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Oberhavel Begrünter Todesstreifen gibt Hoffnung
Lokales Oberhavel Begrünter Todesstreifen gibt Hoffnung
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13:45 04.08.2014
Symbolische Pflanzaktion in Bergfelde. Quelle: Helge Treichel
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Bergfelde

Im Todesstreifen an der Mauer habe es nur Sand gegeben, sagt Hiromu Nitadori. Doch die Pflanzen und die Natur seien 25 Jahre nach dem Mauerfall zurückgekehrt. Das gebe ihm ein Gefühl für den Wiederaufbau, so der japanische Oberschüler aus der Stadt Morioka.

Der 17-Jährige gehört zu einer sechsköpfigen Schülergruppe aus der Präfektur Iwate. Die Jugendlichen sind auf Einladung der Organisation Kizuna Berlin für acht Tage in Deutschland.

Symbolische Pflanzaktion in Bergfelde. Quelle: Helge Treichel

Der Verein, übersetzt „Band der Freundschaft“, unterstützt die Wiederaufbauarbeit im Katastrophengebiet, das durch das große Beben und den Tsunami vom 11. März 2011 entstanden ist. Am Freitag besichtigten die jungen Japaner, die bei Berliner Gastfamilien wohnen, den Naturschutzturm der Deutschen Waldjugend in Bergfelde.

Zuvor hatten sie schon die Mauergedenkstätte in Berlin besucht und waren deshalb bestens über die deutsche Nachkriegsgeschichte informiert.

Im prall gefüllten Programm ist außerdem ein Tagesausflug nach Dresden vorgesehen. Die im Zweiten Weltkrieg fast völlig zerbombte Stadt soll den Gästen ebenfalls Hoffnung und Zuversicht vermitteln, insbesondere das Symbol der wiederaufgebauten Frauenkirche, sagt Frank Brose, stellvertretender Vorsitzender von Kizuna Berlin.

Symbolische Pflanzaktion in Bergfelde. Quelle: Helge Treichel

Die Geschichte des Wachturms im ehemaligen Todesstreifen vermittelte Marian Przybilla anhand von Fotografien und Ausstellungsstücken. Rund 80.000 Bäume sind dort seit dem Mauerfall gepflanzt worden.

Als Höhepunkt des Treffens hatte der Naturschützer eine weitere Pflanzaktion organisiert. Wo bereits mehr als 100 Bäume anlässlich von Hochzeiten, Jubiläen und Geburten gepflanzt wurden, brachten die Gäste nun einen Kirschbaum und einen Apfelbaum in die Erde. Ersterer symbolisiere dabei die japanische Seele, letzterer das Herz für die deutsche Seite, so Przybilla.

Er wünsche, dass auch Fukushima wieder ein schöner, bewohnbarer Landstrich wird. Die Bäume trügen die Nummern 117 und 118.

Berlin hätten sie als große Stadt mit vielen Kunstobjekten erlebt, schilderten die jungen Japaner erste Eindrücke. Es sei großartig, wie alte Gebäude geschützt und bewahrt würden. Und ihnen gefalle die Mischung aus Altem und Neuem.

Quelle: Helge Treichel

Über Zeitungen und TV-Sender war in Japan zu der Reise eingeladen worden. Von 21 Bewerbern, die in die engere Wahl kamen, seien dann die zwei Jungen und sechs Mädchen im Alter zwischen 16 und 17 Jahren ausgewählt worden, sagt Frank Brose.

Die Flugtickets hatten mit einem Zuschuss der Robert-Bosch-Stiftung von insgesamt 10.000 Euro bezahlt werden können.

Von Helge Treichel

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