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Bei Luckes gibt es alles

Friedrichsthal Bei Luckes gibt es alles

Der Dorfladen der Familie Lucke am Dorfplatz ist ein Geheimtipp. Hier gibt es alles, was den täglichen Hunger stillt. Und selbst kochen muss an auch nicht. Manuela Lucke bietet eine Mittagstisch an, da schmeckt es noch wie bei Oma.

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Die Bouletten und Schnitzel von Manuela Lucke sind ein Geheimtipp. Auch die selbst gemachten Salate schmecken köstlich.

Quelle: : Enrico Kugler

Friedrichsthal. Es ist enorm, was Manuela Lucke in ihrem Dorfladen alles anbietet. Das Geschäft am Dorfplatz in Friedrichsthal ist auf jeden Fall einen Stopp wert. Und nicht nur, weil es im Verkaufsraum aussieht wie in einem Konsum der Extraklasse. Es gibt alles. Nahrungsmittel, frisches Obst, knusprige Brötchen, Kuchen, Konserven, Getränke, Zeitschriften, Haushaltswaren und, und, und. . . Alles ist fein säuberlich in die Regale eingeräumt und sortiert. „Naja, wir haben von jedem ein bisschen“, sagt Manuela Lucke ganz bescheiden. Zusammen mit ihrem Bruder betreibt die 43-Jährige den Dorfladen, er als Geschäftsführer, sie als Angestellte. Die beiden führen eine alte Familientradition fort. Denn schon ihr Vater hatte den Konsum in Friedrichsthal.

Das war damals gar nicht so einfach. Karlheinz Lucke, der nun schon seit 14 Jahren tot ist, war in den 1950er-Jahren in den Westen übergesiedelt, weil die Schwiegereltern 1952 enteignet worden waren. Doch er kam zurück und durfte 1958 sein Geschäft von der Konsum Genossenschaft wieder übernehmen. Es war damals ein riesiger Laden in der Grabowseestraße an der Ecke Friedrichsthaler Chaussee. 300 Quadratmeter Verkaufsfläche, das war auch zu Ostzeiten eine stattliche Größe. Bei Karlheinz Lucke gab es alles. Er hatte die ersten Salatgurken, die ersten Tomaten und selbst Raritäten wie Bananen und Berliner Pilsner. „Was es hier nicht gab, bekam man woanders auch nicht.“ Der Konsum lief bestens. Nicht nur für die Friedrichsthaler war es die Haupteinkaufsquelle. Die vielen Berliner, die zum Wochenende und im Sommer auf ihre Datschen kamen, sorgten für einen guten Umsatz. Zehn Verkäuferinnen und zehn Lehrlinge konnte Lucke beschäftigen.

Wenn es hart auf hart kommt, packt die ganze Familie an (v l)

Wenn es hart auf hart kommt, packt die ganze Familie an (v. l.): Marie, Manuela, Marco und Christa Lucke.

Quelle: Enrico Kugler

Christa Lucke, die Ehefrau von Karlheinz Lucke, hatte zwar beim Konsum gelernt, dann aber auf Berufsausbildung umgesattelt und war später Handelsbereichsleiterin. Sie erinnert sich noch genau, wie es in Friedrichsthal mal aussah. „Früher hatten wir im Dorf eine Sparkasse, eine Post, einen Bäcker, einen Stoffladen, eine Drogerie und zwei Friseure“, erzählt sie. Alle konnten gut davon leben. Erst als in Oranienburg in der André-Pican-Straße die erste Kaufhalle gebaut wurde, ging der Umsatz in Friedrichsthal zurück. Das war in den 1970er-Jahren. „Und dann ging es in der Stadt holter die polter.“ Eine Kaufhalle nach der anderen entstand. Die Luckes hielten sich trotzdem irgendwie über Wasser.

Von jedem gibt es ein bisschen, Nahrungsmittel, Getränke, Brötchen, Kuchen, Zeitschriften, Haushaltswaren und Putzmittel

Von jedem gibt es ein bisschen, Nahrungsmittel, Getränke, Brötchen, Kuchen, Zeitschriften, Haushaltswaren und Putzmittel.

Quelle: Enrico Kugler

„Aber vor zwei Jahren haben wir dann umgebaut“, erzählt Manuela Lucke. Der 300 Quadratmeter große Konsum war viel zu groß. Dort sind vier Wohnungen entstanden. In dem Teil, wo früher die Gaststätte war, richteten die Luckes ihren Dorfladen ein. Von dem alten Geschäft ist nur noch der Wurst-und Fleischstand geblieben. „Das sieht man noch an den alten Verzierungen der Kacheln“, meint Christa Lucke. Jetzt werden auf etwa 100 Quadratmeter Waren des täglichen Bedarfs angeboten. Und Manuela Lucke hat eine große Küche. Denn vom Ladengeschäft allein könnte sie mit ihrem Bruder nicht leben. Manchmal kommt wirklich wenig Kundschaft. „Wir haben einen Partyservice aufgemacht.“ Deftige und rustikale Buffets mit warmen und kalten Speisen für bis zu 120 Personen sind ihre Spezialität. Ganz beliebt sind die Filetpfanne mit Champignons und Rahmsoße, Kassler, Soljanka und Partybouletten. Alles ist selbst- und hausgemacht, natürlich auch die Salate. „Das lieben und merken die Kunden.“ In die ganze Umgebung bis an den Rand von Berlin wird geliefert. Wenn es dicke kommt, wie zur Jugendweihe oder zur Einschulung, helfen Manuelas Mutter und ihre eigene Tochter Marie mit. Dann muss eben die ganze Familie mit anpacken. „Wir machen das nun schon zehn Jahre und haben uns einen guten Kundenstamm aufgebaut.“ Fast jedes Wochenende hat sie Aufträge. „Ich hab jetzt schon Reservierungen für die Einschulungen im nächsten Jahr.“

Neben dem Partyservice gibt es im Dorfladen jeden Tag einen wechselnden Mittagstisch. Bauarbeiter, Radler und auch Einheimische lassen es sich in der Essecke im Laden schmecken. Außerdem bieten die Luckes auch noch einen anderen Service an. Das Mittagessen wird auf Bestellung in Friedrichsthal und Malz bis an die Haustür gebracht. „Wir haben immer eine Angebotskarte für 14 Tage“, meint Manuela Lucke. „Dann brauchen die Leute nur ankreuzen, was sie haben wollen.“ Die Kunden können zwischen zwei Fleisch- und einem vegetarischen Gericht wählen. Auch Lebensmittel werden auf Wunsch per Haus geliefert.

Jetzt sind Manuela Lucke und ihr Bruder schon mit den Vorbereitungen für das Friedrichsthaler Dorffest am Sonnabend beschäftigt. Da gibt es Steaks, Bratwurst, Champignonpfanne und frische Brezeln mit Butter gefüllt. Luckes Dorfladen hat die ganze Woche von 8 bis 18 Uhr geöffnet, am Sonnabend bis 11 Uhr.

„Ja, das ist schon eine Menge Arbeit“, sagt Manuela Lucke. „Aber wenn die Leute zufrieden sind und es ihnen schmeckt, dann ist das für mich Lohn genug.“

Von Andrea Kathert

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