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Bei Lehrgängen in der Warteschleife

Gransee Bei Lehrgängen in der Warteschleife

Alle Jahre wieder: Die Granseer Feuerwehr zog ihre Jahresbilanz. 2016 mussten die Kameraden 107-mal ausrücken, um Brände zu löschen oder um Hilfeleistungen zu erbringen.

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Quelle: fotos: privat

Gransee. Silvio Radtke war der einzige aktive Kamerad, der befördert wurde. Er darf sich ab sofort Oberfeuerwehrmann nennen. Silvio Radtke gehört zum Löschzug 1 der Freiwilligen Feuerwehr des Amtes Gransee und Gemeinden, in dem die Kameraden aus Gransee, Kraatz und Meseberg vereint sind. Allerdings sind auch die Mädchen und Jungen der Jugendfeuerwehr des Löschzuges 1 bei der Jahreshauptversammlung am vergangenen Sonnabend nicht leer ausgegangen. Sie wurden mit Medaillen oder Pokalen bedacht, die sie sich aufgrund ihres Aufwandes bei der Ausbildung verdienten. Malte Schult, Lena Meise und Malte Lindenberg erhielten Bronzemedaillen. Mit Silber nach Hause gingen Leon Krause, Florian Remer, Ben Schwarzkopp, Leon Tramm, Marvin Schult, Sina Helbig, Emily Tramm, Frieda Behm, Vivien Pudig, Jocehie Helbig, Lena Mattern und Sebastian Meise. Sogar mit einem Pokal geehrt wurden Martin Eckfeld (110 Stunden), Leon Rast (108), Niko Schröter (106) und Nick Gerlach (87). Sie wendeten die meisten Stunden für die Ausbildung in der Feuerwehr auf.

„Prinzipiell ist es wichtig, die Feuerwehrleute zu motivieren, um sie bei der Stange zu halten“, sagt Löschzugführer Uwe Valentin. Das bislang praktizierte Schema bei den Aktiven, wonach die Kameraden mit den meisten Ausbildungsstunden ausgezeichnet werden, wurde bis auf weiteres eingefroren. Die Führung der Löschgruppe und der Förderverein sind dabei, sich ein neues Modell zu überlegen.

Bei der Jahreshauptversammlung im Sport- und Gemeindezentrum Altlüdersdorf, bei der auch Amtsdirektor Frank Stege und Bürgermeister Mario Gruschinske zugegen waren, gewährte Uwe Valentin einen kleinen Einblick in das Einsatzgeschehen des vergangenen Jahres. So sei der Löschzug 1 zu 107   Einsätzen  gerufen  worden; 30-mal zur Brandbekämpfung, 77-mal zu technischen Hilfeleistungen. Das sind 36 Einsätze weniger als im Jahr zuvor. Die Ursache dafür ist in der Wetterlage zu sehen. 2015 mussten die Kameraden öfter zu Sturmschäden ausrücken. Im Schnitt, so Uwe Valentin, liege die Einsatzzahl pro Jahr bei etwa 100.

Zu zwei größeren Bränden wurden die Kameraden des Löschzugs 1, zu dem auch acht Frauen gehören, im vorigen Jahr gerufen. In der Kreuzstraße in Gransee brannte Anfang August der Dachstuhl eines Wohnhauses. 53 Kameraden kamen zum Einsatz, darunter auch die der Löschgruppen aus Dannenwalde und Menz. Verletzt wurde dabei niemand. Auch ein Waldbrand am Dölchsee im Mai beschäftigte den Löschzug. Bei einem Verkehrsunfall im März gelang es den  Feuerwehrleuten,  eine Frau zu  retten.  Sie  wurde  mit  dem Hubschrauber ins  Krankenhaus gebracht.  „Hinterher kamen Kinder und  Enkel der Frau und bedankten sich bei uns mit einem Präsentkorb“, so Uwe Valentin. „Eine ungewöhnliche Geste.“ Nichts mehr tun konnten die Kameraden für eine Frau, die im September nach einem Unfall auf der B 96 verstarb.

Nicht glücklich sind die Feuerwehrleute damit, dass sie nicht die benötigten Qualifizierungslehrgänge belegen können. „Sie werden derzeit für freiwillige Feuerwehren kaum angeboten, da es keine Lehrer gibt“, so Uwe Valentin. Mitglieder der Berufsfeuerwehren würden in dem Punkt bevorzugt behandelt. Gruppenführer, Zugführer, Maschinisten müssten fortgebildet werden. „Wir sind zwar mit einigen Leuten dabei, aber es könnten und müssten noch mehr sein.“

Von Stefan Blumberg

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