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Bahn will Bahnhof verkaufen

Birkenwerder Bahn will Bahnhof verkaufen

Das Bahnhofsgebäude in Birkenwerder soll verkauft werden. Für die Deutsche Bahn sei die Immobilie „entbehrlich“, sagt Bahnsprecher Burkhard Ahlert. Als „verhalten“ beschreibt Torsten Werner als Vorsitzender des Ortsentwicklungs-ausschusses die Reaktionen. Sein Verdacht: „Die Bahn möchte die Sanierungskosten auf die Gemeinde abwälzen.“

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Der Bahnhof Birkenwerder soll verkauft werden.

Quelle: Robert Roeske

Birkenwerder. Das Bahnhofsgebäude in Birkenwerder soll verkauft werden. Derzeit befindet sich dort ein Reisezentrum und die Tourismusinformation. Für die Deutsche Bahn sei die Immobilie „entbehrlich“, sagt Bahn-Pressesprecher Burkhard Ahlert auf Nachfrage. „Aufgrund der besonderen baulichen Gegebenheiten mit Fahrstuhl und Gebäudeüberbau über dem Gleis wird ein Verkauf an die Gemeinde in Betracht gezogen.“ Der Verkaufszeitpunkt sei allerdings unbestimmt und „eine Versteigerung des Grundstücks ist nicht vorgesehen.“ Zum Verkehrswert würden grundsätzlich keine Angaben gemacht, so Ahlert.

Verwaltungsvertreter hätten das Gebäude bereits besichtigt, sagt Bürgermeister Stephan Zimniok (B.i.F.). Das Angebot der Bahn und der erste Eindruck sei bereits der Kommunalpolitik vorgestellt worden. „Der Aufwand ist wahrscheinlich enorm“, bringt Zimniok die Einschätzung auf den Punkt. „Wir wollen gern ein Schadensgutachten erstellen, um den konkreten Aufwand überblicken zu können.“ Im Anschluss sei ein klarer Auftrag der Gemeindevertretung erforderlich, um gegebenenfalls in Verhandlungen eintreten zu können. Zimniok: „Das grundsätzliche Verkaufsangebot liegt vor.“

Als „verhalten“ beschreibt Torsten Werner (B 90/Grüne) als Vorsitzender des Ortsentwicklungsausschusses die Reaktion der Politik. „Wir wollen einen Baugutachter reinschicken und konkrete Zahlen hören, bevor wir eine Entscheidung treffen“, sagt er. Nicht nur ihn persönlich beschleicht der Verdacht: „Die Bahn möchte die Sanierungskosten auf die Gemeinde abwälzen.“ Der Sanierungsbedarf sei erheblich, beispielsweise im Dachbereich. Selbst bei einem Kaufpreis von einem Euro müsse genau hingeschaut und abgewogen werden. Denn Mietflächen wie im Hohen Neuendorfer Bahnhof gebe es nicht. Die meisten Räumlichkeiten nur über den Bahnsteig zu erreichen. Viel interessanter und besser nutzbar seien für die Gemeinde die Bahn-Flächen An den Ulmen. Der Bürgermeister habe den Auftrag, das in die Verhandlungen mit einzubringen. Die Kommunalpolitik habe den Fokus zunächst auf andere Objekte gerichtet, so Werner: „Wichtiger ist für uns das Postgebäude und das Gestalten des Bahnhofsvorplatzes.“

Die Stadt Hohen Neuendorf hat ihr Bahnhofsgebäude bereits 2011 erworben. Erklärtes Ziel ist es, einen „Kulturbahnhof“ an dem Standort zu etablieren. In erster Linie sind städtische Nutzungen vorgesehen. Die Stadtbibliothek sollen ebenso einziehen wie der Seniorenklub und der Musikzug. Außerdem wird eine Gewerbenutzung angestrebt: ein Bistro, ein Zeitungs- und ein Blumenladen. Die erforderliche Investition in dem Gebäude mit fünf Etagen war vor einem Jahr mit rund 3,5 Millionen Euro beziffert worden.

Im Jahr 2007 wurde die Variante Neuerrichtung eines Bahnsteiges in Betracht gezogen. Damit sollte künftig auch der Halt des Regionalexpresses ermöglicht werden. „Zum heutigen Stand wurden diese jedoch nicht fortgeführt und ist für die nächsten Jahre nicht vorgesehen“, sagt Burkhard Ahlert.

Von Helge Treichel

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