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Oberhavel Beitragsfreiheit bleibt das Ziel
Lokales Oberhavel Beitragsfreiheit bleibt das Ziel
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02:25 20.04.2018
Danilo Fischbach vom Kreiskitaelternbeirat Oberhavel. Quelle: Helge Treichel
Oberhavel

Der Sprecher des Kreiskitaelternbeirates Oberhavel, Danilo Fischbach, hat die Bedenken gegen ein kostenfreies letztes Kitajahr zurückgewiesen. Er appelliert zugleich an die Landespolitiker, an der geplanten Einführung im Sommer festzuhalten.

Hintergrund: Bei einer Anhörung im Landtag hatten Kita-Träger und der Brandenburger Städte- und Gemeindebund sich dagegen ausgesprochen und die Beitragsfreiheit als „falschen Schritt“ kritisiert. Danilo Fischbach war gemeinsam mit Elternvertretern aus dem Nachbarkreis Barnim dabei – und tritt der Argumentation entgegen.

Fischbach: Kein Zusammenhang zwischen Beiträgen und Qualität

Auf Unverständnis bei den Elternvertretern stoßen insbesondere die vorgebrachten Bedenken zur Finanzierung und die Warnung vor einem Verlust der Betreuungsqualität. „Grundsätzlich kann ich keinen Zusammenhang zwischen den Elternbeiträgen und der Betreuungsqualität erkennen“, sagt Fischbach im MAZ-Gespräch. „Ansonsten müssten wir in Oberhavel die höchste Qualität haben, da wir in Deutschland mit die höchsten Elternbeiträge zahlen.“ Obwohl es jeder Kommune frei stünde, werde das Geld auch gar nicht dort eingesetzt, wo Qualität in der Bildung gesichert wird – also durch das Einstellen von Personal und das Schaffen von besseren Rahmenbedingungen. Vielmehr seien die Einnahmen lediglich allgemein eine tragende Säule der kommunalen Finanzen.

Die Kinderbetreuung sollte beitragsfrei sein, meinen die Elternvertreter aus Oberhavel. Quelle: dpa

So wie sich der Kitaelternbeirat Oberhavel für die Beitragsfreiheit einsetze, „so wollen wir auch die beste Qualität in der frühkindlichen Bildung“, sagt der Familienvater aus Schwante. „Diese Diskussion führen wir seit vier Jahren in Brandenburg.“ Deshalb stehe das gewählte Gremium ausdrücklich hinter der Entscheidung der Landesregierung, ab dem 1. August keine Beiträge für Kinder im Vorschulalter mehr zu erheben. „Es ist ein wichtiges Signal, dass sich die Landesregierung auf den Weg macht, Kitagebühren abzuschaffen.“ Angesichts des demografischen Wandels, bei dem der Anteil der Älteren wächst und die Zahl der Kinder zurückgeht, „müssen Familien gefördert werden“, sagt Fischbach: „Familien ist heutzutage nicht mehr vermittelbar, dass in Berlin – trotz besserer Qualität – gar keine Beiträge mehr bezahlt werden und in Brandenburg Familien mit normalem Einkommen 400 Euro für ein Kind, 800 Euro für zwei Kinder und 1200 Euro für drei Kinder im Monat bezahlen.“

Landesregierung habe „Trend der Zeit verstanden“

Danilo Fischbach begrüßte es, „dass unsere Landesregierung den Trend der Zeit verstanden hat“. In diesem Zusammenhang hob er das Engagement der hiesigen Landtagsabgeordneten hervor: Inka Gossmann-Reetz und Björn Lüttmann von der SPD und Gerrit Große von den Linken. Diese Politiker seien bereit, „neue Visionen in der frühkindlichen Bildung zu entwickeln“. Hinsichtlich der Schulbildung diskutiere ja auch niemand darüber, dass Eltern keine Beträge dafür zahlen müssen. Der Kitaelternbeirat setze sich für eine Gleichstellung von schulischer und frühlindlicher Bildung ein. Dass auch in Kindertagesstätten Bildung vermittelt wird, darüber seien sich alle Experten einig, so Fischbach.

Verbündete sehe er in den SPD-Ortsvereinen Oranienburg und Glienicke sowie im Unterbezirk Oberhavel. Auch bei einigen Bürgermeistern könne er die Bereitschaft zum Umdenken erkennen. Das gelte beispielsweise für Kremmens Sebastian Busse (CDU), Bernd-Christian Schneck (SPD) aus dem Löwenberger Land und Filippo Smaldino-Stattaus (SPD) aus dem Mühlenbecker Land. Daran hätten nicht zuletzt die aktiven Mitglieder des Kitaelternbeirates Anteil. „Und so soll Demokratie ja auch funktionieren“, sagt Fischbach und zeigt sich überzeugt: „Wenn es uns gelingt, diesen Rückenwind für eine moderne Familien- und Bildungspolitik Richtung Bundesebene mitzunehmen, dann wird es auch gelingen, die Qualität in der frühkindlichen Bildung und die Beitragsfreiheit nachhaltig zu sichern.“

Eltern werben für „starke Bündnisse“

Der Elternvertreter setzt in diesem Zusammenhang auf eine Bildungspartnerschaft mit allen Beteiligten. „Zum Erreichen unserer Ziele braucht man starke Bündnisse – und dafür wollen wir als Kitaelternbeirat werben.“ Es bringe von Seiten der Träger nichts, Bildungsqualität und Beitragsfreiheit gegenein­ander auszuspielen. Vielmehr müsse der Städte- und Gemeindebund „aufpassen, dass er den Anschluss an die Themen der Zeit nicht verpasst“, sagt Fischbach. Schließlich böte sich die Chance, mit Lösungen im Bildungsbereich einer allgemeinen politischen Unzufriedenheit entgegenzutreten.

Von Helge Treichel

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