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Oberhavel B-Plan für die Mondlandschaft
Lokales Oberhavel B-Plan für die Mondlandschaft
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00:51 24.08.2014
Riesige Brache nach der Bombensuche: Der ehemalige Verkehrshof in der Oranienburger Rungestraße. Auf der rund 11000 Quadratmeter großen Fläche gebe es reichlich Platz für Geschäfte und Wohnungen. Quelle: Enrico Kugler
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Oranienburg

„Ja, wir haben interessierte Einzelhändler, ab es gibt noch nichts Unterschriebenes“, sagt Baustadtrat Frank Oltersdorf. Mit Namen möglicher Bauherren hält er sich bedeckt. Doch die Stadt wolle keine Zeit verlieren, sondern mit einem B-Plan und in einem beschleunigten Verfahren Baurecht schaffen. Zugleich ihre Ziele festzurren und Grundeigentümer und Interessenten möglichst unter einen Hut bekommen. Der B-Plan soll jetzt auf den Weg gebracht werden.

Es geht um die 11.000 Quadratmeter große Brache an der Rungestraße, auf der sich einst ein Busbahnhof befand. Eigentümer ist die Oberhavel Verkehrsgesellschaft (OVG). Seit der Bombensuche gleicht das Areal einer Mondlandschaft. Letzte Betonbrocken sind noch abzufahren. Das Gelände befindet sich im Karree zwischen Bernauer Straße, Straße Am Mühlenfeld, Rungestraße und Liebigstraße. Der B-Plan soll das gesamte Karree einbeziehen. Die Stadt möchte auf dem Ex-Verkehrshof Einzelhandel ansiedeln. Das allerdings nicht erst seit heute. Hoffnungen, hier könnte ein Investor eine Kaufhaus bauen, zerschlugen sich schon vor Jahren. Nun ein neuer Anlauf.

Das Gelände ist der eine „Pol“ einer innerstädtischen Einkaufsmeile, die die Stadt favorisiert und weiter voranbringen möchte mit ihrer Einzelhandelskonzeption. Auf der anderen Seite der Schlossplatz als Gegenpol, dazwischen die Bernauer Straße. Während dort Handel und Wandel brodeln, ist es um die „Pole“ noch sehr ruhig bestellt. Erst Ende 2013 hatten sich die Pläne zerschlagen, dass der niederländische Investor Ten Brinke auf den Parkplatz am Schloss eine Einkaufs-Mall stellt. Er hatte zu wenige so genannte „Anker-Mieter“ binden können, große Märkte, die kleine Geschäfte nachziehen.

Für eine Bebauung an der Rungestraße ist die Stadt inzwischen weg von einem Kaufhausbau. Vorstellbar, so Oltersdorf, sei eine eben erdige Bebauung mit Geschäften oder einem Supermarkt mit Vollsortiment. Auch parken unter der Erde oder auf dem Dach – „heute ist ja so vieles machbar“. Ein Vollsortimenter von 2000 bis 5000 Quadratmetern Größe sei das Denkbare.

Handel und Wandel an der Ost-West-Achse

2009 gab es in Oranienburg das erste Konzept zur verbrauchernahen Entwicklung des Einzelhandels.
Ein Einzelhandelskonzept steuert seidem die Entwicklung von Standorten. Ziel in der Innenstadt ist die Stärkung einer Ost-West-Achse, mit der OVG-Fläche Rungestraße an einem Ende, dazwischen die Bernauer Straße und am anderen Ende der Bereich Schlossplatz, Breite Straße, Neringstraße, Bötzower Platz.
An der Rungestraße sollen 2000 bis 5000 Quadratmeter Verkaufsfläche etabliert werden. Dazu Wohnungen.
Der Bauausschuss befasst sich mit der B-Plan-Aufstellung am Dienstag, 2. September, ab 18 Uhr in der Orangerie. Die Sitzung ist öffentlich.

„Bisher hatte für uns Einzelhandel Priorität, aber wir wollen hier jetzt auch Wohnungen ermöglichen“, so Planungsamtsleiter Christian Kielczynski. Beide verweisen auf den enormen Druck aus Berlin: „Dort explodieren die Mieten, wir haben viele Leute am Telefon, die hier Baugrundstücke, aber vor allem auch gute Wohnungen suchen“, so der Planungsamtsleiter.

Vor zehn Jahren sei undenkbar gewesen, „dass ein Investor am alten Speicher 280 Wohnungen bauen wird“, so Oltersdorf. Und er macht eine einfache Rechnung auf: Mehr Oranienburger, mehr Kaufkraft, mehr Geschäfte. Er hofft, dass der Trend dorthin geht. „Jetzt  müssen wir uns  wappnen, dass Investoren, die plötzlich vor der Tür stehen, schnell bauen können.“

Auch für den Schlossplatz gibt es offenbar wieder Licht am Ende des Tunnels –  neue Gespräche mit Interessenten. Frank Oltersdorf bleibt Optimist, dass sich beide „Pole“ in absehbarer Zeit doch noch zu frequentierten Einzelhandelszentren mausern.

Von Heike Bergt

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