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Axel Merkel macht Musik auf Gläsern

Sommerfeld Axel Merkel macht Musik auf Gläsern

Die Konzerte mit Axel Merkel (62) sind anders. Der Mann aus Halle an der Saale macht Musik auf Gläsern. Am Donnerstagabend gastierte er damit im Saal der Sommerfelder Rehaklinik. Schon seit 1989 macht Merkel auf diese Weise Musik. Er benutzt spezielles „Klangwasser“ für die Gläser, wie er sagt.

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Axel Merkel mit dem Tisch voller Gläser – jedes klingt anders und hat seinen festen Platz.

Quelle: Robert Tiesler

Sommerfeld. Vor Axel Merkel steht ein Tisch mit lauter Gläsern drauf. Der 62-Jährige aus Halle an der Saale hat aber keinen übermäßigen Durst, sondern die Gläser sind seine Musikinstrumente.

Am Donnerstagabend gastierte Merkel (der natürlich nichts mit Angela zu tun hat, wie er am Anfang betonte) im Saal der Sommerfelder Rehaklinik. Eine gute Stunde lang unterhielt er Patienten und auswärtige Gäste. „Es sind Melodien, wo ich denke, dass der eine oder andere sie kennt“, so der Musiker.

Auf dem Tisch vor ihm stehen seine Gläser, alle sind sie unterschiedlich hoch mit einer Flüssigkeit gefüllt. Was genau es ist, will Axel Merkel nicht verraten. „Das ist mein Klangwasser“, sagte er nach dem Konzert. Es kommt danach auch nicht in den Ausguss, sondern Merkel saugt es mit einem Schlauch wieder auf, so dass er es beim nächsten Mal wieder verwenden kann.

Er hat weiße Gummihandschuhe an, die er während des Auftrittes immer wieder unauffällig befeuchtet. Die verschiedenen gefüllten Gläser stehen so, dass er genau weiß, welches Glas welchen Ton trifft – fast wie bei einer Klavier-Tastatur. So beginnt er mit dem Lied vom Chianti-Wein, später kommt noch der Schneewalzer, bei dem die Zuschauer mitsingen und mitschunkeln. Später folgen noch „I will always love you“, Elton Johns „Circle of Life“ und Michael Jacksons „You are not alone“. Zwischendurch hat er noch zwei Eigenkompositionen vorgestellt.

Merkel spielt auf den Gläsern meist die Gesangsstimme, die Musikbegleitung kommt aus der Konserve. „Spielt der wirklich live?“, wollten dann natürlich auch gleich einige der Gäste wissen. „Es ist eine angenehme Pflichtübung, dass ich auch zwei bis drei Lieder ohne Begleitmusik spiele“, so Axel Merkel. So war dann auch das A-capella-„Heidenröslein“ ein kleiner, besinnlicher Konzerthöhepunkt, und fast möchte man sich wünschen, dass der Musiker ein paar Lieder mehr ganz ohne akustisches Begleitorchester zum Besten gibt.

Seit 1989 ist der Hallenser mit den Gläsern unterwegs. Extra zusammenstellen muss er sie nicht. Sowohl die Gläser auch die neun kleinen Mikrofone sind darauf befestigt und werden genau so auch in seinem großen Koffer transportiert. Berufsmusiker ist Axel Merkel noch sehr viel länger. „1977 habe ich angefangen, beruflich Musik zu machen, ich habe in mehreren DDR-Bands gespielt“, erzählt er. In einer Kneipe mit seinen Bandkollegen entstand die Idee der Musik auf Gläsern – die ihn so fasziniert hat, dass er das Ende der 80er zu seinem Hauptjob erklärte.

Von Robert Tiesler

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