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Oberhavel Bachelorarbeit über Heidelbeeren
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00:18 21.07.2017
Zwei Dirndl, die die Schärpe nicht in den Schatten stellen, legte sich Anja Mink als Königin zu. Quelle: Foto: M. Richter
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Kremmen

Ganz hinten auf dem Spargelhof ist sie zu finden. In der großen Scheune, wo die Kisten für die Verkaufsstände mit Spargel oder Heidelbeeren bestückt werden. Da hat sie ihr Büro: Anja Mink, frisch gekrönte Erntekönigin 2017, die ab dem Erntefest im September Kremmen repräsentieren wird.

Hauptberuflich ist die 27-Jährige auf dem Spargelhof für Qualitätsmanagement und Direktvermarktung zuständig. Im Studium der Gartenbauwissenschaft beschäftigte sich die Berlinerin an der Humboldt-Uni mit dem Anbau von Obst und Gemüse. Ihre Bachelorarbeit schrieb sie über Heidelbeeren und spezialisierte sich für den Master auf Prozess- und Qualitätsmanagement. „Ich hatte in der Schule Biologieleistungskurs, fand Ökologie toll, da habe ich überlegt, was man daraus machen kann“, verrät die junge Frau. „Ich wusste nicht, was auf mich zukommt“, ist sie ehrlich, zumal niemand im Umfeld Erfahrung im Agrarbereich hatte.

Doch sie habe sich, anders als viele Mitstudenten, im gewählten Fach wiedergefunden. Habe nie über einen Wechsel nachgedacht. Seit Februar 2016 ist Anja Mink auf dem Spargelhof angestellt. Aufmerksam auf Hof und Stadt wurde sie bei einer Exkursion während des Studiums, die sie nach Kremmen führte. Was sie sah, gefiel ihr. „Es stand immer auf meiner Agenda, mich hier zu bewerben.“ Nach dem Examen ließ sie Taten folgen. Bewarb sich initiativ und fuhr in Urlaub. So schnell werden die sich nicht melden, habe sie gedacht, so Mink. Doch da hatte sie sich getäuscht. Direkt nach dem Examen konnte sie anfangen. Es sei ein abwechslungsreicher Job, der nicht nur auf das Büro beschränkt ist. „Die Spargelsaison war sehr intensiv, anstrengend, aber vor allem schön.“ Zugute kommt ihr am Arbeitsplatz auch, dass sie fließend polnisch spricht. Ihre Mutter stammt aus dem Nachbarland. So ist Mink auf dem Spargelhof oft mit ihrer offenen, sympathischen Art als Übersetzerin und Vermittlerin im Einsatz.

Und wurde deshalb auch als Erntekönigin auserkoren. Schon im vergangenen Jahr war Mink als Dolmetscherin beim Besuch der polnischen Partnergemeinde Suchozebry tätig. „Man hat mich vorgeschlagen, alleine wäre ich nie auf die Idee gekommen, mich zu bewerben“, erklärt die 27-Jährige bescheiden. Doch nun für den Posten auserwählt worden zu sein, sei für sie Anerkennung für ihren Einsatz. Mink: „Mir gefällt die Tradition, dass man nur für ein Jahr Königin ist.“ Es sei schon jetzt beeindruckend zu sehen, welche Rolle die Erntekönigin für die Stadt spiele.

„Ich bin glücklich, Erntekönigin zu sein.“ Die Krönung beim Jubiläumsfest des Spargelhofs im Juni sei dabei mit den vorauslaufenden Blumenkindern wie eine Hochzeitszeremonie gewesen. Trotzdem geht Mink mit Ehrfurcht an die Aufgaben heran. In Fehrbellin zur 800-Jahrfeier konnte sie bereits erste Auftrittserfahrung sammeln. Wegen ihrer Dolmetschertätigkeit für Kremmen, waren ihr Sehenswürdigkeiten und Stadtgeschichte sowieso schon vertraut. „Kremmen ist schon so alt, aber so schön und ordentlich.“

In ihrer Freizeit tanzt die Gartenbaufachfrau, früher Ballett heute Jazzdance, hat einen Freund, geht gerne in die Therme und bereist die Welt. In China, Indien und Israel war sie schon unterwegs. Südamerika steht noch auf dem Plan.

Doch erst einmal freut sie sich auf die Zeit als Erntekönigin. Auf tolle Gespräche und bei Festen mitten im Geschehen zu sein. „Davon werde ich immer erzählen können und es entstehen so tolle Fotos.“

Von Ulrike Gawande

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