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Oberhavel „Bei uns ist es schön, komm doch vorbei“
Lokales Oberhavel „Bei uns ist es schön, komm doch vorbei“
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00:32 22.10.2015
Auftritt von Andreas Holm und Thomas Lück zur Festveranstaltung der Volkssolidarität in der Gruppe Oranienburg-Altstadt. Quelle: ENRICO KUGLER
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Oberhavel

Sylvia Grande ist Geschäftsführerin des Kreisverbandes Oberhavel der Volkssolidarität. Sie möchte die Bürger des Landkreises mit einem „Tag der offenen Tür“ am 23. Oktober in den Häusern der Volkssolidarität auf die Möglichkeiten, die der Verband bietet, aufmerksam machen.

MAZ: Überall in den Ortsgruppen finden gerade Veranstaltungen zum 70. Jahrestag der Volkssolidarität statt. Wie kommen diese Feiern an?

Sylvia Grande: Sehr gut, denn der Verband hat eine lange Geschichte. Wir haben als einziger Ost-Verband auch die Wende überlebt und feiern gleichzeitig 25 Jahre deutsche Wiedervereinigung. Wir mussten uns nach der Wende komplett neu aufstellen. Dass wir das geschafft haben, darauf sind die Mitglieder zurecht stolz. Schön ist auch, dass sich einige Ortsgruppen zusammengetan und gemeinsam gefeiert haben. Das zeigt auch das Gewicht dieses Verbandes.

Während der Feier in der Oranienburger Altstadt traten die DDR-Schlagersänger Thomas Lück und Andreas Holm auf. War das nicht ein etwas angestaubtes Kulturprogramm?

Grande: Wir stehen dazu. Denn das sind unsere Erinnerungen, das ist unsere Geschichte. Diese Künstler waren schon oft bei uns und sorgen richtig für Stimmung.

Wie werben Sie um Mitglieder, reichen Kaffeenachmittage dafür noch aus?

Grande: Nachmittage mit Kaffee und Kuchen möchten wir nicht missen. Denn sie bieten die Möglichkeit zu reden. Und im fortschreitenden Prozess der Vereinsamung von vielen Menschen ist die Kommunikation enorm wichtig. Aber Sie haben Recht, das reicht nicht. Wir müssen uns neu aufstellen.

In welcher Beziehung?

Grande: Wir verlieren Mitglieder, weil viele ältere Menschen nicht mehr mobil sind. Sie leben in der eigenen Wohnung oder in einer betreuten Einrichtung und können nicht mehr an unseren Veranstaltungen teilnehmen. Das ist schade. Da muss unsere aufsuchende Hilfe mehr greifen. Wir müssen diese Mitglieder sozial mehr begleiten.

Warum sollte sich ein Vorruheständler für die Volkssolidarität interessieren?

Grande: Wir sind mehr als ein Verein für Ältere. Dieser Ruf hängt uns aus der Vergangenheit an. Dabei betreuen wir mehr Kinder als ältere Menschen. Der Verband steht fest auf drei Säulen als Mitgliederverein mit Gruppenspecktrum, als sozialer Dienstleister mit vielen Varianten von Betreuung, Beratung und Freizeitangeboten und als sozialpolitische Interessenvertretung. Bei uns können auch jüngere Mitglieder Interessen leben. Wir bieten die Rahmenbedingungen dazu.

Zum Beispiel?

Grande: Bei uns kann man Sport treiben oder eine Zeitung gestalten. In Zühlsdort haben wir einen tollen Fotozirkel. Bei uns kann man sich in Rentenfragen oder in Sachen Vorsorge wie Patientenverfügung beraten lassen. Wir sind offen für Ideen und bieten die Möglichkeiten dazu, sich in Gruppen zu treffen und gemeinsam etwas auf die Beine zu stellen.

Was passiert wo am „Tag der offenen Tür“?

Grande: An diesem bundesweiten „Tag der offenen Tür“ bei der Volkssolidarität stehen die Türen unserer Häuser von 11 bis 16 Uhr offen für jedermann. So zum Beispiel in der Sozialstation in Zehdenick an der Klosterstraße 9, in Fürstenberg am Markt 8, in der Begegnungsstätte in Hennigsdorf an der Berliner Straße 24 oder hier in der Kreisgeschäftsstelle an der Bernauer Straße 18a in Oranienburg. Wir möchten die Volkssolidarität bekannt machen. Denn viele Menschen haben wenig Vorstellungen, was wir eigentlich machen.

Sind denn schon Ideen für neue Formate von Veranstaltungen an Sie herangetragen worden?

Grande: Jeden ersten Montag im Monat treffen sich hier in Oranienburg die Leseratten. Das ist ja ein neues Format. Hier können sich Lesefreudige über ihre Bücher austauschen. Es soll auch gemeinsame Veranstaltungen mit der Stadtbibliothek geben. Zum Beispiel werden wir erfahren, wie eine Bestsellerliste entsteht. Zudem haben wir Nachfragen nach einem Künstlerstammtisch, den würden wir gerne einrichten. Außerdem gibt es Interesse an einer Fahrschule im Sinne der Auffrischung von Wissen. Es hat sich ja doch einiges in der Straßenverkehrsordnung geändert. Das sind alles Veranstaltungen, mit denen wir auch jüngere Leute ansprechen wollen.

Wie ist eigentlich die Idee der Jubiläumsschnitte, die Bäckermeister Karl-Dietmar Plentz anbietet, bei den Kunden angekommen? Und wie viel Geld brachte die Spendensammlung im Frühjahr ein?

Grande: Bäcker Plentz wird uns einen Verkaufsanteil zukommen lassen, der Betrag steht noch nicht fest. Die Spendensammlung war sehr erfolgreich. Für 2400 Euro haben wir bei der Nordbahn GmbH drei Sitzbänke bauen lassen. Die spenden wir für das Oranienburger Projekt, Apfelbäume zum Lutherjahr zu pflanzen. So können die Menschen unter einem Apfelbaum auf einer unserer Bänke ausruhen. Und dann wollen wir mit dem Erlös aus der Spendensammlung die Kinder aus unserer sozialpädagogischen Familienhilfe ins Ferienlager fahren lassen.

Welcher Ortsverein in Oberhavel ist der mitgliederstärkste?

Grande: Der in Gemendorf mit 229 Mitgliedern.

Wie ist das zu erklären, machen die Germendorfer Mitglieder etwas anders?

Grande: Nein, sie haben über viele Jahre gezeigt, dass sie für die Leute im Ort da sind. So werben wir Mitglieder für die Ortsgruppen. Indem Menschen angesprochen werden, etwa wie: „Bei uns ist es schön, komm doch mal vorbei!“


Von Marion Bergsdorf

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