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Oberhavel Bald kommt Leben in die Bude
Lokales Oberhavel Bald kommt Leben in die Bude
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00:19 21.10.2017
Clubleiter Jürgen Baer freut sich auf den neuen Club mit seinen neuen Möglichkeiten. Quelle: Helge Treichel
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Birkenwerder

„Das ist ein Wunder“, sagt Jürgen Baer und lässt den Blick schweifen. Der Leiter des Kinder- und Jugendfreizeithauses Corn freut sich riesig über die Sanierung des Bestandsgebäudes, den Anbau und die Neugestaltung der Außenfläche der seit 1989 an dieser Stelle bestehenden Einrichtung. Diese Zufriedenheit wiegt um so mehr, weil er mit seinen „Jungs und Mädels“ (wie er die Clubgäste nennt) auch schwierige Zeiten hatte.

„Am Tiefpunkt durften bloß noch 23 Personen in das Jugendcafé im Obergeschoss, weil die Brandschutztreppe fehlte“, erinnert sich der 55-Jährige. Fünf, sechs Jahre habe sich dieser Zustand hingezogen, in denen Nachfragen immer die gleiche frustrierende Antwort und Ungewissheit nach sich zogen. Das war auch die Zeit, in der Jugendliche schon das Gerücht mitbrachten, das Club-Gelände solle verkauft werden.

Die Architektenleistungen übernahm Frank Seidel vom gleichnamigen Ingenieurbüro aus Neuenhagen. Quelle: Helge Treichel

Und jetzt das: Die Gemeinde hat 2,4 Millionen Euro in die Hand genommen, um alles schön, neu, größer und umweltfreundlicher zu machen. Am 17. November soll offiziell Einweihung gefeiert werden. Bis dahin sollen auch die circa 50 Hortkinder aus der vierten Jahrgangsstufe der Pestalozzi-Grundschule in ihre neuen Räume im Anbau eingezogen sein, sagt Elvira Zocher, Fachbereichsleiterin für Bildung und Soziales im Rathaus. In der nächsten Woche werde das Landesjugendamt für die Betriebserlaubnis vor Ort erwartet.

Die Mitarbeiter der Firma Paul & Sohn aus Berlin Mahlsdorf bauen gegenwärtig die Türen ein. Quelle: Helge Treichel

Denn das Gebäude sei im Wesentlichen fertig, sagt Planer und Bauüberwacher Frank Seidel. Derzeit würden noch die Türen eingebaut. Der mehr als 100 Jahres alte Altbau habe eine Nutzfläche von 290 Quadratmetern, 408 Quadratmeter seien es im Neubau, wo die Hortkinder einen eigenen Bereich bekommen. Das Besondere am Bau sei seine Umweltfreundlichkeit. Die Wärmepumpe und die Lüftungsanlage mit 80-prozentiger Wärmerückgewinnung würden angetrieben über die Photovoltaikanlage auf dem Dach. „Die energetische Bilanz ist sehr gut“, sagt Seidel. Auch die Schalldämmung erfülle hohe Anforderungen, damit zum Beispiel Bands proben und Musik gespielt werden können.

Dass sich der Computer- und der Bandraum nicht mehr im niedrigen Keller befinden, begrüßt auch Jürgen Baer. Er hatte vor 27 Jahren als ehrenamtlicher Betreuer eine Tanzgruppe im Corn angefangen. Eine Festanstellung bekam er 1993, die Leitung übernahm er vor 15 Jahren. Das Bestandsgebäude war ein Altersheim, bevor es einige Zeit leer stand und 1989 zum Jugendclub wurde.

Jürgen Baer beim Wiederaufbau der Kuppel im Jugendcafé. Quelle: Helge Treichel

Jürgen Baer steckt in Arbeitskleidung. Er möchte bis Mitte November die Kuppel wieder herstellen, die wegen der Brandschutzdecke eingerissen werden musste. Der während der Bauarbeiten beschädigte Teich ist mit tatkräftiger Unterstützung der Jugendlichen bereits wieder hergestellt, vergrößert um das ehemalige Meerschweinchengehege. Die Nager mussten umziehen. Auch die Voliere ist bereits etwas verkleinert. Bis zu 25 junge Helfer hatte Baer.

Neben diesem hölzernen Klettergerüst wurde auf dem Freigelände unter anderem eine Seilbahn montiert und eine Graffiti-Wand aufgestellt. Quelle: Helge Treichel

Seine Kollegin Stefanie Groß hält derweil im Übergangsdomizil an der Industriestraße die Stellung. Seit April 2016 wurde der Kluballtag dahin verlegt. Dort leben auch die Schafe, die im Zuge des Tierpädagogik-Konzeptes gehalten werden. Dank eines neuen Naturschutzprojektes sollen künftig auch Sumpfschildkröten auf dem Corn-Gelände in Birkenwerder leben, erzählt Baer. Kästen für Mauersegler und Nistplätze für Schwalben oder Fledermäuse gibt es ebenso.

Platz ist für die Lücke-Kinder der fünften und sechsten Klassenstufe und die Viertklässler vom Hort ebenso wie für die Jugendlichen. Der Außenbereich wird um Kletterrutsche, Seilbahn, Ballspielplatz und Graffiti-Wand erweitert. Der neue „Corn“ bietet also viel Platz, damit Leben einziehen kann. „Das ist wirklich ein Wunder“, bekräftigt Jürgen Baer.

Der Neubau mit den Photovoltaik-Modulen auf dem Dach. In dem abgetrennten Bereich sollen die ältesten Hortkinder aus den vierten Klassen betreut werden. Quelle: Helge Treichel

Von Helge Treichel

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