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Oberhavel Ben Becker und das Federvieh
Lokales Oberhavel Ben Becker und das Federvieh
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20:11 03.07.2017
Ben Becker betrat die Bühne im Hühnerkostüm, begleitet von kostümierten Kindern. Diese, von Becker animiert, ahmten mit großem Spaß Gegacker nach, wenn der Künstler lustige Texte über Hühner vortrug. Quelle: Marion Bergsdorf
Oranienburg

Wer berühmte Leute kennt, ist im Vorteil. Die Aufmerksamkeit bekannter Menschen helfe, den öffentlichen Fokus auf ein Problem zu legen. Das sagt Heike Bartel, Sprecherin der Bürgerinitiative „Contra Eierfabrik Oranienburg“. Letztere konnte schon die Fernsehköchin Sarah Wiener für das Anliegen der Eierfabrik-Gegner gewinnen. Und jetzt ist es der BI gelungen, den bekannten Schauspieler und Buchautor Ben Becker nach Oranienburg zu holen. Und das für eine Benefizveranstaltung. Angesichts der hohen Gage, die der Künstler für eine Lesung aufruft, sei das eine beachtenswerte Leistung, meinte eine Besucherin vor Beginn der Lesung. Zwar musste die BI die übliche Miete für die Orangerie zahlen, doch beim Ticketpreis von 25 Euro und ausverkauftem Haus bei knapp 200 Plätzen dürfte die BI mit dieser Veranstaltung eine finanziell nennenswerte Unterstützung für ihre Arbeit erfahren haben.

Ben Becker war bester Laune. Die Mitstreiter der BI hatten ihm die Bühne der Orangerie liebevoll als Hühnerstall dekoriert. Denn schließlich geht es um Hühner und Eier. Investor Josef Vortallen will zwei Legehennenanlagen mit je 21 000 Tieren in Zehlendorf bauen. Eine Erweiterung auf mehr als 80 000 Tiere könnte folgen. Auf der Bühne der Orangerie saßen Dekohühner im Stroh, auf dem Tisch, an dem der Künstler las, stand eine Packung mit Eiern. Mit dem Ei des Kolumbus legte Becker auch gleich los. Es auf die Spitze zu stellen, löste Kolumbus 1493 so, indem er das gekochte Ei mit der Spitze auf den Tisch schlägt. Becker tat dies ebenso, anschließend durfte seine Hündin Cindy, die seine Tochter auf dem Schoß hielt, das Ei fressen. Sehr zum Spaß der Besucher. Es folgte Beckers szenische Lesung der ersten beiden Streiche von Max und Moritz: „Schwupdiwup! Da wird nach oben schon ein Huhn heraufgehoben. . . . Zwar der Spitz sah es genau, und er bellt Rawau! Rawau!“ Als Becker das Bellen spricht, animiert er seinen Hund zu antworten, was der prompt mehrmals tut und dafür starken Beifall in der Orangerie erntet.

Er hätte nie gedacht, sagt der Künstler, dass er sich mal so viel mit Hühnern beschäftigen würde. Bisher habe er mehr mit dem Pferd seiner Tochter zu tun, das auf einem hiesigen Hof steht. So ist offensichtlich der sehr persönliche Kontakt zu den Mitstreitern der BI gegen die Eierfabriken entstanden. Becker las und spielte amüsante Texte zum Huhn von Christian Morgenstern und Gedichte wie das vom Liebesbrief-Ei aus einer sehr alten Gedichte-Sammlung. Dann hatte er genug und meinte, er würde die nächsten Wochen keinen Broiler mehr essen. Doch die Zuschauer ließen ihn nicht ohne Zugabe von der Bühne. Worauf er „die Lieblingsballade seines Papas“ Otto Sander, 2013 verstorben, von John Meinert las. Vom Steuermann, der das brennende Schiff an den Strand und damit viele Menschenleben rette, selbst aber dabei umkam.

Bürgermeister Hans-Joachim Laesicke sagte zu Beginn der Lesung, es gehe um mehr als die Eierfabrik vor der Haustür, sondern um den Wert der Ernährung. Der Konsument könne mit seinem Verhalten gegen Preisdumping bei Lebensmitteln vorgehen.

Von Marion Bergsdorf

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