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B 96: „Wir werden immer eine Kröte schlucken“

Fürstenberg B 96: „Wir werden immer eine Kröte schlucken“

Beim MAZ-Talk am Dienstag in Fürstenberg drehte sich vieles um die Bundesstraße 96. Aber nicht nur das kam in der Alten Reederei zur Sprache. So wurde auch der Wunsch nach Befestigung des Weges nach Priepert geäußert

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Vorn von rechts: Klaus-Dieter Biesecke, Peter Möller, Gerd Palm, Manfred Saborowski und Anke Dworek. Hinten von rechts: Robert Schulzke, Helmut Vielitz, ­Sebastian Morgner und Stefan Blumberg.

Quelle: Uwe Halling

Fürstenberg. Die B 96, immer wieder die B 96. Sie war auch beim von Redaktionsleiter Sebastian Morgner moderierten „MAZ-Talk“ am Mittwochmorgen das beherrschende Thema in der Alten Reederei. Der geduldige Vorkämpfer der Bürgerinitiative „B 96 raus“, Gerd Palm, machte sich wieder wie ein Berserker und dennoch moderat für die Westumfahrung stark. Alles andere sei für ihn indiskutabel; insbesondere deshalb, weil er befürchtet, dass die jahrelangen Planungen dadurch ins Stocken geraten können und damit noch ein Nebenschauplatz eröffnet werde, mit dem sich beschäftigt werden könne. Für ihn bleibt es dabei: Der Verkehr auf der B 96 – sie ist die einzige Europastraße, die durch ein Stadtzentrum gehe – müsse raus aus der Innenstadt. „Alles andere wäre eine Lösung, bei der der Verkehr in der Innenstadt bleibt.“ Bei der Westvariante sei auch nicht alles optimal. „Wir haben Kritikpunkte. Zum Beispiel muss da ein Radweg berücksichtigt werden.“ Tunnel für Amphibien auf den Fischerwiesen halte er auch für angebracht. Die Vorschläge, die der Arbeitskreis Lebendiges Fürstenberg gemacht hat, sind ihm ein Dorn im Auge, wenngleich es in bestimmten Punkten auch Gemeinsamkeiten gebe. Robert Schulzke vom Arbeitskreis Lebendiges Fürstenberg sagte, dass der große Kreisverkehr nur eine von mehreren Ideen gewesen sei. Kern der Gedanken bleibe eine Trassenbündelung. Eine Möglichkeit wäre, die Umfahrung an den Bahngleisen entlang zu bauen. Der Verkehr würde nur in eine Richtung führen. Somit würde er in der Innenstadt halbiert werden. Anke Dworek verfolgt die Diskussion von Anfang an – als Einwohnerin und Journalistin. „Die Mehrheit möchte die Westvariante. Diese Linienbestimmung existiert seit Jahren. Man sollte Mehrheiten berücksichtigen.“

„Falsche Argumentation“

Störfeuer sieht Manfred Saborowski in falscher Argumentation, die er ausgemacht habe. Eine Lüge sei der vierspurige Ausbau von Oranienburg bis Neubrandenburg. Damit würden die Menschen verunsichert. Für ihn ist klar: „Wenn der Kreisverkehr in Fürstenberg bleibt, wäre es die dümmste Variante.“ Ein Kreisverkehr, wie er vorgeschlagen wurde, sei für ihn keine Lösung. Michael Wittke lebt seit 15 Jahren in der Wasserstadt. Er betreibt die Alte Reederei in der Innenstadt. „Ich bin Hauptbetroffener, bekomme die Erschütterungen durch den Verkehr mit. Aber ich will den Verkehr nicht auf Teufel-komm-raus umleiten. Der Lärm würde nur verlagert werden. Jeder hat dasselbe Recht, den Lärm vor der eigenen Haustür wegzubekommen.“ Er beobachtet eine gewisse Feindseligkeit zwischen den Lagern. „Es gibt überall Betroffenheiten. Aber wenn wir uns hier gegenseitig an die Gurgel gehen, freuen sich ganz andere. Wir sollten untereinander den Respekt bewahren.“ Er wolle eine Minderung des Lärms, eine Optimierung des Durchgangsverkehrs. „Aber es wird nie das Gelbe vom Ei werden, wir werden immer eine Kröte schlucken müssen.“ Zwei Seiten einer Medaille sieht Bürgermeister Robert Philipp, der beim MAZ-Talk ebenfalls mitredete. „Ist der Verkehr raus aus der Innenstadt, verbessert sich die Situation. Und dann? Bekommen wir eine tote Innenstadt?“ Jetzt seien Lärm und Staub da. Die aktuelle Situation behindere den Antrag auf den Status Erholungsort.

Drei Kilometer Weg befestigen – für den Fahrradverkehr

Einen Verkehrswunsch ganz anderer Art äußerte Robert Schulzke. Der Steinförder schlägt vor, den Weg von Kleinmenow zum Forsthaus Priepert zu befestigen. Damit würde zugleich ein Fahrradrundweg entstehen. „Derzeit kommt man wegen des schlechten Weges mit dem Rad dort nicht hin“, sagt er. Das etwa drei Kilometer lange Stück liegt zwei Kilometer diesseits der Landesgrenze und einen Kilometer jenseits der Landesgrenze (Mecklenburg-Vorpommern). Jetzt sei es so, dass Radfahrer, die von Fürstenberg nach Priepert wollen, einen weiten Umweg über Strasen in Kauf nehmen müssten. Bürgermeister Robert Philipp: „Ich nehme das mal mit.“

Von Stefan Blumberg

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