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Bauarbeiten auf dem Weg in die Hauptstadt

Oberhavel/Berlin Bauarbeiten auf dem Weg in die Hauptstadt

Für Pendler aus Oberhavel wird die Autofahrt nach Berlin auf mehreren Strecken zur Geduldsprobe. Wer von Glienicke/Nordbahn aus auf der B 96 nach Berlin-Wittenau und weiterfahren will, muss ab Ende März mit starken Einschränkungen rechnen. Ende 2017 oder Anfang 2018 wird der Pankow-Zubringer - die A 114 - ebenfalls betroffen sein.

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Blick auf die Kreuzung Oranienburger Straße/Wittenauer Straße. Insgesamt 80 Straßenbäume wurden an der Strecke bereits gefällt.

Quelle: Helge Treichel

Oberhavel/Berlin. Wer mit dem Auto zwischen Berlin und dem Umland pendelt, muss sich auf schwere Zeiten einstellen – oder sich Alternativen überlegen. In den nächsten Jahren werden wichtige Verbindungen zur Baustelle – alle gleichzeitig.

Den Anfang macht die Oranienburger Straße in Berlin, auf der zum Teil die Bundesstraße B 96 verläuft. Deren Neubau soll nach Angaben aus dem Bezirksamt Reinickendorf Ende dieses Monats beginnen und voraussichtlich rund zehn Millionen Euro kosten. Betroffen ist der 2,4 Kilometer lange Bereich zwischen Wittenauer Straße und Tessenowstraße, wobei die Realisierung an beiden Enden gleichzeitig beginnt und die Baustellen sich bis zum Wilhelmsruher Damm aufeinander zu bewegen. Für die Arbeiten ist nach Auskunft aus dem Büro von Bezirksbaustadträtin Katrin Schultze-Berndt ein Zeitfenster bis Mitte 2020 anvisiert. Die Cyclopstraße werde für einen längeren Zeitraum zur Ausweichstrecke. Baustellenampeln sollen den Verkehrsfluss regeln.

Auf Grund der hohen Verkehrsbelastung durch starken Lkw- und Busverkehr befinden sich die Fahrbahnbereiche in einem baulich schlechten Zustand und sind im Rahmen der normalen Straßenunterhaltung nicht mehr dauerhaft instand zu halten, heißt es. Die Tragfähigkeit des Fahrbahnaufbaus, der häufig nur aus einer Schwarzdecke auf Pflaster oder Unterbeton besteht, entspreche nicht den Anforderungen des Verkehrsaufkommens. Neben dem grundhaften Fahrbahnausbau soll die Leistungsfähigkeit der übergeordneten Verbindungsstraße verbessert werden. Dazu werden unter anderem zusätzliche Abbiegespuren in den Knotenpunktbereichen angelegt. Um die Verkehrssicherheit zu erhöhen, werden durchgängig Radwege beziehungsweise Radfahrangebotsstreifen auf der Fahrbahn angelegt. Weil dazu der Straßenquerschnitt verändert werden müsse, seien bereits 40 störende Straßenbäume gefällt worden, weitere 40 wegen ihres schlechten Gesundheitszustandes.

Ab Ende dieses Jahres oder Anfang 2018 soll zudem die Autobahn A 114 Richtung Pankow saniert werden. Für den Ausbau des rund sieben Kilometer langen Fahrbahnabschnitts zu einer „Stadtautobahn“ sowie für den Ersatzneubau oder die Sanierung der insgesamt acht Brücken über die A 114 sind 45 Millionen Euro einkalkuliert. Um eine völlige Verkehrsüberlastung zu vermeiden, werde die Autobahn jedoch zu keiner Zeit gesperrt. Auf dem Zubringer wird jeweils ein Fahrstreifen stadteinwärts sowie stadtauswärts geöffnet bleiben.

Anders übrigens als auf der Bundesstraße B 2, die ab diesem Frühjahr in einem Zeitraum von vier Jahren ausgebaut werden soll. Die B 2 wird nur stadteinwärts befahrbar sein. Der Verkehr nach Norden wird umgeleitet über die Ortnitstraße, Blankenburger Straße und Heinersdorfer Straße zum Blankenburger Pflasterweg und zurück zur B 2.

Im Hennigsdorfer Stadtteil Nieder Neuendorf schließlich wird die Verbindung nach Berlin-Heiligensee zur Baustelle. Die Brücke der Landesstraße L 172 über dem Havelkanal aus dem Jahr 1953 soll ab Herbst dieses Jahres demontiert werden. Ab Mitte März lässt das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Brandenburg deshalb eine Behelfsbrücke errichten. Diese provisorische Brücke soll den Straßenverkehr einspurig mit Ampelregelung fließen lassen, wenn ab Herbst die alte Brücke abgerissen und bis Frühjahr 2019 ihr Neubau errichtet wird.

Wegen der zu erwartenden Verkehrsbehinderungen wird voraussichtlich noch mehr Straßenverkehr als bereits ohnehin die Autobahn A 111 belasten.

Von Helge Treichel

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