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Baukulturpreis vergeben

Gransee Baukulturpreis vergeben

In Gransee wurden am Sonntag gleich drei Sieger gekürt. Die haben ein altes Haus wieder in den ursprünglichen Zustand versetzt, einen Hof, der kurz vorm völligen Zerfall stand, „gerettet“, und ein Haus erschaffen, das sich ziemlich prägnant in die Natur einpasst.

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Strahlende Siegerin (2. v. l.): Martina Schmidtke. Ministerin Kathrin Schneider, Jury-Chef Jürgen Peters und Amtsdirektor Frank Stege gratulierten.

Quelle: Uwe Halling

Gransee. Der erste Baukulturpreis des Amtes Gransee und Gemeinden ist vergeben. Genau genommen waren es gleich drei erste Plätze. Die Jury hat so entschieden. Die preisgekrönten Häuser stehen in Menz, Gransee und Neuglobsow. „Es war nicht so leicht, bis wir uns in der Jury geeinigt hatten“, gestand Professor Jürgen Peters. Der Vorsitzende der Jury erklärte zudem, dass die Modalitäten im Wettbewerb etwas geändert wurden. In der Kategorie Altbau vergab die Jury gleich zwei erste Preise, die Kategorie Garten floss in die anderen beiden Kategorien ein. Es ließe sich nicht in jedem Fal voneinander trennen“, sagte er. So kam der dritte Sieg des Tages nicht nur aus der Kategorie Neubau, sondern zugleich aus der Kategorie Garten.

Große Wirkung auf die Altstadt

„Wir wurden zweimal gefragt, ob wir an dem Wettbewerb mitmachen möchten. Dann haben wir schließlich eingewilligt“, sagte Martina Schmidtke aus Gransee. Sie wohnt mit ihrem Mann und den drei Kindern seit 2010 in der Nagelstraße 5. Im vergangenen Jahr richteten sie ihr neues Heim preisgekrönt her. „Wir wurden vorgeschlagen, haben auch keine Unterlagen eingereicht. Ich wusste vorher nicht, welchen Platz wir belegen würden“, sagte Martina Schmidtke. Und: „Wir fühlen uns sehr wohl zu Hause.“ Das Haus war zu DDR-Zeiten stark verändert worden, unter anderem wurden dem Gebäude neue Fensterformen verpasst. David und Martina Schmidtke brachten alles wieder in den Ursprungs-Zustand zurück. „Dieses Gebäude hat eine große Wirkung auf die Altstadt“, sagte Laudator Professor Jürgen Peters.

Familie Lück-Lindwurm machte es sich zur Aufgabe, einen nach der Wende verfallenen Hof in Menz wieder aufzupeppen. „Ja, man könnte schon sagen, dass es eine Lebensaufgabe geworden ist“, sagte Renate Lück-Lindwurm über den Aufwand, der an der Immobilie betrieben wurde. Acht Jahre lang – von 2000 bis 2008 – wurde geplant und gebaut. „Sehr viel zu verdanken haben wir dem Architekten und den Bauarbeitern“, lobt Rainer Lindwurm im Nachhinein diejenigen, die die wahre Arbeit leisteten. Dennoch investierte auch das Paar viel Kraft in die Sanierung des Hofes und rettete damit die Bausubstanz vor dem gänzlichen Verfall, wie es gestern in der Laudatio hieß.

Ein Haus in die Natur integriert

Wegen ihres außergewöhnlichen Neubaus wurden Hagen Koch und Joachim Krebser geehrt. In Neuglobsow haben sie ein Haus hingestellt, welches weitestgehend aus Lärchenholz gebaut wurde. Sie haben das Gebäude so in die Natur integriert, dass es heute kaum noch auffällt. Nicht nur das Haus wurde für den Wettbewerb eingereicht, sondern auch noch der Garten. Dafür bekamen sie den ersten Preis.

Manfred Richter aus dem Amt Gransee und Gemeinden war vor zwei Jahren auf die Idee gekommen, diesen Baukulturpreis ins Leben zu rufen – und stieß sofort auf offene Ohren. „Gransee hat die Altstadt eigentlich neu erschaffen“, sagte er bei der Festveranstaltung. Damit sei die Lebensqualität wesentlich erhöht worden – und zwar in allen 27 Ortsteilen. „Es sind dorf- und stadtbildprägende Bauten entstanden, die nachahmenswert sind.“ Auch Infrastrukturministerin Kathrin Schneider ist sich des Engagements der Menschen in der Region bewusst und sparte nicht mit Lob. „Menschen leben gern dort, wo gebaute Qualität ist. Die Bauwerke sind identitätsstiftend, fördern eine Bindung zur Region.“ Sie hofft, dass diese Idee auch in anderen Regionen des Landes Brandenburg Fuß fasst.

Von Stefan Blumberg

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