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Begrüßungsgeld für Neugeborene

Kremmen Begrüßungsgeld für Neugeborene

Kremmen will unter seinem neuen Bürgermeister Sebastian Busse zu einer familien- und kinderfreundlichen Stadt werden. Mit der Einführung eines Begrüßungsgeldes für Neugeborene ist dazu ein weiterer Schritt unternommen worden, der jedoch an Bedingungen geknüpft ist.

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Um das Begrüßungsgeld zu erhalten, müssen Eltern den Besuch der Vorsorgeuntersuchungen nachweisen. Anträge sind im Rathaus erhältlich.

Quelle: Foto: ZB

Kremmen. Bürgermeister Sebastian Busse (CDU) hat es sich auf die Fahnen geschrieben, Kremmen zu einer kinder- und familienfreundlichen Stadt zu entwickeln. Und so brachte er auf der Stadtverordnetenversammlung am Donnerstag einen Antrag ein, der vorschlägt, ein Begrüßungsgeld für neugeborene Kremmener zu zahlen.

In der Antragsbegründung schreibt Busse, dass mit diesem Begrüßungsgeld „nicht die finanziellen Belastungen abgefangen werden sollen, die mit der Geburt eines Kindes entstehen“, sondern dass es eine Geste der Stadt sein soll, die zeigt, dass Kinder in Kremmen willkommen sind. Zusätzlich zum Begrüßungsgeld, dass bis zum dritten Lebensjahr, jährlich 100 Euro betragen soll, ist geplant, dass der Bürgermeister persönlich ein Begrüßungsgeschenk mit Karte, Fotoalbum, Kuscheltier mit dem Wappen der Stadt und Lieder-CD überbringen wird. Ziel sei es, junge Familien zu motivieren nach Kremmen zu ziehen und dort wohnen zu bleiben.

Die Idee eines Begrüßungsgeschenkes für Neugeborene kam im Prinzip bei allen Fraktionen gut an. Mit einem Kritikpunkt, der für heftige Diskussionen unter den Abgeordneten sorgte: Man kritisierte, dass die Familien Bargeld erhalten sollten. So erklärte Jörg Arens (Fraktion SPD/Grüne/ Bürgerbündnis), dass er den Antrag zwar „mega“ finden würde, weil „er mit dem richtigen Herzen geschrieben sei“, aber mit der Satzung sei er unglücklich. „Die Begründung ist eine wichtige sozialpolitische Sache und gelebte Familienpolitik“, lobte er weiter, doch er bezweifelte den Sinn des Geldgeschenkes, das seiner Meinung nach mit dem „Gießkannenprinzip“ verteilt würde. Schließlich würde die Mehrheit der Kremmener Kinder in wohlsituierten Familien aufwachsen, in denen ein Geldgeschenk von zusammen 300 Euro keine Notwendigkeit habe. Viel wichtiger als der monetäre Wert, sei der ideelle in Form des Begrüßungsbesuches durch den Bürgermeister, so Arens weiter.

Ebenso wie sein Fraktionskollege Peter Winkler, sähe er es lieber, würden die jährlich rund 20 000 Euro, bei durchschnittlich 60 Geburten im Jahr, dazu genutzt, um familienfreundliche Projekte in den Ortsteilen zu finanzieren. Stefanie Gebauer von der Fraktion UWG/ LGU sah darin jedoch keinen Widerspruch:„Das Begrüßungsgeld ist erst ein Anfang. Man kann später auch Projekte finanzieren oder Kitagebühren senken.“ So wie es Kremmens Ortvorsteher Eckhard Koop als Alternative zum Begrüßungsgeld vorgeschlagen hatte.

Uwe Fritz (UWG/LGU) brachte schließlich den Vorschlag ein, die Zahlung des Begrüßungsgeldes, das sowieso an den Besuch der Vorsorgeuntersuchungen gebunden ist, nur dann auszuzahlen, wenn die Eltern Quittungen vorlegen können, die eine Verwendung für kindgerechte Artikel belegen. „Ich möchte, dass die Kinder etwas davon haben“, so Fritz.

Für Rainer Tietz (Linke/Bürger für Bürger/ Koop) jedoch war dieser Vorschlag eher ein Zeichen von Misstrauen gegenüber den Eltern der Neugeborenen. „Die Mehrheit der Kremmener sind vernünftige Leute“, betonte er. Doch mit nur einer Stimme Mehrheit wurde der Änderungsantrag und anschließend, mit nur zwei Enthaltungen, das Begrüßungsgeld beschlossen, das für Neugeborene rückwirkend ab dem 1. Januar 2017 gezahlt wird.

Von Ulrike Gawande

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