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Bäcker Guse feiert Goldene Hochzeit

Flatow (Oberhavel) Bäcker Guse feiert Goldene Hochzeit

Hiltraud und Manfred Guse haben sich Mitte der 60er-Jahre auf einer Tanzveranstaltung in Staffelde kennengelernt. Am 18. Februar 1967 heirateten sie in Börnicke. Am Sonnabend feiern sie ihre Goldene Hochzeit. Guses sind in Flatow bekannt – bis heute stehen sie in der Bäckerei hinterm Tresen.

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Hiltraud und Manfred Guse auf ihrem Wohnzimmersofa – und am 18. Februar 1967 bei ihrer Hochzeit in Börnicke.

Quelle: Robert Tiesler

Flatow. Das wird ein großes Fest. Ein halbes Jahrhundert lang sind Hiltraud und Manfred Guse verheiratet. Mit einem Gottesdienst in der Flatower Kirche wird das am Sonnabendnachmittag gefeiert. Man kennt die beiden im Dorf – bis heute stehen sie immer wieder hinter der Theke der Bäckerei in der Hauptstraße.

In den 60ern gab es in der Region noch viele Tanzgaststätten. Wie zum Beispiel in Staffelde. Bei einer dieser Veranstaltungen lernten sich Hiltraud und Manfred damals kennen. Sie fanden sich gleich sympathisch, „auch wenn es nicht die Liebe auf den ersten Blick war“, wie sie sagt. Er ist Ur-Flatower. Sie stammt eigentlich aus Pommern, aber noch im Babyalter sind ihre Eltern mit ihr geflüchtet, am Ende landeten sie in Börnicke. Dort trafen sich die beiden auch bald schon wieder.

„So genau wissen wir das gar nicht mehr, wie das war“, sagt sie. Allerdings hatte sie strenge Eltern. Sie war damals 19, als sie sich verlobten, und bis zur Hochzeit durfte sie nicht bei ihm übernachten. „Wir haben uns nicht mal geküsst vor den anderen“, erinnert sie sich. Am 18. Februar 1967 heirateten Hiltraud und Manfred Guse. Die kirchliche Trauung fand in Börnicke statt. „Es war ein schönes Fest!“, sagt sie. 40 bis 50 Leute waren dabei.

Hiltraud und Manfred Guse bei ihrer Hochzeit am 18

Hiltraud und Manfred Guse bei ihrer Hochzeit am 18. Februar 1967.

Quelle: privat

Zeit für eine Hochzeitsreise hatten Guses aber nicht. Sie zog nach Flatow und gab ihren Job im Büro einer Nauener Baufirma auf, um im Bäckerbetrieb ihres Mannes mitzuarbeiten. „Mein Mann brauchte mich als Verkäuferin.“ Sie brauchte ein paar Jahre, um sich wirklich in Flatow einzuleben. „Ich kannte ja am Anfang hier niemanden."

Das Paar bekam zwei Söhne. Karsten hat inzwischen die Bäckerei der Eltern übernommen. Matthias hat eine Heizungsbaufirma in Börnicke.

Mitten in der Nacht musste Manfred Guse täglich aufstehen, um frische Brötchen oder Brote zu backen. Im Jahr 1986 bauten sie sich auf dem Hinterhof einen kleinen Laden, der bis heute fortbesteht. Davor befand sich das Geschäft noch direkt im Haus von Guses. „Es macht immer noch Spaß, da zu arbeiten“, sagt sie. „Es kommen öfter mal Pilger vorbei, die von Berlin nach Bad Wilsnack unterwegs sind.“ Sogar Stammkunden aus Berlin hat die Flatower Bäckerei. „Wir arbeiten noch jeden Tag“, sagt Manfred Guse. Sie wollen ihren Sohn weiterhin unterstützen, der im Laufe des Morgens viele Backwaren ausfährt.

Bis heute ist Manfred Guse Mitglied bei Rot-Weiß Flatow. „Bis ich 22 war, habe ich noch Fußball gespielt“, erzählt er. Damals noch bei Traktor Flatow. „Dann ging es wegen der Arbeit nicht mehr.“ Da er nicht mehr so gut auf den Beinen ist, schaut er Fußball meistens nur noch im Fernsehen. „Dortmund ist meine Mannschaft.“

Hiltraud singt seit 40 Jahren im Flatower Kirchenchor und hat bis vor kurzem einmal in der Woche in einer Nauener Gruppe Sport getrieben. „Ich bin außerdem leidenschaftliche Autofahrerin“, erzählt sie und schmunzelt.

Jetzt ist die Zeit der Erinnerungen. Hiltraud Guse läuft zum Schrank und holt ein Fotoalbum hervor. Darin befinden sich Bilder von der Hochzeit vor 50 Jahren. Ist es immer noch Liebe? Das Lächeln als Antwort reicht aus.

Von Robert Tiesler

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