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Oberhavel Baustellentour auf dem C.O.R.N.-Gelände
Lokales Oberhavel Baustellentour auf dem C.O.R.N.-Gelände
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10:09 12.08.2016
Klubleiter Jürgen Baer (l.) führt die Jugendlichen über die Baustelle. Quelle: Helge Treichel
Birkenwerder

Jugendklubleiter Jürgen Baer schlüpfte am Mittwochabend in die Rolle eines Fremdenführers. Versiert erklärte er den jungen Gästen, was genau gerade auf dem Gelände des Jugendfreizeithauses C.O.R.N. passiert. „Unser Haus wird schöner und größer“, lautet der erklärende Hinweis am Aushang. Seit Mitte April firmiert der Jugendklub vorübergehend unter neuer Adresse: Indus­triestraße 21a.

Neben der alten Klubvilla ist bereits ein neues Fundament gegossen. Jürgen Baer erklärt, wie der vorhandene Aufzug in den Anbau integriert wird, wo sich die Küche und die Sanitäranlagen befinden werden, wie das Bestandsgebäude saniert wird. Die Kellerwände sind freigelegt und abgedichtet worden. Das Dach wird gemeinsam mit dem neuen gedeckt. In zirka zwei Wochen sollen die Maurerarbeiten beginnen.

Teamsitzung im größten Raum des Ausweichquartiers. Ein wichtiges Thema: die bevorstehende Klubfahrt nach Himmelpfort. Quelle: Helge Treichel

In diesem Zusammenhang gab er seinen Schützlingen eine kleine Denkaufgabe mit: Es stehe das Angebot, noch eine Zeitkapsel zu befüllen, die im Fundament deponiert wird. Es stehe also die Frage, womit die Kartusche befüllt wird. Spannende Botschaften für die Nachfahren? Wünsche für das Haus?

Bis Ende Oktober werde dann der Rohbau erstellt, danach folgt das Dach. Der Innenaufbau erfolge voraussichtlich ab Ende November. Der Altbau soll noch vor dem Winter isoliert werden. Komplett erneuert und zum Teil etwas breiter werde die neue Terrasse. Bisher lägen die Arbeiten im Zeitplan, was die Hoffnungen nährt, zwischen Juni und August in das erneuerte und erweiterte Gebäude zurückziehen zu können.

Die drei Schafe haben auch auf dem Gelände an der Industriestraße genügend Platz. Alle anderen Tiere mussten nicht mit umziehen. Quelle: Helge Treichel

Das vorhandene Fassaden-Graffito werde während der Bauarbeiten leider überdeckt. Jedoch stünden Architekt und Bürgermeister einer neuen Gestaltung positiv gegenüber. Die Frage der Finanzierung sei allerdings noch unklar. Idee sei aber, wieder ein Projekt daraus zu machen, an dem Profis und Laien teilnehmen. Im kommenden Jahr stehe überdies die Gestaltung der Außenfläche an – mit Spielplatz, Sprayer-Wand und neuen Wegen. „Ich habe bislang noch nicht gehört, dass es nicht so realisiert wird wie gewünscht“, sagte Baer.

Es folgte die Teamsitzung im Ausweichdomizil. Die Teilnehmer drängten sich in den Raum mit Kachelofen. Die Wände erstrahlen in leuchtendem Weiß, der Fußboden ist mit Laminat erneuert. Hergerichtet sind auch die kleine Toilette und die Küche. Die Jugendlichen haben nicht nur beim Umzug tatkräftig mit zugepackt, sondern auch beim Ausbau des Hauses. „Das hätten wir Mitarbeiter alleine nicht geschafft“, lobt Baer. Zudem sei gelungen, was ihm besonders wichtig war: „der nahtlose Übergang“. „Wir hatten keine Schließzeiten“, hebt der Klubleiter hervor. Rund 80 Prozent der Öffnungszeiten hätten abgedeckt werden können. Auch alle Arbeitsgemeinschaften wurden am neuen Standort fortgesetzt. Die einzige Ausnahme bildet die Carrera-Rennbahn. Die Kommentare der Betroffenen zum Übergangshaus: „Besser als nichts.“ und „Klein, aber fein.“

Kickern und kochen: die Küche im Haus an der Industriestraße. Quelle: Helge Treichel

Die aktuelle Situation habe sogar einen besonderen Reiz angesichts der Aussicht auf ein vergrößertes Gebäude. In dem sind auch drei Räume für die vierte Jahrgangsstufe der Hortkinder vorgesehen, sagt Elvira Zocher, Fachbereichsleiterin für Bildung und Soziales der Gemeindeverwaltung. Platz für rund 50 Kinder werde geschaffen, um die Pestalozzi-Grundschule zu entlasten. Ohnehin ist der das Jugendfreizeithaus bereits im Angebot der Ganztagsschule mit diversen AGs vertreten. Besonders beliebt sind die Tiere: Meerschweinchen, Fische Vögel und Schafe.

In der Teamsitzung gibt es neben den Bauarbeiten noch ein anderes bestimmendes Thema: Am Montag beginnt die Klubfahrt an den Stolp­see nach Himmelpfort.

Die Gemeinde investiert in Jugendarbeit und Hortbetreuung

Für das Sanierungs- und Erweiterungsprojekt des Jugendklubs C.O.R.N. („Club ohne richtigen Namen”) an der Hauptstraße 112 bringt die Gemeinde Birkenwerder in diesem Jahr voraussichtlich rund 2,3 Millionen Euro auf.

Der Haushaltsansatz von zunächst 1,89 Millionen Euro war in den zurückliegenden Monaten bereits mehrfach erhöht worden.

Die Gemeindevertreter standen im März vor einer finanziellen Gewissensfrage: Sollte auf die Seilbahn verzichtet werden? Auf Tischtennisplatten, Graffitiwände, das Klettergerüst oder das Hüpfkissen? Könnten eventuell der Ballfangzaun, zusätzliche Fahrzeugstellplätze, Bänke, die Bepflanzung oder die Gartenbewässerung eingespart werden? Oder vielleicht sogar gleich alles zusammen? Die Mehrheit entschied sich für die Mehrausgaben.

Von Helge Treichel

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