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Baumschnittkurs in Hoppenrade

Gartenarbeit im Frühjahr Baumschnittkurs in Hoppenrade

Dafür, wie alte Obstbäume beschnitten werden, interessierten sich am Wochenende rund 30 Hobbygärtner aus Berlin und Brandenburg. Drei Fachleute standen auf dem Apfelhof Wähnert Rede und Antwort.

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Schnittkurs am lebenden Objekt: Hobbygärtner aus Berlin und Brandenburg beim Workshop in Hoppenrade.

Quelle: Uwe Halling

Hoppenrade. Auf überwältigendes Interesse stieß der Baumschnittkurs am Sonnabend in Hoppenrade. Rund 30 Hobby-Gärtner aus Berlin und Brandenburg ließen sich von Fachleuten „am lebenden Objekt“ zeigen, wie die Äste von Apfel und Pflaume getrimmt werden können – um erstens eine gute Ernte abzuwerfen und zweitens, die Gesundheit des Baumes zu erhalten. Dabei ist in diesem Jahr durchaus Eile geboten.

Wie Bio-Bauer Stefan Wähnert mit Blick auf die Knospen seiner Bäume erklärte: „Die sind schon in Warteposition. Noch ein bisschen Sonne und die knallen. Wir müssen uns sputen, wenn wir vorher alle beschneiden wollen.“ Zugleich sorgen sich die Landwirte um mögliche Spätfröste. Ein wenig von der Schnitt-Arbeit übernahmen am Sonnabend die Kursteilnehmer, die in drei Gruppen unter die Apfelbäume geführt wurden.

Der Zehdenicker Apfelpapst Jürgen Sinnecker stieg als Erster auf die Leiter, um mit scharfer Säge einen querliegenden Ast zu kappen. Dabei sei die Schnittrichtung entscheidend: „Der Ast reißt so, wie der Vogel scheißt. Nach unten“, erklärte Sinnecker. Falls beim Auslichten doch mal was daneben geht, könne die Schnittstelle wundversorgt werden, etwa mit Lehm oder Latex. Falls der Baum an dieser Stelle nicht mehr reagiert, helfe auch leichtes Ankratzen. „Dann erinnert sich der Ast wieder an seine Aufgabe und wächst los“, so Sinnecker.

Der Gravensteiner wird neben dem Klarapfel so ziemlich die erste Sorte sein, die Wähnerts dieses Jahr ernten und im Hofladen verkaufen oder in die Frischekiste packen, mit der die Landwirte seit mehr als fünf Jahren Kunden beliefern. Der Einzugsbereich reicht inzwischen von Rheinsberg bis in den Norden Berlins. Gegen die zunehmende Konkurrenz der großen Biohändler können sich Wähnerst bislang behaupten. Viele Kunden hätten einen direkten Bezug zum Hof und wüssten daher, wo ihr Essen wächst. Als kleinen Erfolg der Alte-Sorten-Bewegung wertet es Susann Wähnert, dass Kunden kaum mehr nach dem einst so beliebten Elstar-Apfel fragten, sondern lieber noch einen „auch schrumpeligen Boskop“ orderten. Die Nachfrage fördere den Erhalt der heimischen Sorten.

Unter den Bäumen wurde derweil über die richtige Düngung diskutiert. Dafür tauge selbst die Asche vom Kaminholz, ideal auch der Mist vom Kompost, erklärte Peter Fischer von der gleichnamigen Baumschule aus Eberswalde. Wichtig dabei, der Dünger sollte dort ausgelegt werden, wo die Bäume ihre Wurzeln haben, also nicht direkt am Stamm.

Auch in den Gewächshäusern des kleinen Landwirtschaftsbetriebes in Hoppenrade geht es jetzt langsam los: „Wir werden in wenigen Tagen die ersten Salate pflanzen“, sagte Susann Wähnert. Auch davon werden die Kunden des Hofes bald die erste Ernte in ihren Kisten finden. Der Obst- und Gemüse-Service sichere den Landwirten im Winter ein Einkommen, betonte die Chefin. „Das hat man sonst ja nicht in der Branche.“ Weiter wachsen soll der Betrieb nicht. „Wir wollen das, was wir machen, gut machen“, so Wähnert.

Von Cindy Lüderitz

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