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Bauherr will auch an Flüchtlinge vermieten

Wohnprojekt in Bergfelde Bauherr will auch an Flüchtlinge vermieten

Ende April, spätestens Anfang Mai beginnt der Bau von 51 Wohnungen an der Ahornallee in Bergfelde. „Das Thema Gemeinschaftsunterkunft ist abgehakt“, sagt Bauherr Roland Schuh. Er stehe jedoch weiter dazu, Wohnungen auch für Geflüchtete zur Verfügung zu stellen.

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Der geplante Wohnungsbaustandort am S-Bahnhof in Bergfelde.

Quelle: Helge Treichel

Bergfelde. Seit Ende vergangenen Jahres die – inzwischen verworfene – Möglichkeit diskutiert wurde, eine befristete Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge an der Ahornallee in Bergfelde zu schaffen, steht dieses Vorhaben im besonderen Fokus. Als in der vergangenen Woche die Baustelle eingerichtet wurde, gingen sofort Anfragen beim städtischen Bauamt ein. Und bei der MAZ.

Der Bauherr hatte ein gutes Dutzend Baucontainer auf das Gelände bringen lassen. Dabei sei der Bürgersteig blockiert und das Halteverbot missachtet worden, schreibt Anwohnerin Kerstin Genzow besorgt. Dabei seien auch in der Erde befindliche Telefon-, Wasser- und Gasleitungen überfahren worden. „Zuvor wurde schon ein Straßenbaum in ,Eigenregie’ durch Mitarbeiter des Bauherrn beseitigt“, schreibt die Medizinerin. Im Namen weiterer Anwohner stellt sie die Frage, „warum hier Ausnahmeregelungen erteilt werden, die für andere Menschen nicht in Frage kommen“.

Bauamt: Keine Sonderregelungen für den Investor

Dem widerspricht der für Stadtplanung zuständige Fachdienstleiter Roland Luchterhand auf Nachfrage: „Es gab keine Sonderregelungen.“ Die provisorische Baustellenzufahrt sei mit Zustimmung des Bauamtes genutzt worden. Zum Schutz des Gehweges und der Leitungen seien Stahlplatten ausgelegt worden, was auch kontrolliert und dokumentiert worden ist. Die eigentliche Baustellenzufahrt werde an der anderen Seite der Grundstücksbegrenzung an der Ahornallee angelegt. Für die dortige Baumfällung habe eine Genehmigung vorgelegen.

Unsicherheit herrscht bei den Anwohnern auch darüber, was eigentlich gebaut wird. „Angeblich sollen hier Unterkünfte für circa 150 Menschen auf kleiner Fläche entstehen“, schreibt Kerstin Genzow. „Als unmittelbar Betroffene würden wir auch gern erfahren, wer hier unser Nachbar werden soll.“

Bauherr entsetzt über „Einschüchterungsversuche“

Bauherr Roland Schuh plant den Bau von 51 bezahlbaren Wohnungen in drei Wohnblocks. Den Baubeginn plane er EndeApril/Anfang Mai, sagte er auf Nachfrage. Die Fertigstellung sei für dieses Jahr vorgesehen: „Es ist aber auch okay, wenn es Januar wird.“

Unterdessen liefen bereits die Telefone von Mietinteressenten heiß, sagte Schuh. Die Vermietung beginne jedoch erst im September, wenn er auch etwas vorweisen könne. „Das Thema Gemeinschaftsunterkunft ist abgehakt“, unterstrich der Bauherr. Es sei jedoch ausschließlich seine Entscheidung, an wen er vermietet. Und er stehe dazu, Wohnungen für Flüchtlinge zur Verfügung zu stellen. Es habe ihn „entsetzt“, von welcher Seite es bei diesem Thema „Einschüchterungsversuche“ gegeben habe. Davon lasse er sich aber ausdrücklich nicht beeinflussen. Im Gegenteil.

Das Projekt

In der Anlage entstehen 51 Wohnungen zwischen 50 und 90 Quadratmeter in drei dreigeschössigen Wohngebäuden mit Mansarddach.

Der Standard beinhaltet Fußbodenheizung, eine Biomasseheizungskaskade mit 120 Solarkollektoren, dreifach verglaste Alu-Fenster und eine Lüftung mit Wärmerückgewinnung.

Internet: www.immo-schuh-berlin.de

Von Helge Treichel

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