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Oberhavel Baustraße aus Stahlplatten verlegt
Lokales Oberhavel Baustraße aus Stahlplatten verlegt
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00:21 11.02.2018
Baustraße im Wald zwischen Birkenwerder und Bergfelde. Quelle: privat
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Bergfelde/Birkenwerder

Den Bau von Baustraßen stellte Mirko Adamietz am Mittwochmorgen im Wald zwischen Birkenwerder und Bergfelde fest. Er zeigt sich überrascht, denn nach seinem Wissensstand „müssen alle für die Bauarbeiten notwendigen Maßnahmen über die Autobahn erfolgen“, schreibt er der MAZ und bittet um Aufklärung.

Er habe schon nicht verstanden, wieso für die Baumfällarbeiten die Zufahrten durch den Wald benutzt werden durften, so Adamietz. Die stünden schließlich in einem ursächlichen Zusammenhang mit dem Ausbau der Autobahn. „Ich kann nicht nachvollziehen, wie man das zulassen kann“, schreibt der Berfelder, der den Wald für tägliche Spaziergänge nutzt und deshalb überhaupt zugezogen ist. Seiner Meinung nach gehören die An- und Abfahrt der Mitarbeiter sowie die der beteiligten Lkw ebenfalls dazu. Adamietz: „Wieso wird dann eine Baustraße benötigt?“

Deges-Sprecher: „Annahme nicht richtig“

„Die auf den Fotos gezeigte Baustraße mit den Stahlplatten gehört nicht zum Deges-Projekt ,Ausbau der A 10/A 24’“, antwortet Michael Zarth von der Deges Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH. Deshalb könne er die Fragen nicht beantworten. Ungeachtet dessen sei die Annahme ohnehin nicht richtig, wonach die Erschließung der Baustellen ausschließlich über die Autobahn erfolgen dürfe, sagt der Deges-Leiter für Kommunikation.

Baustraße im Wald zwischen Birkenwerder und Bergfelde. Quelle: privat

Bei der Landeswaldoberförsterei in Borgsdorf ist die Baustraße indes bekannt. Nach seinem Kenntnisstand sei über diese Variante im Zusammenhang mit der sogenannten „Holzwerbung“ gesprochen worden, sagt Leiter Henry Repkow.

Gemeint ist der Abtransport des Holzes, das im Zuge des im Frühjahr beginnenden sechsstreifigen Autobahnausbaus entlang der  A 10 von Mitarbeitern der Packroff GmbH sowie von anderen Betrieben gewonnen wird. Die Garten- und Landschaftsbaufirma mit Sitz in Elsterwerda hatte von der Deges den Auftrag für die Rodungen erhalten – inklusive Holzverwertung.

Konkret gehe es bei dieser Baustraße „um eine Gasleitungsverlegung der Firma Gas-Line im Vorfeld der Autobahnverbreiterung“, erläutert Henry Repkow. Damit sei auch ein nachfolgender Holzeinschlag verbunden sowie die Holzabfuhr – „allerdings nicht von der Firma Packroff“, betont der Leiter der Landeswaldoberförsterei. Diese Arbeiten seien von der Autobahn her nicht möglich.

Stahlplatten sollen Waldboden schützen

Die nun ausgelegten Stahlplatten dienen dazu, Belastungen und Verdichtungen des Waldbodens zu minimieren, erklärt Henry Repkow. Für das alternative Aufschütten einer Baustraße wäre die Genehmigung der Unteren Naturschutzbehörde erforderlich gewesen. Stahlplatten ließen sich relativ schnell auslegen und wieder wegnehmen. „Das ist die naturschonendste Variante“, so der Leiter der Landeswaldoberförsterei.

Ärger über Rasen und Rücksichtslosigkeit

Außerdem werde im Wald „gerast“, kritisiert Adamietz: „Von Schrittgeschwindigkeit oder Rücksicht keine Spur.“ Das Tempo werde noch nicht einmal verlangsamt, wenn Spaziergänger unterwegs sind. Dazu gebe es jedoch klare Vereinbarungen, sagt Henry Repkow: „Der Hinweis auf Rücksichtnahme der Firmen durch Einhaltung der Schrittgeschwindigkeit bei Benutzung der Waldwege ist vertraglich fixiert.“

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