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Bäume pflanzen auf Sansibar statt Badesee

Austauschprogramm für Schüler aus Oberhavel Bäume pflanzen auf Sansibar statt Badesee

Während die meisten Schüler aus Oberhavel ihre Sommerferien lieber am Badesee oder am Meer verbrachten, zog es Marie-Christin Simms und Alexander Giese sowie sieben weitere Jugendliche aus Oberhavel nach Sansibar. Um Bäume zu pflanzen, mit Kindern zu tanzen und etwas über Völkerverständigung zu lernen.

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Schüler aus Oberhavel mit ihren Gastgebern auf Sansibar

Quelle: privat

Velten. Während viele Schüler aus Oberhavel vermutlich in den vergangenen Wochen nicht eine Sekunde an Arbeit gedacht haben und in ihren Sommerferien am Badesee entspannten, zog es Marie-Christin Simms, Abiturientin aus Eichstädt, und Alexander Giese, Zwölftklässler am Veltener Bollhagen-Gymnasium, nach Sansibar. Zu dieser exotischen Inselgruppe, die zu Tansania gehörend an der Ostküste Afrika im Indischen Ozean liegt. Aber anstatt am weißen Traumstrand zu chillen, pflanzten sie Bäume im Schulgarten von Chukwani zur Verbesserung des CO2-Haushaltes, führten ein Tanzprojekt mit Kindern durch und lernten bei alledem etwas über interkulturelle Verständigung. Für den Kauf einer Pumpe für dortige Schultoiletten hatten sie schon vor der Reise 1000 Euro an Spenden gesammelt.

Denn zusammen mit acht weiteren Jugendlichen vom Bollhagen-Gymnasium, und dem Oranienburger Runge-Gymnasium nahmen sie drei Wochen lang an einem internationalen Jugendaustauschprojekt teil. Aber wie kommt man mit Sansibar in Kontakt?

Sonnenuntergang am Strand von Sansibar

Sonnenuntergang am Strand von Sansibar

Quelle: Alexander Giese

„Über unsere AG ´Schule ohne Rassismus´“, erinnert sich Marie an die Anfänge des Projektes, das von RAA-Brandenburg und dem Verein Carpus organisiert wird. 2013 hörten sie einen Vortrag über Frauen auf Sansibar. Die Neugierde war geweckt. In den Sommerferien 2014 kamen für eine erste Projektwoche Sansibaris aber auch Schüler von den Philippinen nach Deutschland. Damals war Gerechtigkeit das zentrale Thema. Bei dem jetzigen Gegenbesuch der Jugendlichen auf Sansibar stand der Tourismus mit allen seinen Facetten im Fokus der Projektarbeit.

Angekommen auf Sansibar gab es daher auch Gelegenheit zum Sightseeing: „Stone-Town, die aus Korallen gebaute Altstadt von Sansibar-Stadt war toll“, begeistert sich Alexander. Spannende Begegnungen boten sich zum ZIFF, dem Filmfestival von Sansibar. „Die afrikanischen Filme waren emotional und oft sehr kritisch“, erzählt die angehende Studentin Marie. Abenteuerlich und trotzdem eindrucksvoll sei eine Einbaumtour durch die Mangrovenwälder des Jozani-Forrests gewesen. Dort habe man dann auch die `typischen´ Touristen getroffen, gekleidet mit bauchfreiem Top und Hotpants. Marie erinnert sich mit Schrecken: „Unpassend für ein muslimisches Land.“ Sansibar sei ein Touristenland, aber aus Respekt vor den Einheimischen, besonders auf den Dörfern, sei Kleidung, die Schulter und Knie bedeckt, wichtig. Alexander war hingegen fasziniert von den farbenfrohen Stoffen, die auch für Kopftücher verwendet werden. Kanga heiße Tuch auf Swahili, der Sprache Ostafrikas, erinnert er sich.

Der Tourismusminister, der von den deutschen Jugendlichen im Rahmen des Projektes interviewt wurde, sei offen für Tourismus, da es ein wichtiger Wirtschaftszweig für das Land sei. Aber er bat um mehr gegenseitigen Respekt zwischen Einheimischen und Touristen.

Untergebracht waren die Projektteilnehmer zeitweise im Gruppenhaus von Birgit Mitawi, der Organisatorin vor Ort, aber auch bei Gastfamilien. Ein Sprachkurs in Swahili war daher vor der Abreise Pflicht, denn nicht alle Sansibaris sprechen Englisch. „Die Grundkenntnisse haben uns besonders in den Familien sehr geholfen“, berichtet Alexander. Zu Essen gab es meist Reis mit Gemüsesoße. Teilweise auch Fisch und oft frische Früchte. Selten jedoch Fleisch, da viele Menschen dort wenig Geld für Lebensmittel hätten, erfuhren die Schüler. „Wir konnten so vieles probieren und alles war frisch“, begeistert sich Alexander, bei dem deshalb auch der Besuch einer, für die Insel typischen, Gewürzfarm besonderen Eindruck hinterlassen hat. „Wir konnten riechen, schmecken und anfassen.“ ´Abgefahren´ sei die Herstellung von Haargel aus dem Samen des Lipsticktrees, so der 17-Jährige. Vieles sei neu gewesen. So hätten seine Hände noch lange nach Vanille gerochen. Auf Maries Händen erinnern nach der Heimkehr mit Henna gemalte Ornamente an die Reise.

Kennenlernen neuer Gewürze auf der Spicetour

Kennenlernen neuer Gewürze auf der Spicetour

Quelle: Alexander Giese

„Wir haben viel gelernt“, sind sich die Jugendlichen einig. Besonders die Mentalität der Menschen, deren entspannte Lebenseinstellung und die große Gastfreundschaft, habe sie beeindruckt. Alexander nimmt sich daher vor, selbst auch zukünftig afrikanisch flexibler zu sein.

Von Ulrike Gawande

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