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Oberhavel Baustopp am Dorfteich
Lokales Oberhavel Baustopp am Dorfteich
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17:30 15.05.2017
Das ausgebaggerte Schilf-Schlamm-Gemisch wurde zu einem großen Haufen aufgeschichtet. Quelle: Helge Treichel
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Glienicke

Die schweren Maschinen, mit denen in der ersten Maiwoche Schilf aus dem Dorfteich in Glienicke abgebaggert wurde, standen vor einer Woche still. Nach einem Hinweis auf nistende Wasservögel „hat Bürgermeister Hans G. Oberlack (FDP) entschieden, die Baumaßnahmen an dem Gewässer vorerst ruhen zu lassen“, sagt Gemeindesprecher Arne Färber. Zudem lasse der Verwaltungschef prüfen, inwieweit die Brutzeiten bei der planerischen Festlegung des Bauzeitraumes berücksichtigt wurden. Inzwischen steht fest: Die Sanierung des Dorfteichs in Glienicke ist vorerst gestoppt. „Wir werden die Arbeiten nicht vor Mitte Juni wieder aufnehmen“, sagt Bürgermeister Oberlack auf Nachfrage. Alle Beteiligten seien überrascht gewesen, wie viele Wasservögel sich in dem Gewässer aufhalten. Jetzt werde untersucht, wo es Versäumnisse gab. Ihm persönlich wäre am liebsten, wenn erst nach dem Herbstfest weitergearbeitet wird, so der Verwaltungschef.

Das Glienicker Teichhuhn mit seinem nachwuchs am vergangenen Sonnabend. Quelle: Joachim Kullmann

„Diese Vorhaben wurden beschlossen und genehmigt. Was zur Zeit bei vielen Glienickern Empörung hervorruft, ist der Zeitpunkt“, hatte Anwohner Anselm Fitzkow geschrieben. Die vier Reiherenten und drei Stockenten könnten den Fluchtweg über die Luft nehmen. „Dem Teichhuhn-Pärchen mit seinen gerade geschlüpften Jungen ist dieser Weg versagt“, so Fitzkow. Am Freitag, 5. Mai, habe der Nachwuchs noch aus sieben Kleinen bestanden. „Einen Tag später konnten nur noch fünf nachgewiesen werden“, ärgert sich der Einwohner. Beim Fototermin der MAZ nach weiteren zwei Tagen folgte dem Elterntier lediglich noch ein Küken.

Die Baustelle auf einem Blick. Quelle: Helge Treichel

„Die Zuständigkeit liegt bezüglich des Artenschutzthemas beim Landesamt für Umwelt als Plangenehmigungsbehörde“, sagt Kreissprecher Ronny Wappler auf Nachfrage. Er gehe davon aus, dass die Plangenehmigung seinerzeit gegenüber der Gemeinde erfolgt sei. „Die Anfrage nehmen wir aber zum Anlass, das Landesamt zu informieren mit der Bitte um Prüfung und gegebenenfalls weitere Veranlassung.“

Beim Einbau des Lamellenfiltersytems. Das Vorhaben stockte auch im ersten Bauabschnitt schon: Beim Einrammen der Spundwand war im vergangenen Jahr eine Gasleitung beschädigt worden und hatte einen Feuerwehreinsatz ausgelöst. Quelle: Gemeindeverwaltung

Bereits im Dezember vergangenen Jahres war der erste Bauabschnitt der Teichsanierung abgenommen worden. Von Mitte September bis Ende November waren im Bereich der Gartenstraße zwei unterirdische Sedimentationsanlagen eingebaut worden. Diese tonnenschweren Giganten filtern und entsorgen Ablagerungen, die mit dem zulaufenden Regenwasser in das Gewässer fließen würden. Dadurch wird der Dorfteich vor der akut drohenden Verlandung geschützt. Planer Frank Nowak prognostiziert, dass sich auch die Wasserqualität im Teich erheblich verbessern werde.

Bei der Abnahme des ersten Bauabschnitts im Dezember. Quelle: Gemeindeverwaltung

Im zweiten Bauabschnitt nun soll der Teich entschlammt und um zirka 20 Meter vergrößert werden. Auch die umliegenden Grünflächen werden neugestaltet. Für die Entschlammung wird der Teich mit einem Damm geteilt, um eine vollständige Trockenlegung zu vermeiden – zum Schutz der Fische und Amphibien. Dabei kommen mit Sand gefüllte Big-Bags sowie eine Folie zum Einsatz. Zusätzlich werden die rund um den Dorfteich sprießenden Rohrkolben entfernt, da sie die Existenz kleinerer Gewässer gefährden, indem sie die Bildung der Schlammschicht massiv beschleunigen. „Wenn wir jetzt nicht gehandelt hätten, wäre unser Dorfteich in fünf Jahren zugewachsen“, erläuterte Bürgermeister Oberlack. Anstelle von Rohkolben würden nun Binsen gepflanzt, die zur Wasserreinigung beitragen, indem sie Schadstoffe abbauen. Zuletzt habe die Wassertiefe nur noch 50 bis 60 Zentimeter betragen. Die Schlammschicht war auf 70 Zentimeter angewachsen. Wenn die Arbeiten beendet sind, soll der Dorfteich wieder zwei Meter tief sein. Rund 300 000 Euro investiert die Gemeinde in das Vorhaben.

Die Maschinen standen am Montag still. Quelle: Helge Treichel

Etwa die Hälfte des Schilfbewuchses sei zunächst entfernt worden, resümiert Anselm Fitzkow. Bürgermeister und Bauamtsleiter seien gebeten worden, die Arbeiten einstellen zu lassen. „Für derartige Maßnahmen ist eben nur die vegetationsfreie Zeit des Jahres geeignet. Das hätte man wissen müssen“, so Fitzkow. Die Bürger hätten sowohl die Leitung des Naturparks Barnim als auch den Vogelschützer Roland Heigel informiert. Letzter sah in einem Baustopp die einzige Möglichkeit, den Nachwuchs der Teichhühner zu retten.

Das Schilf-Schlamm-Gemisch (rechts). Quelle: Helge Treichel

Von Helge Treichel

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