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Oberhavel Beim Poetry Slam zählte jedes Wort
Lokales Oberhavel Beim Poetry Slam zählte jedes Wort
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00:23 26.02.2017
Marvin Weinstein (M.) hat in Borgsdorf gewonnen. Lucas Schemenz (l.) und Fabian Lindemann moderierten. Quelle: Robert Tiesler
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Borgsdorf

Marvin Weinstein ist der Gewinner des ersten Poetry Slams in Borgsdorf. Der 24-Jährige aus Berlin konnte am Freitagabend das Publikum im Saal vom Hotel „Weißer Hirsch“ am meisten von seinen Texten überzeugen.

„Jedes Wort zählt“ hieß die gut dreistündige Show, die in Borgsdorf ihre Premiere feierte. Dahinter steckt das Team vom Hohen Neuendorfer Verein Hyperion, der einmal im Jahr auch die große Spielshow „Wer besiegt Paul“ verantwortet. Der Verein arbeitet nicht-kommerziell, die Eintrittsgelder werden direkt für weitere Projekte verwendet – ansonsten bekam an diesem Abend niemand Geld.

Beim Poetry Slam geht es darum, dass Dichter ihre Texte vorstellen – entweder auswendig oder vom Zettel abgelesen. Das Publikum entscheidet, wer am meisten überzeugt, durch die Texte an sich, aber auch durch die Performance. In Borgsdorf waren acht junge Poeten dabei, die Zuschauer konnten über ihr Smartphone danach eins bis zehn Punkte vergeben.

Marvin Weinstein bei seinem Auftritt. Quelle: Robert Tiesler

Fabian Lindemann moderierte die Show gemeinsam mit Lucas Schemenz, der selbst schon öfter an solchen Wettbewerben teilgenommen hat. „Ich weiß selber gar nicht genau, was mich da erwartet“, sagte Fabian Lindemann vor der Show. Wie alle anderen Leute im vollen Saal ließ auch er sich überraschen, was genau passieren wird.

Es war „die poetische Entjungferung Borgsdorfs“, sagte der Moderator zu Beginn, und Lucas Schemenz erklärte, dass jeder Teilnehmer fünf Minuten Zeit habe, den Text vorzutragen. „Damit der Abend auch noch in diesem Februar endet“, so Lucas Schemenz weiter. Bevor es los ging, gab es noch einen bewegenden Moment, als die krebskranke Tessa mit Freunden und Birkenwerders Bürgermeister Stephan Zimniok auf die Bühne kam, um für die Typisierungsaktion am nächsten Tag zu werben.

Die krebskranke Tessa (3.v.r.) warb mit Freunden und Birkenwerders Bürgermeister Stephan Zimniok (l.) für die Typisierungsaktion vom Sonnabend. Quelle: Robert Tiesler

Es waren verschiedenste Texte, die in Borgsdorf vorgetragen worden sind. Torsten Becker berichtete über Kuriositäten einer Wohngemeinschaft, Romy Lessel über den Stolz, der an einigen Stellen deplatziert sei. Max Gebhard trug eine Hommage an die Brüder Grimm vor: „Der Froschkönig oder: Lügen haben dicke Schenkel.“ Max Gebhard war unter den Poetry Slamern am Freitag wohl der erfahrenste – er trug komplett frei vor und schaffte es, das Publikum zu packen. David Koch stand am Freitag erstmalig auf einer Dichterwettstreit-Bühne und begeisterte die Leute mit einem Text darüber, wie er sich den ganzen Tag Gedanken darüber macht, was er denn bei genau diesem Wettbewerb vortragen könnte. Marvin Weinstein erzählte über „meine große Liebe. Sie ist auch hier: Bier.“ Er könne auch ohne Spaß Alkohol haben. In seinem zweiten Text ging es um eine Liebeserklärung an gescheiterte Literatur.

David Koch Quelle: Robert Tiesler

„Ich trete ein paarmal pro Woche bei Poetry Slams auf“, erzählte er, nachdem sein Sieg feststand. „Ich fahre dafür durch die Republik.“ Damit verdient er auch sein Geld – bei größeren Wettbewerben gibt es Antrittsgeld. „Ich habe einen Pool an Texten, je nachdem wie die Stimmung ist, wähle ich einen aus.“ Beeindruckt war er von der Professionalität der Show. „Die war wahnsinnig gut gemacht.“

Gewonnen hat er übrigens das, was die Zuschauer gespendet haben. Dazu ist ein Stoffbeutel rumgereicht worden. Darin: Geld, Gutscheine für Bücher oder Pommes, Socken oder eine Plaste-Axt. Der Punkt nämlich, wo das Publikum kreativ werden kann.

Von Robert Tiesler

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