland zurück. Über Lieberose führte der Weg dann zurück nach Polen. „Eine sehr ungewöhnliche Route“, wie die damals ermittelnde Beamtin sagte. Nach der Festnahme der Bande seien die Fallzahlen deutlich zurück gegangen, so die Polizistin.

Angeklagte gaben sich sehr reuig

Alle fünf Männer kamen in Untersuchungshaft, wurden aber zwei Monate später von der Haft verschont. lediglich M. kam Anfang dieses Jahres wieder in Haft. Am Mittwoch konnte er den Gerichtssaal zunächst als freier Mann verlassen, bis er die Ladung zum Haftantritt bekommt. Die Angeklagten zeigten sich sehr reuig. und beteuerten, so einen Fehler nicht mehr zu wiederholen. „Ich schäme mich. Das war ein großer und mein letzter Fehler im Leben“, sagte Adam K.

Gericht sah von einer Geldauflage ab

Das Gericht nahm ihnen ihr Bedauern ab. „Die Kammer glaubt nicht, dass das reine Lippenbekenntnisse waren“, sagte Richter Udo Lechtermann. Das Gericht ging von einem Ausrutscher, ausgelöst durch finanzielle Engpässe der Angeklagten, aus. Denn bisher haben sie, bis auf einen, keine Vorstrafen. Und sind, seitdem sie wieder in Freiheit sind, auch nicht wieder straffällig geworden. „Es bleibt nur zu hoffen, dass Sie durch die Verurteilung hinreichend gewarnt sind“, sagte Lechtermann. Die Männer noch zusätzlich zu einer Bewährungsauflage zu verurteilen, erschien dem Gericht nicht sinnvoll. „Sie leben nicht in rosigen Verhältnissen und sollen nicht in Versuchung geführt werden, wieder krumme Dinger zu drehen, um die Geldauflage bezahlen zu können.“

Von Dagmar Simons

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